Korseby Online - Pottiaceae
Pottiaceae
Die akrokarpen Vertreter dieser Laubmoosfamilie wachsen in dichten Kissen und bilden stets eine kräftige Blattrippe aus, die häufig als Spitze aus dem Blatt austreten kann.
Index
- Acaulon muticum (Rundliches Knospenmoos)
- Acaulon triquetrum (Dreikantiges Knospenmoos)
- Aloina aloides (Echtes Aloemoos)
- Barbula convoluta (Rollblättriges Bärtchenmoos)
- Barbula fallax (Falsches Bärtchenmoos)
- Barbula unguiculata (Gespitztblättriges Bärtchenmoos)
- Encalyptra vulgaris (Gewöhnlicher Glockenhut)
- Phascum cuspidatum (Gespitztes Glanzmoos)
- Pottia bryoides (Birnmoosartiges Pottmoos)
- Pottia davalliana (Kleines Pottmoos)
- Pterygoneurum ovatum (Hohlblättriges Flügelnervmoos)
- Pterygoneurum subsessile (Kurzstieliges Flügelnervmoos)
- Tortula muralis (Mauer-Drehzahnmoos)
- Tortula ruralis (Dach-Drehzahnmoos)
- Tortula subulata (Pfriemen-Drehzahnmoos)
- Weissia longifolia (Langblättriges Perlmoos)
Acaulon muticum (Rundliches Knospenmoos)
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Acaulon muticum
zwischen Weissia longifolia |
Acaulon triquetrum (Dreikantiges Knospenmoos)
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Acaulon triquetrum
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Einzelne kospenförmige Pflanzen von Acaulon triquetrum wachsen gewöhnlich in kleinen Gruppen, sind bräunlichgrün gefärbt und werden nicht größer als 1,5 mm. Die diözischen, kurzlebigen Pflänzchen entwickeln sich im Herbst und sterben dann meist im Frühjahr nach der Sporenreife ab. Von oben betrachtet erscheinen sie dreikantig, daher auch der Name. Die eiförmigen, deutlich hohlen und gekielten Grundblätter sind oft am Rand etwas umgeschlagen oder leicht gezähnt. Die Blattrippe tritt als eine kurze Stachelspitze aus. Die rhombisch-seschseckigen Laminazellen werden etwa 30 bis 50 µm lang und 10 bis 18 µm breit. Die Seta ist so kurz, dass die runde Kapsel direkt in die Blattrosette eingeschlossen ist. Die bräunlichen Sporen sind papillös. Eine Sporenreife erfolgt zumeist reichlich im Frühjahr.
Vorkommen
Acaulon triquetrum besiedelt sonnige, warme und trockene Standorte auf offener, basischer, oft auch kalkreicher Erde. Es bevorzugt südexponierte, sandige, jedoch nur leicht geneigte Hänge, ist aber auch auf brachen Stoppeläckern oder in Trockenrasen zu finden. Das pionierfreudige, konkurrenzschwache Moos wird oft von Barbula convoluta, Phascum cuspidatum oder Pottia lanceolata begleitet.
Aloina aloides (Echtes Aloemoos)
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Aloina aloides
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Aloina aloides ist ein recht winziges, diözisches und grünlich gefärbtes Moos, welches in meist dichten Herden oder gruppenweise wächst. Die zungenförmigen Blätter der bis 5 mm großen Pflänzchen sind rosettig angeordnet. Sie sind mehrschichtig, dick, stehen feucht aufrecht ab und sind trocken anliegend. Die Blattbasis ist mit dünnen, durchsichtigen, rechteckigen Laminazellen scheidig. Die Blattspitze ist kapuzenförmig. In ihr endet gewöhnlich die Blattrippe, die jedoch auch kurz austreten kann und verzweigte Zellfäden auf der Oberseite aufweisen kann. Der ungesäumte und glatte Blattrand ist nach oben umgeschlagen. Die quer-rechteckigen, mittleren Laminazellen sind etwa 10 bis 15 µm breit und 5 bis 8 µm lang. Die bis 2 cm lange, rötliche Seta überragt das knospenförmige Moos deutlich. Sie trägt eine schmale, länglich-zylindrische Kapsel, dessen Anulus schwer ablösende Zellen aufweist. Die fadenförmigen, stark papillösen Peristomzähne stehen jeweils in Paaren zu weit, da sie am Grunde miteinander verwachsen sind. Der Kapseldeckel ist lang geschnäbelt. Die Sporen sind etwa 15 bis 25 µm im Durchmesser. Die Sporenreife findet zahlreich und häufig im Herbst und im Frühjahr statt.
