Korseby Online - Hypnaceae
Hypnaceae
Die Vertreter dieser Moosfamilie besitzen häufig stark langgestreckte Laminazellen. Eine Mittelrippe fehlt den Blättern stets. Höchstens am Blattgrund gibt es eine kurze Doppelrippe.
Ctenidium molluscum (Molluskenmoos oder Weiches Kammmoos)
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Ctenidium molluscum
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Ctenidium molluscum
Blattrand (250x) |
Das formenreiche Ctenidium molluscum ist ein regelmäßig gefiedertes, niederliegend bis aufrecht wachsendes, bis 5 cm großes, grünlich bis gelblich-braunes, oft seidig glänzendes Moos, dessen Seitenäste charakteristisch schräg nach oben gerichtet sind. Die sichelförmig einseitswendigen, abstehenden Stamm- und Astblätter sind verschiedenartig groß. Die gesägten Stammblätter werden etwa 1 mm lang, während die Astblätter nur etwa 0,7 mm lang werden. Die Blattrippe fehlt in beiden oder ist äußerst kurz und doppelt. Die Blattflügelzellen bilden eine abgegrenzte Gruppe aus rundlich bis rechteckigen Zellen. Die Laminazellen sind etwa 25 bis 70 µm lang und 3 bis 6 µm breit. Kapseln werden ziemlich selten gebildet.
Vorkommen
Ctenidium molluscum bevorzugt frische bis trockene, mäßig lichtreiche bis halbschattige, kalk- und basenreiche Standorte und besiedelt lückige Trockenrasen, lockere Gesteine oder geneigte Stellen an Kalkfelsen und seltener auch lehmig lössreiche Erde. Das auf der Nord-Hemisphäre verbreitete Moos ist in Deutschland ungefährdet, während es in Mecklenburg stark zurückgeht.
Hypnum (Schlafmoose)
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Hypnum cupressiforme
Kapsel |
Merkmale
Die Schlafmoose sind grün bis gelbbraun gefärbte, glänzende, pleurokarpe Laubmoose, die zarte bis kräftige Rasen ausbilden. Ihre Stämmchen können sowohl niederliegend als auch aufsteigend wachsen und sind meist unregelmäßig oder seltener regelmäßig fiedrig verzweigt. Die eilanzettlich geformten, kurz oder lang zugespitzten Blätter können sichelförmig einseitswendig sein. Im Außenbereich an der Blattbasis weisen sie oft ein deutlich differenziertes Blattflügelzellnetz auf. Innerhalb des Blattes sind unter dem Mikroskop prosenchymatische Laminazellen zu erkennen. Die Blattrippe ist entweder kurz und doppelt oder fehlt ganz. Die stets geneigten Kapseln der Sporogone stehen an einer langen Seta. Sie weisen zudem ein doppelt ausgebildetes Peristom auf.
Hypnum cupressiforme (Zypressen-Schlafmoos)
Im Mittelalter nahm man an, dass die niederliegenden kleinen Ästchen ein gutes Schlafmittel seien. Deshalb wurden diese getrocknet auch als Kissenfüllungen verwendet. Dieser ehemaligen Verwendung ist der deutsche Name angelehnt. Hypnum entstamm dem Griechischen hypnos, was übersetzt Schlaf bedeutet. Gemeinhin gilt es als ein gegen Luftverschmutzung und Luftstickstoff relativ unempfindliches Moos. Allerdings werden in stark luft-verschmutzten Gebieten Sporogone nur noch selten ausgebildet.
Erkennungsmerkmale
Hypnum cupressiforme var. cupressiforme formt schmächtige bis mittegroße, hell- bis dunkelgrüne, oder gelblich bis bräunlich grüne, bis 10 cm lange, unregelmäßig bis doppelt gefiederte Pflanzen, die meist in dichten Rasen stehen, die dem Substrat anliegen. Die fast geraden bis stark einseitswendigen, lanzettlich geformten Blätter verlaufen aus einer eiförmigen Basis in eine recht lange Spitze, die meist ungezähnt ist. Die wurmförmigen, prosenchymatischen Laminazellen werden in der Blattmitte etwa 55 bis 80 µm lang und 3 bis 6 µm breit. Die weniger deutlich abgesetzten hyalinen bis gelblich-braunen Blattflügelzellen sind rechteckig oder rundlich geformt. Das relativ häufig fruchtende Moos bildet leicht geneigte, schwach gekrümmte Kapsel aus, die papillöse, grünlich-braune Sporen enthält.
