Korseby Online - Dicranaceae

Dicranaceae

Manchmal wird diese Moosfamilie auch als Gabelzahnmoose bezeichnet weil die 16 Zähne des Peristoms oft tief gespalten sind.

Index

Leucobryum (Weißmoose)

Leucobryum ist eine vorwiegend tropische Moosgattung aus der Familie der Dicranaceae. In Deutschland kommen nur 2 Arten vor, die häufig auf sauren Böden und schattig bis halbschattigen Plätzen zu finden sind.

Merkmale
Leucobryum-Arten bilden meist weißlich grüne polsterförmige Rasen. Die Blätter stehen dicht an dem Stämmchen, welcher keinen Zentralstrang aufweist, und besitzen eine sehr breite Blattrippe, die fast das gesamte Blatt ausfüllt, welche aus 2- bis 10-schichten toten Zellen (den Hyalocyten) und ein- bis drei-schichtigen grünlichen Chlorocyten besteht. Die einzelne und aufrechte Seta besitzt an der Spitze aufrechte Kaseln, die meist 16 Peristomzähne aufweisen, lanzettlich geformt sind und bis zur Mitte zweischenklig sein können. Die Kalyptra ist mützenartig geformt.

Leucobryum glaucum (Gewöhnliches Weißmoos)

leucobryum glaucum
Leucobryum glaucum
leucobryum glaucum detail
L. glaucum Detail
Leucobryum glaucum ist eine Moosart aus der Familie der Dicranaceae, welche weißliche grüne, oft etwas aufgewölbte Rasen bildet. Es kommt auf sauren Böden meist in Wäldern vor. Dort bevorzugt es feuchte, kalkfreie und humose Böden. Es wächst jedoch auf auf totem Holz und auf Torf zu finden. Es ist nicht nur in Deutschland und Europa zu finden, sondern auch in Asien, Nord- und Mittelamerika.

Merkmale
Die Stämmchen von Leucobryum glaucum können bis 20 cm hoch werden, sind meist jedoch um die 10 cm hoch. Sie bilden große weißlich grüne Rasen aus, die oft schwammig und aufgewölbt sind. Die am Stämmchen dicht gestellten Blätter stehen aufrecht ab oder sind schwach einseitswendig. Sie sind 5 bis 12 mm lang, ganzrandig, lanzettlich geformt und an der Blattspitze fast röhrenförmig eingerollt. Am Grund sind sie zudem eiförmig. Die Blattbasis ist hell gesäumt und weist gestreckte Zellen auf, wogegen der Rest des Blattes fast rechteckige Zellen aufweist. Die Blattrippe ist sehr breit und besteht aus drei bis 8 Schichten aus Chlorocyten und Hyalocyten. Die purpurne Sete trägt geneigte, gekrümmte Kapseln, die 16 Peristomzähne aufweisen und bis zur Mitte zweischenklig sind.

Leucobryum juniperoideum (Wacholder-Weißmoos)

leucobryum juniperoideum
Leucobryum juniperoideum
Leucobryum juniperoideum ähnelt L. glaucum, ist aber insgesamt kleiner und besiedelt trockenere Standorte. Das oft etwas einseitswendige Blatt verschmälert sich jedoch allmählich in die lange, schmale Blattspitze. Die hyalinen Laminazellen in der Blattmitte sind schmaler und nicht breiter als 30 µm. Hyaline Blattrandzellen sind in 9 bis 14 Reihen vorhanden. Das Moos ist kalkmeidend und besiedelt Silikatgestein und morsches Holz. Seltener ist es auch an Baumbasen oder auf humoser Erde zu finden. Es hat einen Verbreitungsschwerpunkt in luftfeuchten, subozeanischen Gebieten. Typische Begleitmoose sind Bazzania trilobata, Diplophyllum albicans, Leucobryum glaucum oder Scapania nemora.

Paraleucobryum longifolium (Langblättriges Weißgabelzahnmoos)

paraleucobryum longifolium
Paraleucobryum longifolium
paraleucobryum longifolium blatt
Paraleucobryum longifolium
Blatt
paraleucobryum longifolium blatt querschnitt
Paraleucobryum longifolium
Blatt-Querschnitt
Erkennungsmerkmale
Paraleucobryum longifolium bildet lockere, etwas glänzende, weißlich grüne bis dunkelgrüne, kräftige Rasen. Die sichelförmig einseitswendigen Blätter sind an der Stängelspitze schopfig gehäuft und sind oft brüchig. Die kräftige Blattrippe ist auf der Unterseite charakteristisch gefurcht - was auch bereits mit der Lupe erkennbar ist. Im Querschnitt sind große hyaline Zellen ventral und dorsal zu erkennen. Die Laminazellen erlöschen in der Blattmitte und die Blattspitze geht in eine Pfrieme über.
Das Moos kann mit Dicranum viride verwechselt werden. Dieses hat jedoch eine schwächere Blattrippe, die keine Fruchen aufweist. Eine weitere Verwechslungsgefahr ist Dicranodontium denudatum, das gelblichgrüne Rasen bildet und stärker röhrige Blätter hat. Im Zweifelsfalle lassen sich die Arten immer am Rippenquerschnitt mikroskopisch unterscheiden.

Vorkommen
P. longifolium wächst an schattigen, mäßig trockene, kalkfreien Silikatgestein oder an (meist sauren) Stammgrund von Laub- und Nadelbäumen. Es ist circumboreal verbreitet mit Schwerpunkt in den montanen Bergregionen. Im Flachland ist es seltener. Es reagiert empfindlich auf Luftschadstoffe. Typische Begleitmoose sind Grimmia hartmanii, Dicranum viride, Dicranum scoparium oder Hypnum cupressiforme.