Vorkommen
Aloina aloides besiedelt offene, lichtreiche, trockene und warme (oft süd-exponierte) Standorte und kommt auf kalkhaltiger, basischer, lehmig-toniger oder mergeliger Erde vor. Es ist dabei bevorzugt in Trockenrasen, an süd-exponierten Hängen, in Fugen, an Mauergründen, an Böschungen oder seltener auf Felsen zu finden. Typische Begleitmoose sind Pottia lanceolata oder Pterygoneurum ovatum. Das Wärme-liebende Moos ist vor allem in den wärmeren Teilen Europas und Nord-Afrikas verbreitet. In Deutschland ist es relativ selten (gefährdet) und wird vor allem wegen seiner Größe oft übersehen.
Barbula convoluta (Rollblättriges Bärtchenmoos)
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Barbula convoluta
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Barbula convoluta
Papillen am Blattrand (400x) |
Barbula convoluta unterscheidet sich von den anderen Barbula-Arten durch die flachen oder welligen, ganzrandigen, jedoch fein papillösen Blattränder. Die einzelnen, unverzweigten Pflanzen werden meist nicht größer als 1 cm. Die Endzelle der Blattspitze ist häufig hyalin. Die Blattrippe erreicht die Blattspitze oder etwa 3/4 des Blattes. Öfters sind kugelige, braune Rhizoidgemmen zu beobachten. Die röhrigen Perichaetialblätter sind deutlich größer als die normalen Blätter und umhüllen die Seta an ihrer Basis.
Vorkommen
Barbula convoluta besiedelt offene, lichtreiche, warme, oft süd-exponierte, trockene bis frische, kalkreiche Standorte auf sandiger, lehmiger, toniger oder kiesiger Erde. Es kommt an Ruderalstandorten, auf Erdaufschüttungen, an Wegböschungen, in Lehm- und Kiesgruben, auf Trockenrasen, in trockenen Wiesen, aber auch auf Stoppeläckern vor. Typische Begleitmoose sind Barbula unguiculata, Phascum cuspidatum, Pottia lanceolata und Arten aus dem Bryum bicolor agg.-Umfeld.
Barbula fallax (Falsches Bärtchenmoos)
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Barbula fallax
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Barbula fallax
Laminazellen (400x) |
Vorkommen
Es kommt zumeist auf feuchten, tonigen Böden vor, ist jedoch auch an Mauern und Felsen verbeitet. Oft besiedelt es kalkhaltige Standorte und bevorzugt Halbschatten. Daher ist es häufig an Nord- und Osthängen zu finden. Es handelt sich um ein holarktisch verbreitetes Laubmoos, welches vom Tiefland bis über 2000 m vorkommt.
Merkmale
Das Falsche Bärtchenmoos bildet bis 2 cm hohe Stämmchen aus und wächst in schmutzig grünen bis bräunlichen, lockeren, oft ausgedehnten Rasen und bildet keinen Rhizomfilz aus. Seine ganzrandigen, etwa 1 bis 2 mm langen Blätter sind feucht sparrig abstehend und erscheinen trocken schwach gedreht. Sie sind aus einem breit eiförmigen Grund allmählich zugespitzt und gekielt. Die Blattränder sind auf der ganzen Länge bis kurz vor der Blattspitze umgerollt. Die Laminazellen des Blattgrundes sind subquadratisch geformt und mehr oder minder durchsichtig. Die oberen Zellen sind dagegen undurchsichtig, rundlich und erscheinen leicht papillös (warzig). Die Mittelrippe ist kräftig ausgebildet und endet in der Blattspitze. Die rote Seta trägt aufrechte, eilänglich bis zylindrisch geformte Kapseln, die am Vorderende 32 Peristomzähne aufweisen, die 3 bis 4 mal links gewunden sind.
Barbula unguiculata (Gespitztblättriges Bärtchenmoos)
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Barbula unguiculata
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Barbula unguiculata
Blatt (40x) |
Vorkommen
Das Moos besiedelt feuchte, stark kalkhaltige Böden und ist daher in Deutschland häufig bis zerstreut verbreitet. In Fels- und Mauerritzen kann es auch bis über 2500 m steigen. Sonst ist es an Weg- und Grabenrändern, auf Äckern und selten auch auf Kalktrockenrasen zu finden. Seine Verbreitung ist auf die Nordhemisphäre beschränkt. Es kommt in Europa, Asien, Nordafrika und Nordamerika vor.