Vorkommen
Hypnum cupressiforme var. cupressiforme besiedelt lichtreiche bis schattige, trockene bis feuchte, mäßig nährstoffreiche bis nährstoffreiche, saure oder schwach basische Standorte auf Erde, an Felsen, an Baumbasen und auch auf morschem Holz. Es ist häufig und wohl auch durch die Ausbreitung des Menschen gefördert.
Hypnum cupressiforme var. filiforme (Zierliches Zypressen-Schlafmoos)
Hypnum cupressiforme var. filiforme bildet deutlich kleinere, fadenförmig dünne, bleichgrüne und weniger verzweigte Pflanzen als var. cupressiforme aus. Die geraden bis sichelförmigen, dem Stängel anliegenden Bätter sind verlängert lanzettlich und meist nicht länger als 1,2 mm. Es wächst oft "wasserfallartig" an Bäumen und besiedelt die meist schwach saure Borke lebender Laub- und Nadelbäume. Es ist an lichtreichen bis schattigen, trockenen bis feuchten Stellen meist epiphytisch und senkrecht wachsend zu finden. Es besiedelt jedoch auch umgefallene Bäume, Baumstümpfe und silikatreiche Felsstandorte. Ein typisches Begleitmoos ist Orthodicranum montanum.
Hypnum lacunosum (Geschwollenes Zypressen-Schlafmoos)
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Hypnum lacunosum (trocken)
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Verbreitung
Hypnum lacunosum ist besonders charakteristisch für kalk- und basenreiche, sonnig-trockener und relativ nährstoffarmer Standorte. Es wächst bevorzugt auf Kalk- und Silikatgestein, steinig-felsigen oder sandigen Böden und besiedelt sekundär Mauern, Strohdächer und Straßenränder. Es ist in ganz Europa vorwiegend in Kalkgebieten verbreitet, aber nicht häufig.
Erkennungsmerkmale
Das Geschwollene Zypressen-Schlafmoos bildet kräftige Pflanzen aus, die gelblich-grün bis goldbraun, oder rötlichbraun- bis dunkelgrün gefärbt sind. Seine Stämmchen sind niederliegend bis aufrecht und sind unregelmäßig, sporadisch verzweigt. Es unterscheidet sich von dem sehr ähnlichen Hypnum cupressiforme s. str. durch das geschwollene Aussehen, die kurzspitzigen, wenig sichelförmigen Blätter, die aus einer breit-eiförmigen ziemlich plötzlich in eine meist ganzrandige Spitzer verschmälert sind und den relativ kleinen Sporogonen. Die Laminazellen sind zudem kürzer (50 bis 70 µm lang) und breiter (4 bis 7 µm breit) als die von H. cupressiforme s. str.. Die Blätter werden 3 mm lang und bis 1 mm breit.
Hypnum mamillatum (Warziges Schlafmoos)
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Hypnum mamillatum
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Erkennungsmerkmale Hypnum mamillatum formt mittelkleine bis mittelgroße, charakteristisch gelblich- oder bräunlichgrün gefärbte, meist dem Substrat anliegende oder kriechende Decken. Die Pflanzen sind unregelmäßig, dafür aber meist rechtwinklig bastet und werden bis 8 cm lang. Das Stämmchen hat keine hyaline Außenrinde und ist charakteristisch zweireihig-dachziegelig beblättert. Die einseitswendig, eiförmig-oval lanzettlich zugespitzten Blätter sind am Ränd, der an der Basis nicht selten etwas umgerollt ist, von der Spitze bis zur Blattmitte gesägt. Die kurze doppelte Blattrippe ist äußerst schwach ausgebildet. Basale Laminazellen sind abgerundet rhombisch und habe dicke Zellwände. Die mittleren Laminazellen sind prosenchymatisch-wurmförmig und etwa etwa 35 bis 60 µm lang und 3 bis 6 µm breit. Die gelblich bis bräunlich, selten hyalinen, dickwandigen Blattflügelzellen sind rechteckig bis subquadratisch-rundlich geformt und formen eine basale Gruppe, die etwa doppelt so lang wie breit ist. Das relativ häufig fruchtende Moos bildet eine eine gelblich-braune Seta aus, die eine eilänglich-zylindrische, schwach geneigte Kapsel trägt. Die spitze Warze des halbkugeligen Kapseldeckels hat dem Moos zu seinem Namen verholfen.