Campylopus introflexus (Kaktusmoos)

campylopus introflexus
Campylopus introflexus
Hinweis: Neophyt aus Amerika.

campylopus introflexus detail
C. introflexus etwa 20x vergr.
campylopus introflexus glashaar
C. introflexus Glashaare
campylopus introflexus sporogonen
C. introflexus Sporogonen

Campylopus pyriformis (Torf-Krummstielmoos)

campylopus pyriformis
Campylopus pyriformis
Das Torf-Krummstielmoos Campylopus pyriformis ist ein kleines, recht vielgestaltiges Moos, welches in Mitteleuropa häufig anzutreffen ist.

Merkmale
Die zarten, 0,5 bis 3 cm hohen Pflanzen bilden dichte, gelb-grün gefärbte Rasen. Sie ähneln der Art Dicranodontium denudatum. Die Blätter sind lanzettlich. Insbesondere die oberen sind sehr schmal-länglich, leicht verbogen, und in eine lange Spitze ausgezogen. Die Laminazellen sind unregelmäßig rechteckig. Dabei sind sie im unteren Teil des Blattes hyalin durchscheinend mit dünnen Zellwänden, und länglich rechteckig, im oberen Teil kürzer und dicker. Die Blattflügelzellen sind nur undeutlich differenziert. Die Art vermehrt sich vegetativ durch eilanzettlich geformte Brutblätter oder Rhizoidgemmen, Sporogone sind eher selten. Die Kapsel ist gelblich gefärbt und hat rötliche Peristomzähne, die bis zur Hälfte gespalten sind. Die Seta ist gelb.

Vorkommen
Das Moos wächst an nährstoffarmen, lichtreichen, stets kalkfreien Standorten, beispielsweise auf Torf, morschem Holz, oder Sandböden. Häufig ist es in Hochmooren an trittgestörten Stellen zusammen mit Cephalozia connivens anzutreffen. Das Moos kommt in sehr verschiedenen Teilen der Welt vor. Südöstliches Südamerika, westliches Europa einschließlich der atlantischen Inseln, Zentral- und Südafrika, auf Australien, Neuseeland und den Pazifischen Inseln, in Zentralasien sowie an einzelnen Stellen in Nordamerika. Man vermutet, daß sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet in Südamerika lag und von dort durch den Menschen und Vögel verschleppt wurde. Nach Europa wurde es vermutlich im 17. oder 18. Jahrhundert eingeschleppt.

campylopus pyriformis kapsel
Campylopus pyriformis
Kapsel
campylopus pyriformis lamina blattgrund
Campylopus pyriformis
Laminazellen am Blattgrund
campylopus pyriformis lamina blattspitze
Campylopus pyriformis
Laminazellen in der Spitze

Campylopus flexuosus (Bogiges Krummstielmoos)

campylopus flexuosus
Campylopus flexuosus

Dicranum polysetum (Gewelltblättriges Gabelzahnmoos)

dicranum polysetum
Dicranum polysetum
dicranum polysetum rhizoidfilz
Dicranum polysetum
Rhizoidenfilz (30x)
Das Gewelltblättrige Gabelzahnmoos Dicranum polysetum ist momentan in Europa durch die Zerstörung von lichtreichen, mageren Gehölzformationen und durch erhöhte Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft und der Luft im Rückgang begriffen. In neuerer Zeit wurden nur noch selten fruchtende Pflanzen beobachtet.

Vorkommen
Das Laubmoos besiedelt bevorzugt nährstoffarme, neutral bis schwach saure Torf-, Humus- oder Sandböden. Es ist in Heiden, Moor- oder Kiefernwäldern, seltener auf Silikat- oder Kalkfelsen zu finden. Typische Begleitmoose sind Dicranum scoparium, Polytrichum formosum, Pleurozium schreberi, Scleropodium purum und Hypnum jutlandicum.

Erkennungsmerkmale
Dicranum polysetum wächst in gelblich-grünen Rasen. Sporogone werden pro Perichaetium meist in kleinen Gruppen bis zu fünft gebildet. Die winzigen männlichen Pflänzchen sind im Rhizoidfilz der weiblichen verborgen. Die weiblichen Pflanzen sind mit einem weit nach oben reichenden, braunen Rhizoidfilz besetzt. Die Blätter sind charakteristisch querwellig, schwach einseitswendig und unregelmäßig gesägt. Die Rippe endet vor der Spitze und hat auf der Unterseite 2 typischen hervorstehende Lamellen.

dicranum polysetum blattgrund
Dicranum polysetum
Blattgrund (40x)
dicranum polysetum blattspitze
Dicranum polysetum
Blattspitze (40x)
dicranum polysetum lamina
Dicranum polysetum
Laminazellen (400x)

Dicranum bonjeanii (Sumpf-Gabelzahnmoos)

dicranum bonjeanii alvarform
Dicranum bonjeanii
Alvarform
Dicranum bonjeanii unterscheidet sich durch die gesägte Blattspitze, den ansonsten aber glatten Blattrand, der am Rücken glatten Rippe und den bräunlich-weißem Rhizoidenfilz vom recht ähnlichen Dicranum polysetum, welches sich ebenfalls durch die in der Blattspitze langgestreckten Laminazellen und den gewellten Blättern auszeichnet. D. bonjeanii besiedelt lichte bis halbschattige, neutrale bis schwach saure, trockene oder nasse, oft kalk- oder humusreiche Stellen in Niedermooren, auf feuchten Wiesen, in Halbtrockenrasen und auf beschatteten, übererdeten Kalkfelsen. Es ist durch den Rückgang seiner Lebensräume relativ selten geworden. In Deutschland wie in Mecklenburg-Vorpommern ist es gefährdet.