Merkmale
Das Gespitztblättrige Bärtchenmoos wächst in grünen bis schwach gebräunten Rasen und bildet bis 3 cm hohe Stämmchen aus. Die charakteristischen zungenförmigen Blätter sind feucht aufrecht abstehend (sparrig), erscheinen trocken dagegen gedreht. Aus der Blattspitze tritt die Mittelrippe in Form einer kurz aufgesetzten Stachelspitze aus. Der Blattrand ist, entgegen anderer Vertreter der Gattung Barbula, nur im mittleren Blattabschnitt umgerollt. Die oberen Laminazellen sind rundlich bis quadratisch geformt, papillös und gehen allmählich in die am Blattgrund rechteckig verlängerten, durchsichtigen bis wasserhellen Zellen über. Die rote Seta trägt aufrechte, zylindrisch geformte Kapseln, die 3 bis 4 mal links gewundene Peristomzähne aufweisen.
Encalyptra vulgaris (Gewöhnlicher Glockenhut)
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Encalyptra vulgaris
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Encalyptra vulgaris
Blatt (40x) |
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Encalyptra vulgaris
papillöse Lamina (400x) |
Das pionierfreudige, kurzlebige, annuelle Encalyptra vulgaris wächst in kleinen, dichten, gelbgrünen bis braungrünen, bis 2 cm hohen Polstern oder kleineren Rasen. Die Blätter sind trocken eingekrümmt, feucht jedoch aufrecht abstehend und weisen öfters auch eine kleine Stachelspitze auf. Die bräunliche Blattrippe endet gewöhnlich in der Blattspitze. Die basalen Laminazellen sind wasserhell und deutlich vom oberen 2/3 abgesetzt. Sie bilden eine V-förmige Gruppe aus hyalinen, gelblichen, dicklichen, rechteckigen Zellen. Die mittleren und oberen Laminazellen sind undurchsichtig, tief-grün und zuweilen stark papillös (meist 2 oder 4 Papillen pro Zelle).
Das Wachstum der gelblich-roten Seta fängt oft erst nach der Kapsel an, so dass die Kapseln junger Pflänzchen oft scheinbar in die Blätter eingesenkt sind. Solche Pflanzen lassen sich jedoch recht gut an der langen, derben Kapselspitze erkennen. Die Kapsel ist zudem zart gestreift, im Alter oft gefurcht und hat kein Peristom. Die Kalyptra ist eingerissen oder ganzrandig. Die bräunlich-gelben, etwa 25 bis 35 µm großen Sporen weisen halbkugelige Warzen auf.
Vorkommen
Encalyptra vulgaris besiedelt sonnige, oft warme und süd-exponierte, trockene, kalk- und basenreiche Stellen auf steiniger, humoser oder lössreicher Erde. Es kommt auf übererdeten Felsen und in deren Spalten, in xerothermen Trocken- und Halbtrockenrasen, ruderal an Böschungen und Wegrändern oder in Kies- oder Schottergruben vor. Charakteristische Begleitmoose sind Acaulon muticum, Acaulon triquetrum, Barbula convoluta, Phascum curvicolle oder Weissia longifolia. Das Moos ist in Europa hauptsächlich in den warmen Regionen um das Mittelmeer verbreitet. Weitere Verbreitungsgebiete sind Nord-Afrika und Nord-Amerika. Durch seine Kurzlebigkeit (erste Pflanzen erscheinen im zeitigen Herbst und gehen im Frühjahr zugrunde) ist das Moos fragmentarisch zerstreut.
Phascum cuspidatum (Gespitztes Glanzmoos)
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Phascum cuspidatum
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Phascum cuspidatum
Blattspitze (125x) |
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Phascum cuspidatum
Laminazellen (400x) |
Verbreitung und Vorkommen
Phascum cuspidatum kommt meist an kalkreichen, feuchten Pionierstandorten vor. Es ist auch auf Grasplätzen und auf Äckern relativ verbreitet. Seine Verbeitung umfasst die gesamte temperate Nordhemisphäre und Teile Nord-Afrikas. (Es gibt Bestände in Europa, Vorderasien und Nord-Amerika.)