Vorkommen
Hypnum mamillatum besiedelt schattige, saure, meist basenarme, luftfeuchte Standorte. Es ist epiphytisch auf auf Borke, an Baumbasen, auf morschem Holz zu finden. Dort wächst es oft waagerecht und bildet auch kräftigere Bestände. Vertikale Formen sind meist schmächtiger und können mit Hypnum cupressiforme var. filiforme verwechselt werden. Es kommt zudem auf umgefallenen Bäumen und in luftfeuchten Gebieten auch auf Gestein vor. Typische Begleitmoose sind Hypnum cupressiforme, Orthodicranum montanum. In Mooren sind auch Orthodicranum flagellare, Odontoschisma denudatum oder Ptilidium pulcherrinum begleitend.
Hypnum resupinatum (Atlantisches Schlafmoos)
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Hypnum resupinatum
an einer Kiefern-Baumbase |
Pylaisia polyantha (Vielmännliches Vielfruchtmoos)
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Pylaisia polyantha
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Pylaisia polyantha
Kapsel |
Erkennungsmerkmale
Pylaisia polyantha bildet lockere, weiche, meist gelblichgrüne, seidene Rasen oder Überzüge. Die kleinen Pflänzchn werden meist nicht größer als 3 cm. Die bis 5 mm kurzen Ästchen sind nicht selten etwas nach oben gebogen. Die leicht einseitswendigen, oval-lanzettlichen, etwa 1,5 mm langen Blätter verlaufen in eine lange, oft etwas gebogenen Spitze. Die sehr schwache Rippe ist höchstens kurz und doppelt. Blattflügelzellen sind kaum differenziert. Die schmalen, prosenchymatisch-linealischen Laminazellen sind etwa 35 bis 80 µm lang und 5 bis 7 µm breit (6 bis 12 mal so lang wie breit). Die Blattgrundzellen sind rechteckig, unverdickt und nicht getüpfelt. Die 2 cm lange Seta trägt eine gerade, länglich-zylindrische Kapsel, deren äußere Peristomzähne hyalin-papillös gesäumt und deren innere Peristomzähne länger als die äußeren sind. Die fein papillösen, gelblich-grünen Sporen sind etwa 12 bis 18 µm im Durchmesser. Das Moos fruchtet relativ häufig während der kalten Monate. Oft sind neben den aktuellen Sporogonen auch noch die des Vorjahres vorhanden.
Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Hypnum cupressiforme, das ebenfalls gerade Blätter ausbilden kann, dessen Grundzellen jedoch verdickt, getüpfelt und spitz sind. Hypnum-Arten haben außerdem relativ gut abgesetzte Blattflügelzellen.
Vorkommen
Das epiphytische Pylaisia polyantha besiedelt nährstoffreiche, mäßig bis stark basenreiche, feuchte Borke von Laubbäumen oder seltener auch kalkhaltiges Gestein. Besonders typisch ist es für Apfelbäume, Fraxinus, Betula, Salix alba oder Populus-Arten. Es ist zudem in feuchten Laubwäldern oder epiphytisch auf Bäumen in Alleen zu finden. Typische Begleitmoose sind Hypnum cupressiforme, Radula complanata oder Orthotrichum affine. Das Moos ist vor allem circumpolar in den kalt-gemäßigten Klimazonen verbreitet. In einigen Teilen Deutschlands ist es recht häufig, in Mecklenburg dagegen stark gefährdet.




