dicranum bonjeanii
Dicranum bonjeanii
Habitus
dicranum bonjeanii blaetter
Dicranum bonjeanii
gewellte Blätter (30x)
dicranum bonjeanii blattgrund
Dicranum bonjeanii
Blattgrund (40x)

dicranum bonjeanii blattspitze
Dicranum bonjeanii
Blattspitze (250x)
dicranum bonjeanii blatt querschnitt
Dicranum bonjeanii
Blatt-Querschnitt (400x)
dicranum bonjeanii lamina
Dicranum bonjeanii
Laminazellen (400x)

Dicranum scoparium (Gewöhnliches Gabelzahnmoos)

dicranum scoparium
Dicranum scoparium
Habitus
dicranum scoparium lamina
Dicranum scoparium
Laminazellen (400x)
dicranum scoparium blattquerschnitt
Dicranum scoparium
Blattquerschnitt

Dicranum elongatum (Langblättriges Gabelzahnmoos)

Das Langblättrige Gabelzahnmoos Dicranum elongatum ist ein Laubmoos, welches in Europa nur in alpinen Lagen in Hochgebirgsregionen auf Erde, an Felsen und in Mooren vorkommt. Es wächst in dicht rhizoidfilzigen Polstern und zeichnet sich durch etwa 3 bis 4 mm große, aufrecht abstehende Blätter aus, die rechteckige, getüpfelte Zellen an der Blattbasis und rundlich bis subquadratische, dickwandige Zellen in der Blattspitze aufweisen.

dicranum elongatum
Dicranum elongatum
Habitus
dicranum elongatum blatt
Dicranum elongatum
Blatt (40x)
dicranum elongatum blattfluegel
Dicranum elongatum
Blattflügelzellen (200x)

dicranum elongatum blattquerschnitt
Dicranum elongatum
Blattquerschnitt (200x)
dicranum elongatum blattspitze
Dicranum elongatum
Zellen der Blattspitze (400x)
dicranum elongatum lamina
Dicranum elongatum
Laminazellen (400x)

Dicranum tauricum (Steifblättriges Gabelzahnmoos)

dicranum tauricum
Dicranum tauricum
Dicranum tauricum ähnelt Dicranum viride und ist mit diesem zu verwechseln. Es unterscheidet sich jedoch durch die steifen Blätter, die höchstens wenig verbogen sind, den fehlenden Stereiden auf der Blattrippe und den relativ langen Laminazellen, die länger als 35 µm werden. Dicranum tauricum besiedelt auch etwas andere Standorte. Es ist an luftfeuchter, lichtreicher bis halbschattiger, meist saurer Borke von Buche, Eiche, Birke oder Fichte, auf deren morschen Holz oder seltener auf Silikatfels oder saurer Erde zu finden. Typische Begleitmoose sind Dicranum montanum oder Lophocolea bidentata. D. tauricum ist ein Neophyt in Deutschland und stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Es ist über die gesamte kühl-gemäßigte nördliche Hemisphäre verbreitet mit Schwerpunkt in den montanen Stufen der Gebirge. Das Moos ist derzeit in Ausbreitung.

Dicranum acutifolium (Spitzblättriges Gabelzahnmoos)

dicranum acutifolium
Dicranum acutifolium
dicranum acutifolium blatt
Dicranum acutifolium Blatt
dicranum acutifolium blattgrund
Dicranum acutifolium
Blattgrund
Erkennungsmerkmale
Dicranum acutifolium bildet 5-8 cm hohe, grüne bis bräunliche Polster. Die Blätter sind feucht aufrecht und gerade abstehend und trocken verbogen und etwas gekräuselt. Im Querschnitt erscheinen die Blätter zangenförmig und an der Blattspreite erkannt man die gleichmäßig in Reihen angeordneten Zellen, die der Blattspreite ein etwas gestreiftes Aussehen verleihen. Die Laminazellen im oberen Blattteil sind unregelmäßig dreieckig, quadratisch oder rechteckig geformt. Die übrigens Laminazellen haben oft Poren und die Zellen zur Basis hin sind oft porös.
Verwechslungsgefahr besteht mit Dicranum brevifolium, dessen Blätter im trockenen Zustand jedoch stärker gebogen und daher mehr gekräuselt sind, sowie dessen obere Laminazellen jedoch gleichförmig subquadratisch bis rechteckig sind. Dicranum muehlenbeckii hat einen kreisförmigen Blattquerschnitt.

Vorkommen
Dicranum acutifolium wächst auf mehr oder wenig kalkreicher Erde und an Felsen an halbschattigen und trockenen, aber luftfeuchten Stellen. Es ist über die gesamte Nordhemisphäre in arktisch-borealen Zonen verbreitet, aber nicht häufig. Es ist typisch für nordisch-alpine, artenreiche Bergheiden. Typische Begleitarten sind Dryas octopetala, Aulacomnium turgidum, Hypnum bambergeri, Rhytidium rugosum oder Tomenthypnum nitens.

dicranum acutifolium blattquerschnitt
Dicranum acutifolium
Blattquerschnitt
dicranum acutifolium laminazellen basis
Dicranum acutifolium
Laminazellen in der Blattbasis
dicranum acutifolium laminazellen spitze
Dicranum acutifolium
Laminazellen in der Blattspitze

Dicranum fulvum (Braungelbes Gabelzahnmoos)

dicranum fulvum
Dicranum fulvum
Dicranum fulvum ist verstreut über die Nordhemisphöre verbreitet.