Merkmale
Das büschelig wachsende Gespitzte Glanzmoos wird nur 3 mm bis 10 mm groß und bildet gelb-grün gefärbte kleine Pölsterchen. Seine Blätter sitzen am oberen Ende der Pflanze relativ locker, im unteren Teil sind sie dagegen etwas abstehend. Im trockenen Zustand sind sie verbogen und neigen sich dicht zusammen. Die ganzrandigen Blätter sind länglich lanzettlich geformt und zugespitzt. Die Blattränder erscheinen oft zurückgebogen. Die Blatt-Mittelrippe ist häufig aus der Blattspitze austretend. Selten sind auch Glashaare zu finden. Das Blatt weist zudem meist papillöse Laminazellen auf.
Ab dem Spätsommer erscheinen die sitzenden, dunkelbraun bis rötlich-braun gefärbten, eikugelig geformten, mit einer stumpfen Spitze versehenen Kapseln, die bis zur Vollreife meist in die Moospflanze eingesenkt sind. Der Kapselstiel (die Seta) ist meist sehr kurz. Die Kapseln bringen papillöse Sporen hervor, die nur 0,025 bis 0,04 mm im Durchmesser sind. Im jungen Stadium weisen die Kapseln einen kappenförmige Kalyptra auf.
Pottia bryoides (Birnmoosartiges Pottmoos)
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Pottia bryoides
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Pottia bryoides bildet meist dichte, bräunlichgrüne Rasen oder Gruppen. Einzelne Pflanzen werden nicht größer als 1,3 cm und erscheinen daher knospenförmig. Die trocken verbogenen, feucht abstehenden, zungenförmig bis lanzettlichen Blätter weisen eine deutliche Rippe auf, die als ein weiß-hylaines Glashaar austritt. Die ab der Mitte des Blattes rundlich-quadratischen Laminazellen sind besonders zur Blattspitze hin mit 2 bis 4 Papillen versehen und werden im Durchmesser etwa 15 bis 21 µm groß. Zur Blattbasis sind die Laminazellen dicker, rechteckig und nicht mehr papillös. Sporogone werden im Herbst bis Frühjahr reichlich gebildet. Die länglich-ellipsoidischen Kapseln stehen an einer 2 bis 5 mm kurzen Seta, die den Blattschopf des Gametophyten nur wenig überragt. Der Kapseldeckel ist kurz schief geschnäbelt. Die papillösen Sporen werden etwa 15 bis 35 µm groß.
Vorkommen
Pottia bryoides besiedelt offene, lichtreiche, halb- bis trockene, warme, oft süd-exponierte, basen- und kalkreiche Standorte auf lehmiger, toniger, sandiger oder kiesiger, selten humoser Erde an Straßenrändern, an Gehwegen, in Trockenrasen, in Kiesgruben, seltener auf Gesteinen, Fugen oder auf Mauern. Das über ganz Mitteleuropa verbreitete Moos liebt warme, süd-exponierte Standorte. Typische Begleitmoose sind Barbula convoluta, Barbula unguiculata, Phascum cuspidatum oder Pottia lanceolata. Das Moos ist zerstreut besonders an gestörten Standorten zu finden.
Pottia davalliana (Kleines Pottmoos)
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Pottia davalliana
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Pottia davalliana
Kapsel und Deckel (40x) |
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Pottia davalliana
Sporen (400x) |
Pottia davalliana bildet zumeist kleinere Herden oder wächst einzelnd eingestreut zwischen anderen Ackermoosen. Anfangs sind die nur etwa 3 mm großen Pflänzchen bräunlichgrün gefärbt, später dann bräunlichrot. Die lang bespitzten, länglich-lanzettlichen Blätter sind feucht aufrecht abstehend und trocken eingekrümmt. Die Blattränder sind zurückgebogen und deren Zellen papillös. Die Blattrippe tritt zumeist als eine bräunliche Stachelspitze aus. Die im Druchmesser etwa 10 bis 20 µm großen, rechteckig-quadratischen Laminazellen sind nur schwach papillös. Die bis 4 mm lange, bräunlichrote Seta trägt eine rundlich-eiförmige Sporenkapsel, die kein Peristom aufweisen und deren Deckel konisch und kurz gespitzt ist. Die igelig-stacheligen Sporen sind charakteristisch geformt und etwa 20 bis 40 µm groß. Eine Sporenreife erfolgt im Herbst.
Pottia davalliana kann mit P. truncata verwechselt werden, welches jedoch nur fein-papillöse Sporen hat, einen geschnäbelten Kapseldeckel aufweist und etwas größer wird.
Vorkommen
Pottia davalliana besiedelt offene, lichtreiche bis halbschattige, frische bis feuchte, kalk- und basenreiche, lehmige, tonige, oder sandig-lehmige Erde. Es kommt in Flussauen, ruderal an Wegrändern und Böschungen, auf Stoppeläckern, in Lehmgruben, auf ausgebaggertem Schlamm und in Nischen von Mauern oder Felsen vor. Charakteristische Begleitmoose sind Barbula convoluta, Barbula unguiculata, Bryum rubens, Dicranella varia oder Phascum cuspidatum. Das wärmeliebende Moos ist in Europa eher an südlicheren Stellen anzutreffen. Als ein pionierfreudiges Moos ist es relativ unbeständig und ist daher zerstreut.
Pterygoneurum ovatum (Hohlblättriges Flügelnervmoos)
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Pterygoneurum ovatum
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Die autözischen, niederwüchsigen, etwa 7 mm kleinen Moospflänzchen von Pterygoneurum ovatum erscheinen durch das hyaline Glashaar graugrün und wachsen meist gruppenweise. Der Spross ist nur wenige Millimeter kurz, daher erscheint das Moos knospenförmig. Die hohlen, spatelförmigen Blätter sind zu den Spitzen hin verbreitert, erscheinen daher verkehrt-eiförmig. An der Spitze befindet sich zumeist ein langes, ungezähntes, hyalines Glashaar, das aber vor allem in Herbarbelegen, gerne abfällt. Die Laminazellen sind in der oberen Häfte des Blattes rundlich bis quadratisch und etwa 12 bis 22 µm im Durchmesser. Sie können jedoch manchmal papillös sein, was die Bestimmung des ähnlichen Pterygoneurum subsessile erschwert. In der unteren Hälfte des Blattes sind die Laminazellen rechteckig, dicker, verlängert und durchsichtig. Die Rippe ist im oberen Teil verbreitert und mit chlorophyllreichen Lamellen besetzt. Die bis 6 mm lange Seta überragt zumeist den Blattschopf und trägt eine eiförmig ellipsoide Kapsel, die sich durch ein fehlendes Peristom, gerade verlaufende Zellreihen, einen schief geschnäbelten Deckel und eine kapuzenförmige Kalyptra auszeichnet. Die Sporenreife erfolgt häufig im erbst im im Frühjahr.
Vorkommen
Pterygoneurum ovatum besiedelt offene, lichtreiche, trockene, warme, oft süd-exponierte, mäßig nährstoffarme, kalk- und basenreiche Standorte auf sandiger, toniger, lehmiger oder kiesiger Erde. Es kommt in Trockenrasen, an Böschungen, ruderal an Wegrändern, übererdeten Gesteinen, in Fugen, in Kiesgruben und auf alten Mauern vor. Das wärmeliebende Moos ist in Deutschland ziemlich selten. In Mecklenburg ist es gefährdet. Es ist vor allem im Mittelmeergebiet, Nord-Afrika und Mittel-Amerika verbreitet. Typische Begleitmoose sind Barbula convoluta, Encalyptra vulgaris, Phascum cuspidatum, Pottia lanceolata oder Weissia longifolia.
Pterygoneurum subsessile (Kurzstieliges Flügelnervmoos)
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Pterygoneurum subsessile
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Die knospenförmigen, etwa 5 mm kleinen Moospflänzchen von Pterygoneurum subsessile erscheinen durch das hyaline Glashaar graugrün und wachsen meist gruppenweise. Im Gegensatz zu Pterygoneurum ovatum hat Pt. subsessile eine (oft schwach) gezähntes Glashaar, eine gesägte Blattspitze und etwas kleinere (7 bis 12 µm im Durchschnitt große), papillöse Laminazellen. Die Seta ist nichtmal 2 mm lang. Daher erscheint ist die Kapsel in den Blattschopf eingesenkt.