Erkennungsmerkmale
Die Blätter sind im trockenen charakteristisch gebogen eind halb-eingerollt. Die Zellen im oeren Blattdrittel sind subquadratisch und nicht länglich-prosenchymatisch. Die Blattrippe ist etwa ein Drittel der Blattbreite breit. Verwechslungsgefahr besteht mit Dicranum viride, welches zahlreiche, leicht abbrechende Blattspitzen ausbildet und eine weniger breite Blattrippe ausbildet, sowie mit Paraleucobryum longifolium, welches insgesamt etwas größer ist und Lamellen auf der Oberseite der etwa die Hälfte von der Blattreite einnehmenden Blattrippe ausbildet.

Vorkommen
Dicranum fulvum besiedelt halbschattige bis schattige, trockene bis feuchte, mäßig saure, kalkfreie Stellen auf Granit-, Basalt-, Sandstein, oder Silikatgestein, seltener auch auf Borke in Laub- und Mischwäldern. Typische Begleitmoose sind Dicranum scoparium, Dicranum viride, Grimmia hartmanii, Hypnum cupressiforme oder Paraleucobryum longifolium.

dicranum fulvum blatt
Dicranum fulvum Blatt
dicranum fulvum blattspitze
D. fulvum Blattspitze
dicranum fulvum blatt querschnitt
D. fulvum Blattquerschnitt

Dicranum viride (Grünes Gabelzahnmoos)

dicranum viride
Dicranum viride
dicranum viride blatt
Dicranum viride Blätter
Dicranum viride ist ein epiphytischen Moos charakteristisch für große, ungestörte, ausgedehnte, vom Menschen wenig beeinflusste Laubwälder. Die Bestände sind stark zurückgehend auf Grund von Luftschadstoffen, Nährstoffeinträgen und Nachlassen von Luftfeuchte durch z.B. Wasserstandsschwankungen im umliegenden Gebiet. Es ist durch die Berner Konvention geschützt und im Anhang der Natura 2000-Richtlinie gelistet.

Erkennungsmerkmale
Dicranum viride bildet dunkelgrüne bis olivgrüne kleinere Polster und Rasen. Die Blätter sind auch im trockenen Zustand relativ steif abstehend bis schwach seitwärts gekräuselt. Die Blätter sind stark brüchig, so dass immer abgebrochene Blattspitzen zwischen den Pflanzen zu finden sind. Die Zellen sind im oberen Blattdrittel subquadratisch und nicht länglich-prosenchymatisch. Die Blattrippe nimmt nur etwa ein Viertel der Blattbreite ein. Verwechslungsgefahr besteht mit Dicranum fulvum, welches stärker gekräuselt ist und keine abbrechenden Blattspitzen ausbildet und eine breitere Blattrippe ausbildet, sowie mit Paraleucobryum longifolium, welches insgesamt etwas größer ist und Lamellen auf der Oberseite der etwa die Hälfte von der Blattreite einnehmenden Blattrippe ausbildet.

Vorkommen
Dicranum fulvum besiedelt ungestörte, halbschattige bis schattige, trockene bis feuchte, oft kalkhaltige, mäßig basische Stellen. Es ist typischerweise im Bereich bis 2m an Laubbaumborke zu finden. Es ist zuweilen auch auf basischen Silikatgestein zu finden. Typische Begleitmoose sind Dicranum fulvum, Dicranum scoparium, Grimmia hartmanii, Hypnum cupressiforme, Isothecium alopecuroides, Isothecium myosuroides, Metzgeria furcata oder Paraleucobryum longifolium.

dicranum viride blatt querschnitt
Dicranum viride
Blatt Querschnitt
dicranum viride zellen oberes blattdrittel
D. viride Zellen im
oberen Blattdrittel
dicranum viride zellen unteres blattdrittel
D. viride Zellen im
unteren Blattdrittel

Dicranum fuscescens (Berg-Gabelzahnmoos)

dicranum fuscescens
Dicranum fuscescens
dicranum fuscescens blatt
Dicranum fuscescens
Blatt
Erkennungsmerkmale
Dicranum fuscescens bildet dunkelgrüne bis bräunlichgrüne, bis 7 cm hohe Polster. Im unteren Teil sind die Pflanzen mit einem meist dichten, rostbraunen Rhizoidenfilz vernetzt. Die verbogenen bis kräuselnden, aufrecht abstehenden Blätter verlaufen aus einer lanzettlichen Basis in eine lange pfriemenförmige Spitze, die oberwärts gezähnt ist. Die Blattränder sind zu der Spitze hin doppelschichtig. Die Blattrippe endet in der Blattspitze und ist auf der Unterseite charakteristisch gezähnt. Die Laminazellen sind subquadratisch und nur im unteren Teil getüpfelt. Die oberen sind zudem in Reihen angeordnet.
Verwechslungsgefahr besteht mit anderen Dicranum-Arten. Eindeutig eigentlich nur anhand der gezähnten Rippe und im Blattquerschnitt zu bestimmen.