Vorkommen
Pterygoneurum subsessile besiedelt offene, lichtreiche, trockene, warme, oft süd-exponierte, kalk- und basenreiche Standorte auf sandiger, toniger oder kiesiger Erde. Es kommt in besonders an süd-exponierten Böschungen, in warmen Trockenrasen, an Feldrändern und brachen Äckern, auf übererdeten Felsen oder in Fugen auf alten Mauern vor. Das wärmeliebende Moos ist in Deutschland ziemlich selten. In Mecklenburg ist es stark gefährdet. Es ist vor allem im Mittelmeergebiet, Nord-Afrika bis Ost-Asien und Mittel-Amerika verbreitet. Typische Begleitmoose sind Acaulon triquetrum, Barbula convoluta, Encalyptra vulgaris, Phascum cuspidatum, Phascum curvicolle, Pottia lanceolata oder Pterygoneurum ovatum.
Tortula muralis (Mauer-Drehzahnmoos)
Tortula ruralis (Dach-Drehzahnmoos)
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Tortula ruralis
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Verbreitung
Das in allen Klimazonen außerhalb der Tropen recht häufige Moos wächst zumeist in ausgeprägter Polster- oder Kissenform, bildet aber auch Rasen. Es wächst sowohl im Flachland und dringt bis in die subalpine Stufe der Gebirge vor. Natürlich kommt es in erster Linie auf Felsen und Erde vor, besiedelt aber auch Mauern, Beton und Dächer. Selten ist es sogar auf totem Holz oder auf Borke zu finden.
Merkmale
Das Dach-Drehzahnmoos bildet Stämmchen aus, die bis zu 8 cm hoch werden können. Normalerweise erreichen diese jedoch nur eine Höhe von etwa 2 bis 4 cm. Sie formen einen lockeren Rasen. Die Blätter sind am Stämmchen oben schopfig gehäuft. Im feuchten Zustand sind diese sparrig zurückgekrümmt, im trockenen zustand erscheinen sie dagegen verbogen oder gedreht. Die länglichen Blätter sind oberseits relativ breit abgerundet und weisen an der Spitze ein dornig gezähntes, durchscheinendes (hyalines) Glashaar auf, welches spitz aus dem Blatt austritt. Die Blätter sind am Rand fast bis zur Spitze etwas zurückgerollt. Die Laminazellen erscheinen am Blattgrund hell und sind rechteckig geformt. In der oberen Hälfte des Blattes sind sie dagegen rundlich sechsseitig geformt und sind deutlich papillös. Die eilängliche Kapsel ist etwas gekrümmt und weist zweimal nach links gewundene Peristomzähne auf. Der Kapselstiel (die Seta) ist rot gefärbt.
Tortula subulata (Pfriemen-Drehzahnmoos)
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Tortula subulata
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Weissia longifolia (Langblättriges Perlmoos)
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Weissia longifolia
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Weissia longifolia ist im trockenen Zustand besonders leicht an den stark gekräuselten Blätter zu erkennen, die eine rosettige Perle bilden. Das Moos bildet bis 1 cm hohe, lockere, frischgrüne bis gelblichgrün gefärbte Räschen. Die feucht aufrecht abstehenden, linealisch-lanzettlichen Blätter sind trocken besonders charakteristisch gekräuselt. Sie verlaufen nur allmählich in die lange Spitze und die Blattränder sind an der etwas scheidigen Basis am Rand oft etwas eingerollt. Die im oberen Teil des Blattes befindlichen Laminazellen sind rundlich-quadratisch, leicht papillös, stark undurchsichtig und im Durchmesser etwa 6 bis 8 µm groß. Am Blattgrund sind diese rechteckig verlängert, dicker und durchscheinend grün und bis 10 µm breit. Die Blattrippe tritt als eine kurze Stachelspitze aus.
Vorkommen
Weissia longifolia wächst an lichtreichen bis halbschattigen, trockenen, warmen, frischen, basenreichen, mäßig kalkreichen Standorten auf lehmiger, sandiger, toniger, humoser oder kiesiger Erde. Es ist besonders in Trockenrasen, in lückigen Wiesen, in übererdeten Felsspalten, an Böschungen, Wegrändern, an steilen, süd-exponierten Hängen von Gewässerufern oder auch Äckern zu finden. Charakteristische Begleitmoose sind Acaulon muticum, Acaulon triquetrum, Barbula convoluta, Phascum cuspidatum oder Pottia lanceolata. Es handelt sich um ein unbeständiges, recht pionierfreudiges, wärmeliebendes Moos, das vor allem in Süd-Europa häufig anzutreffen ist. In Deutschland ist es zerstreut.




































