Vorkommen
Dicranum fuscescens wächst an feuchten, schattigen, nicht kalkreichen, oft mäßig sauren Standorten in Wäldern auf morschem Holz, Humus oder übererdeten Silikatgestein. Das Moos hat ein boreal-montanes, circumpolares Verbreitungsareal. Typische Begleitmoose sind Cephalozia bicuspidata, Dicranum majus, Dicranum scoparium, Nowellia curvifolia, Lophozia ventricosa oder Pleurozium schreberi.

dicranum fuscescens blatt querschnitt
Dicranum fuscescens
Blatt Querschnitt
dicranum fuscescens blattrippe rueckseite
Dicranum fuscescens
Blattrippe Rückseite
dicranum fuscescens obere laminazellen
Dicranum fuscescens
obere Laminazellen

Dicranum majus (Großes Gabelzahnmoos)

dicranum majus
Dicranum majus
Dicranum majus wächst in lockeren, grünen bis gelblich grünen, bis 10 cm hohen, glänzenden Rasen. Charakteristisch sind die sichelförmig einseitswendigen Blätter, die meist zu einer Seite hin gebeugt sind und dem Moos so sein typisches Aussehen verleihen. Mikroskopisch sind die Laminazellen im gesamten Blatt verlängert rechteckig bis prosenchymatisch (auch in der Blattspitze). Die Blattrippe hat auf der Unterseite keine Längslamellen.
Dicranum majus besiedelt mäßig sauren Humus in feuchten, schattigen Wäldern. Sekundär besiedelt es nordexponierte montane bis alpine Blockhänge. Das circumboreal verbreitete Moos ist in den Flachlagen selten. Typische Begleitmoose sind Hylocomium splendens, Plagiochila asplenioides, Polytrichum alpinum, Ptilium crista-castrensis oder Rhytidiadelphus loreus.

Orthodicranum montanum (Berg-Gabelzahnmoos)

orthodicranum montanum
Orthodicranum montanum
Orthodicranum montanum (oder Dicranum montanum), das Berg-Gabelzahnmoos, ist ein häufiges, epiphytisches Laubmoos.

Erkennungsmerkmale
Orthodicranum montanum bildet dichte, frisch- bis geblich grüne Polster. Die einzelnen, bis 5 cm hohen Pflanzen haben einen dichten, braunen Rhizoidenfilz. Die trocken geschlängelt bis gedrehten Blätter sind im feuchten Zustand eher einseitswendig gekräuselt. Sie verlaufen in eine lange, weit herab gezähnte Pfriemenspitze und können bis 4 mm lang und 0,4 mm breit werden. Die Blattrippe endet in der Blattspitze und nimmt etwa 1/5 des Blattes ein. Die dickwandigen, ungetüpfelten Laminazellen sind in der Blattmitte länglich rechteckig und etwa 25 bis 50 µm lang und 7 bis 11 µm breit. In der Blattspitze sind die Zellen deutlich kürzer bis subquadratisch. Die unauffälligen Blattflügelzellen sind etwas aufgedunsen.

Vorkommen
Orthodicranum montanum ist ein häufiges, epiphytisches Moos, welches zumeist die Rinde von Buchen, Kiefern und Birken besiedelt. Es bevorzugt saures, nährstoff- und kalkarmes Substrat. Es ist besonders in Wäldern verbreitet, kommt jedoch auch auf Felsen vor. Häufige Begleitmoose sind Dicranum scoparium, Hypnum cupressiforme oder Tetraphis pellucida. Das Moos ist circumboreal verbreitet. In Europa und Deutschland ist es eines der häufigsten epiphytischen Moose an Bäumen, welches gegen Luftschadstoffe relativ unempfindlich ist.

orthodicranum montanum habitus
Orthodicranum montanum
Habitus
orthodicranum montanum blattbasis
Orthodicranum montanum
Blattbasis (125x)
orthodicranum montanum lamina
Orthodicranum montanum
Laminazellen (400x)

Orthodicranum flagellare (Flagellen-Gabelzahnmoos)

orthodicranum flagellare
Orthodicranum flagellare
Habitus
orthodicranum flagellare lamina
Orthodicranum flagellare
Laminazellen (400x)
Orthodicranum flagellare bildet vor allem im Spätsommer charakteristische, nadelförmige Brutsprosse aus, durch die es sich vegetativ vermehren kann. Im Unterschied zu Orthodicranum montanum sind die mehr oder minder röhrigen Blätter weniger stark gekräuselt und nur an der Blattspitze gesägt. Die Laminazellen sind zudem nicht papillös und fast glatt. Die Blattrippe nimmt fast 1/3 des Blattgrundes ein. Insgesamt wächst das Moos in dichten, lebhaft gelbgrünen Rasen und besiedelt neutrale bis saure Laub- oder Nadelbaumborke und ist besonders im Bereich der Stammbasen zu finden. Es bevorzugt auch morsches Holz oder seltener Rohhumus. Typische Begleitmoose sind Hypnum cupressiforme, Hypnum mamillatum, Lophocolea bidentata, Tetraphis pellucida oder in Mooren auch Odontoschisma denudatum. Das kalkscheue Moos ist deutlich seltener als O. montanum und ist deutschlandweit und in Mecklenburg gefährdet.

orthodicranum flagellare blatt
Orthodicranum flagellare
Blatt (40x)
orthodicranum flagellare brutspross
Orthodicranum flagellare
Brutspross (40x)
orthodicranum flagellare blattfluegel
Orthodicranum flagellare
Blattflügel (250x)

Dicranella heteromalla (Einseitswendiges Kleingabelzahnmoos)

dicranella heteromalla
Dicranella heteromalla
Das Einseitswendige Kleingabelzahnmoos Dicranella heteromalla ist ein Wegbegleiter des Menschen und gegen Luftverschmutzung relativ unempfindlich.

Erkennungsmerkmale
Dicranella heteromalla bildet meist ausgedehnte, gelbgrüne bis grüne Rasen. Manchmal wächst es auch aus seinem recht beständigen Protonema heraus. Einzelne Pflanzen werden bis 3 cm hoch. Die aufrecht abstehenden, sichelförmigen, einseitswendigen, an der Basis leicht gezähnelten Blätter verlaufen in eine lange Pfriemenspitze. Die breite, aus dem Blatt austretende Rippe nimmt etwa 1/3 des Blattgrundes ein und ist im oberen Teil des Blattes mehrschichtig. Perichaetialblätter verschmälern sich aus ihrer scheidigen Basis ziemlich plötzlich in einen Pfriemenspitze. Die gelblich-braune Seta trägt gekrümmte, geneigte, entleert gefurchte Kapseln, die ein rötliches Peristom haben und gelbgrüne Sporen ausbilden. Sporen werden ganzjährig relativ häufig gebildet.

Vorkommen
Dicranella heteromalla ist ein typisches Pioniermoos, das kalkarme, lichte bis schattige, oft saure und trockene bis feuchte Standorte besiedelt und auf sandig-lehmiger oder humusarmer Erde, auf übererdeten Felsen, auf morschem Holz oder an Baumbasen zu finden ist. Verbreitet ist es an Wegböschungen und in lichten Wäldern. Es bildet sogenannte Moosschürzen entlang von umgefallenen Baumstümpfen aus. Atrichum undulatum, Hypnum cupressiforme oder Calypogeia muelleriana sind häufige Begleitmoose. Das in Europa, Asien und Nord-Amerika verbreitete Moos ist in Deutschland ungefährdet und häufig.

dicranella heteromalla blatt
Dicranella heteromalla
Blatt (40x)
dicranella heteromalla habitus
Dicranella heteromalla
Habitus
dicranella heteromalla lamina
Dicranella heteromalla
Laminazellen (400x)

Dicranella staphylina (Acker-Kleingabelzahnmoos)

dicranella staphylina
Dicranella staphylina
Erkennungsmerkmale
Dicranella staphylina wächst in hellgrünen, begrenzt-dichten Rasen, kleinere Herden oder eingesprengt zwischen anderen Ackermoosen. Das bis 5 mm große Moos bildet trocken verbogene, feucht nur schwach einseitswendige, länglich-lanzettliche Blätter aus, deren Blattrippe in der langen Spitze endet. Die recht weiten Laminazellen werden etwa 30 bis 60 µm lang und 10 bis 15 µm breit. Bräunliche, rundlich-traubenförmige, mehrzellige, etwa 90 µm lange und 60 µm breite Rhizoidgemmen sind meist zahlreich vorhanden.

Vorkommen
Das kurzlebige, pionierfreudige Moos besiedelt offene, lichtreiche, frische, basen- und kalkarme Stellen auf sandiger, lehmiger Erde. Es ist an Wegrändern, auf Äckern und in lückigen Wiesen zu finden. Typische Begleitmoose sind Phascum cuspidatum, Pottia davalliana oder Riccia glauca. Es ist nur in Mittel-Europa verbreitet.

dicranella staphylina blatt
Dicranella staphylina
Blatt (40x)
dicranella staphylina lamina
Dicranella staphylina
Laminazellen (400x)
dicranella staphylina archegonien
Dicranella staphylina
Archegonien (125x)

Dicranella varia (Rotes Kleingabelzahnmoos)

dicranella varia
Dicranella varia
Dicranella varia wird wegen seiner Blatt- und Setenfärbung im Deutschen auch Rotes Kleingabelzahnmoos genannt. Es handelt sich um ein kalkliebendes, allgemein verbreitetes Laubmoos.

Merkmale
Das Laubmoos bildet bis 2 cm hohe, grünlich bis rot-bräunlich gefärbte Rasen, die mehr oder minder dicht sein können. Die Blätter von feuchten Pflänzchen sind feucht aufrecht abstehend. Die von trockenen Pflänzchen sind schwach verbogen. Die linealisch lanzettlich geformten, einseitswendigen Blätter weisen keinen scheidigen Blattgrund auf. Sie sind gleichmäßig verschmälert. Die Blattränder erscheinen zurückgeschlagen. Die Blattspitze ist häufig schwach gezähnelt und aus ihr tritt die Blattrippe kurz aus. Etwaige Blattflügelzellen sind undeutlich differenziert. Die diözische Art bildet eine charakteristisch rot gefärbte Seta aus, die eine geneigte bis gekrümmte Kapsel trägt. Sporogonenbildung findet im Herbst und im Frühjahr statt.

Verbreitung und Standortansprüche
Das Moos besiedelt lichte, offenerdige, mehr oder minder feuchte und kalkhaltige Standorte. Es ist an den Rändern von Wegen, Gräben und Teichsäumen, in Tongruben und Torfausstichen zu finden. Verbreitet ist es nicht nur in Europa, sondern auch in Nordafrika, in Asien und in Nord- und Zentralamerika.

dicranella varia habitus
Dicranella varia
Habitus
dicranella varia blaetter
Dicranella varia
Blätter
dicranella varia peristom
Dicranella varia
Peristom

Dicranella cerviculata (Kropfiges Kleingabelzahnmoos)

dicranella cerviculata
Dicranella cerviculata
Erkennungsmerkmale
Dicranella cerviculata wächst in dichten, z.T. ausgedehnten, gelbgrünen, bis 2 cm hohen Rasen. Die Stämmchenblätter sind aufrecht abstehend, feucht oft einseitswendig sichelförmig, trocken etwas gekräuselt und verlaufen aus einer halbscheidiger Basis in eine rinnige Pfriemenspitze. Die Blattrippe nimmt oft einen Drittel der Blattbreite an der Basis ein und füllt die gesamte Pfriemenspitze aus. Die Laminazellen sind im oberen Blattteil zweischichtig. Die gelblich braune Seta trägt eine geneigte, breit-eiförmige Kapsel mit Kropf. Das Peristomm ist gelbbraun. Sporen sind ebenfalls gelb und etwa 12 bis 20 µm im Durchmesser und fein papillös. Es fruchtet im Spätsommer bis Herbst.

Vorkommen
Dicranella cerviculata ist ein pionierfreudiges Moos und besiedelt lichtreiche, feuchte Torfböden (meist an Abbruchkanten von Hochmoortorf), oder selten Rohhumus oder sandig-lehmiger Erde. Typische Begleitmoose sind Campylopus pyriformis, Cephalozia connivens oder Ceratodon purpureus. Das Moos ist v.a. in den borealen Klimazonen der Nordhemisphäre lückenhaft verbreitet.

Dicranella rufescens (Rötliches Kleingabelzahnmoos)

dicranella rufescens
Dicranella rufescens

Dicranella palustris (Sparriges Kleingabelzahnmoos)

dicranella palustris
Dicranella palustris

Dicranoweisia cirrata (Lockeres Gabelzahnperlmoos)

dicranoweisia cirrata
Dicranoweisia cirrata
Habitus
dicranoweisia cirrata detail
Dicranoweisia cirrata
Detail
Erkennungsmerkmale
Dicranoweisia cirrata bildet gelblich-grüne, rhizoidfilzige, bis 3 cm hohe, kleine bis große Polster und wächst epiphytisch an Baumrinde. Vegetative Vermehrung findet durch schmale keulenförmige, bis 180 µm große Brutblätter statt, die nicht selten an der Unterseite der Ansatzstelle der Blattrippe gebildet werden. Die feucht verbogenen, abstehenden Blätter sind im trockenen Zustand charakteristisch gekräuselt. Sie sind schmal lanzettlich und verschmälern sich allmählich in eine stumpfe Spitze. Der Blattrand ist umgerollt und ganzrandig. Blattflügelzellen sind nicht deutlich ausdifferentiert. Die glatten Laminazellen sind in der Blattmitte im Durchmesser etwa 8 bis 15 µm groß. An der Basis sind die sub-rechteckig und etwas breiter. Sporogone werden recht häufig während des Frühjahr gebildet. Die ungeteilten, gefurchten, leicht papillösen Peristomzähne sind an der Spitze zweiteilig. Die etwa 17 µm großen Sporen sind schwach papillös.
Verwechslungen können mit Orthodicranum montanum auftreten, welches jedoch papillöse Laminazellen, einen gezähnten Blattrand und deutliche Blattflügelzellen ausbildet. Cynodontium bruntonii hat ebenfalls einen gezähnten Blattrand. Dicranella heteromalla wächst auf Erde und hat in der Blattspitze langgezogene Laminazellen.

Vorkommen
Das epiphytische Dicranoweisia cirrata besiedelt primär lichte, luftfeuchte, basenarme Laubbaum-Borke von v.a. Betula, Fagus und alten Apfelbäumen in Wäldern und deren Randbereichen. Sekundär ist es epiphytisch auf kalkfreiem Gestein, auf Reetdächern oder selten auch an Baumbasen und auf Humus anzutreffen. Die subatlantische Art ist in Nord-Deutschland häufiger als in den südlichen Teilen. In den Alpen fehlt es. Es ist in Europa, Nord-Afrika, Teilen Asiens, Nord-Amerika und Teilen Mexikos verbreitet. Auf der Südhemisphäre fehlt es. Das Moos ist gegen Luftschadstoffe relativ immun und kann in solchen Gebiten schnell konkurrenzschwache, epiphytische Moose überwachsen.

dicranoweisia cirrata blatt
Dicranoweisia cirrata
Blatt (40x)
dicranoweisia cirrata blattrand
Dicranoweisia cirrata
Blattrand (400x)
dicranoweisia cirrata lamina blattgrund
Dicranoweisia cirrata
Blattgrund (400x)

dicranoweisia cirrata lamina blattmitte
Dicranoweisia cirrata
Blattmitte (400x)
dicranoweisia cirrata peristom
Dicranoweisia cirrata
Peristom (125x)
dicranoweisia cirrata sporen
Dicranoweisia cirrata
Sporen (400x)

Dicranoweisia crispula (Kräuseliges Gabelzahnperlmoos)

dicranoweisia crispula
Dicranoweisia crispula

Dicranodontium denudatum (Bruchblattmoos)

dicranodontium denudatum
Dicranodontium denudatum
Das Bruchblattmoos Dicranodontium denudatum fruchtet sehr selten. Die Ausbildung von Kapseln hat sich in den letzten Jahren deutlich verringert. In den dichten Rasen befinden sich zahlreiche abgefallene Blättchen, darunter Brutblätter, mit denen sich das Moos auch vegetativ vermehren kann. Habituell ähnelt es Campylopus pyriformis. Es ist jedoch dadurch zu unterschieden, dass unteren Laminazellen allmählich in die oberen übergehen und die Persitomzähne bis zur Basis gespalten sind.

Vorkommen
Das kalkmeidende Moos besiedelt bevorzugt morsches Holz, Rohhumus, Torfböden, seltener Erde oder übererdetes Gestein in luftfeuchten, schattigen Moor- und Bruchwäldern. Typische Begleitmoose sind Tetraphis pellucida, Lepidozia reptans und Dicranum scoparium. Im Flachland ist es seltener als in den Gebirgsregionen.

Erkennungsmerkmale
Das Bruchblattmoos wird bis 5 cm groß und wächst in sehr dichten, grünen bis gelblich-grünen, stark glänzenden Rasen. Der rötlichbraune Stängel weist einen deutlich erkennbaren Rhizoidenfilz auf. Die abstehenden, sichelförmig einseitswendigen Blätter sind lang röhren- bis pfriemenförmig ausgezogen. In der oberen Hälfte sind sie zumeist gezähnt. Die breite Blattrippe nimmt etwa 1/3 des Blattgrundes ein. Die Blattflügelzellen sind aufgeblasen dick und weißlich hyalin.

dicranodontium denudatum blatt
Dicranodontium denudatum
Blatt (40x)
dicranodontium denudatum habitus
Dicranodontium denudatum
Habitus (20x)
dicranodontium denudatum lamina
Dicranodontium denudatum
Laminazellen (400x)

Cynodontium polycarpon (Vielfrüchtiges Hundszahnmoos)

cynodontium polycarpon
Cynodontium polycarpon

Cynodontium strumiferum (Gekrümmtfrüchtiges Hundszahnmoos)

cynodontium strumiferum
Cynodontium strumiferum

Pseudephemerum nitidum (Glänzendes Scheintagmoos)

pseudephemerum nitidum
Pseudephemerum nitidum
Erkennungsmerkmale
Die sehr kleinen, höchstens 5 mm langen Pflänzchen von Pseudephemerum nitidum wachsen in lockeren bis dichten Polstern, Herden oder eingesprengt zwischen anderen Moosen. Die aufrecht abstehenden, 1 bis 2 mm langen Blätter sind eiförmig-lanzettlich, lang zugespitzt und zur Spitze hin schwach gezähnelt. Die verlängert-rechteckigen sind dünnwandig und hyalin. Öfters werden auch kleine, bleichgelbe bis grünlich-orange Rhizoidgemmen gebildet. Diese sind oval bis kugelig und haben etwas hervortretene Zellen. Auf der etwa 0,2 mm langen grünlich-braunen Seta steht eine aufrechte, oval geformte, orange-braune Kapsel mit etwas schiefen Spitzchen. Die Kalyptra ist kappenförmig. Sporen sind orange-braun, papillös und etwa 25 bis 33 µm im Durchmesser.
Verwechslungsgefahr besteht mit Archidium alternifolium, dessen fertile Triebe jedoch schopfig beblättert sind und dessen Kapseln kein Spitzchen aufweisen. Außerdem sind dessen Pflanzen eher dunkelgrün bis braun gefärbt und haben keinen Gelbanteil. Pleuridium subulatum und andere Arten der Gattung Pleuridium haben verschieden geformte Stamm- und Perichaetialblätter, sowie eine pfriemenförmige Blattspitze und zumeist eine schopfige Beblätterung.

Vorkommen
Pseudephemerum nitidum besiedelt lichtreiche bis halbschattige, feuchte, nährsotffreiche, kalkarme Standorte auf sandiger, lehmiger, toniger Erde. Typische Lebensräume umfassen Teichschlamm, Grabenränder, Wegböschungen, Waldwegränder, Wurzelteller umgefallener Bäume, lückige Äcker und Wiesen. Typische Begleitmoose sind Ditrichum cylindricum, Physcomitrium pyriforme, Pottia truncata oder Pleuridium acuminatum. Das Moos ist in einigen Teilen der gemäßigten Klimazonen der Nordhemisphäre verbreitet. Es bildet meist sehr kleine, unbeständige Bestände, die oft übersehen werden.

Dichodontium pellucidum (Durchsichtiges Paarzahnmoos)

dichodontium pellucidum
Dichodontium pellucidum
dichodontium pellucidum lamina
Dichodontium pellucidum
Laminazellen (400x)
Dichodontium pellucidum ist ein kalkholdes Laubmoos, welches an feuchten bis nassen Standorten in den gemäßigten Breiten der Nordhemisphäre vorkommt. Es tritt in dunklen gelbgrünen Rasen auf. Die einseitswendigen Blätter sind am Blattrand gekerbt. Seine dickwandigen Laminazellen sind stark papillös.

Rhabdoweisia crenulata (Gekerbtes Streifenperlmoos)

rhabdoweisia crenulata
Rhabdoweisia crenulata

Amphidium mougeotii (Mougeots Bandmoos)

amphidium mougeotii
Amphidium mougeotii

Kiaeria blyttii (Blytts Kropfgabelzahnmoos)

kiaeria blyttii
Kiaeria blyttii
kiaeria blyttii detail
Kiaeria blyttii

Trematodon ambiguus (Gelbstieliges Lochzahnmoos)

trematodon ambiguus habitus
Trematodon ambiguus
Habitus
trematodon ambiguus
Trematodon ambiguus
trematodon ambiguus blatt
Trematodon ambiguus
Blatt

Schistostega pennata (Leuchtmoos)

schistostega pennata
Schistostega pennata