Korseby Online - Amblystegiaceae
Amblystegiaceae
Diese Moosfamilie wächst bevorzugt an sehr feuchten Standorten, deswegen finden sich darunter auch vor allem Wasserformen.
Index
- Amblystegium serpens (Kriechendes Stumpfdeckelmoos)
- Calliergonella cuspidata (Spitzblättriges Spießmoos)
- Calliergon cordifolium (Herzblättriges Schönmoos)
- Calliergon stramineum (Strohgelbes Schönmoos)
- Calliergon giganteum (Riesen-Schönmoos)
- Campylium stellatum (Stern-Goldschlafmoos)
- Campylium chrysophyllum (Echtes Goldschlafmoos)
- Campylium polygamum (Vielblütiges Goldschlafmoos)
- Campylium calcareum (Kalk-Goldschlafmoos)
- Campylium elodes (Sumpf-Goldschlafmoos)
- Drepanocladus
- Drepanocladus aduncus
- Drepanocladus polycarpus
- Drepanocladus fluitans (Flutendes Moorsichelmoos)
- Drepanocladus exannulatus (Ringloses Moorsichelmoos)
- Drepanocladus intermedius (Mittleres Sichelmoos)
- Drepanocladus revolvens (Rollblatt-Sichelmoos)
- Drepanocladus lycopodioides (Bärlapp-Sichelmoos)
- Drepanocladus vernicosus / Hamatocaulis vernicosus (Glänzender Krückstock)
- Scorpidium scorpioides (Echted Skorpionsmoos)
- Cratoneuron filicinum (Farnartiges Starknervmoos)
- Hygroamblystegium tenax (Starrer Sumpfdeckel)
Amblystegium serpens (Kriechendes Stumpfdeckelmoos)
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Amblystegium serpens
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Amblystegium serpens bilet dichte, gelblich-grüne bis kräftig dunkelgrüne Rasen. Die zierlichen, niederliegenden und unregemäßig beasteten Pflanzen sind bei Feuchte auch etwas aufrecht stehend. Die oval-lanzettlichen Blätter verlaufen in eine relativ lange, leicht gezähnte Spitze und weisen eine zusammengezogenen, wenig herablaufenden Blattgrund auf. Die Blattrippe erreicht gewöhnlich 3/4 der Blattlänge, ist jedoch häufig undeutlich zu erkennen. Die Blätter werden nicht größer als 1 mm. Die rhmboidal bis prosenchymatischen Laminazellen sind etwa 17 bis 40 µm lang und 7 bis 9 µm breit, besonders in Nähe der Blattrippe und dem Rand verlängert. Zum Blattgrund hin sind die Zellen deutlich kürzer und mehr oder minder rechteckig. Die rötliche, bis 3 cm lange trägt eine verschmälert-zylindrische, bräunliche Kapsel, die oft eiingekrümmt ist und fein papillöse 10 bis 16 µm große Sporen hervorbringt. Eine Sporenreife erfolgt im Frühjahr ziemlich häufig.
Vorkommen
Amblystegium serpens besiedelt mäßig sonnige bis schattiger, trockene bis feuchte, meist recht nährstoffreiche, oft auch basenreiche Standorte auf Gestein, Borke, morschem Totholz und auf Erde. Es ist ein häufiger Wegbegleiter ruderaler, synanthrop beeinflusster Stellen und ist über die gesamte Nord-Hemisphäre verbreitet. Typische Begleitmoose sind Brachythecium rutabulum, Bryum flaccidum oder Hypnum cupressiforme.
Calliergonella cuspidata (Spitzblättriges Spießmoos)
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Calliergonella cuspidata
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Calliergon cordifolium (Herzblättriges Schönmoos)
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Calliergon cordifolium
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Calliergon cordifolium
Blatt (40x) |
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Calliergon cordifolium
Laminazellen (400x) |
Die mäßig kräftigen, niederliegend bis aufrecht wachsenden, unregelmäßig beasteten, bis 20 cm langen Pflanzen von Calliergon cordifolium bilden weiche, lockere bis dichte, blassgrüne, oder olivgrüne Rasen. Die Astspitzen sind stumpflich. Die abstehenden, ziemlich entfernt gestellten Blätter sind hohl und verlaufen aus einem herzförmig-lanzettlichen Grund in eine abgerundete, kapuzenförmige Spitze. Die prosenchymtischen, spitz-wurmförmigen, Laminazellen sind etwa 90 bis 140 µm lang und 9 bis 12 µm breit. Die undeutlich abgesetzten Blattflügel enthalten wenig aufgeblasene Zellen. Die Blattrippe reicht gewöhnlich bis in die Blattspitze. Die bis 8 cm lange, rötliche Seta trägt eine rückige, elliptische Kapsel, dessen kegelförmiger Deckel eine spitze, braune Warze hat. Zur Sporogonenreife kommt es nur abwechselnd.
Vorkommen
Calliergon cordifolium wächst an lichten bis schattigen, nassen bis leicht überschwemmten, basenreichen, aber kalkarmen, meso- bis eutrophen Stellen in Niedermoor-Schlenken, in Verlandungsbereichen von kleineren Seen, Tümpeln und Gräben, in Seggenrieden oder an Torfstichen. Typische Begleitmoose sind Calliergonella cuspidata, Drepanocladus aduncus oder Sphagnum squarrosum. Das europaweit verbreitete Moos wird zum Süden hin seltener. Es ist zudem in Teilen Nord-Amerikas und Asiens verbreitet. In Deutschland sind seine Bestände durch die allgemeine Zerstörung von Feuchtbiotopen und Eutrophierung leicht rückgängig.
Calliergon stramineum (Strohgelbes Schönmoos)
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Calliergon stramineum
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Calliergon stramineum Habitus
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Calliergon giganteum (Riesen-Schönmoos)
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Calliergon giganteum
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Die kräftigen, aufrecht wachsenden, ziemlich regelmäßig zweizeilig beasteten Pflanzen von Calliergon giganteum bilden lockere bis dichte, gelbgrüne, grüne, oder gelblich-braune Rasen. Die Astspitzend sind oft stechend. Die aufrecht abstehenden, entfernt gestellten Blätter sind hohl und verlaufen aus einem eiförmig-lanzettlichen Grund in eine abgerundete Spitze. Die prosenchymtisch-wurmförmigen, dünnen, dickwandigen Laminazellen sind etwa 40 bis 70 µm lang und 3 bis 4 µm breit und nur an der Basis etwas dicker. Die deutlich ausgebildeteten, charakteristischen Blattflügel enthalten augeblasene, hyaline Zellen. Die Blattrippe reicht gewöhnlich bis in die Blattspitze. Die bis 6 cm lange, purpurne Seta trägt eine schwach gekrümmte, langlich zylindrische Kapsel, dessen kegelförmiger Deckel eine kleine, braune Warze hat. Zur Sporogonenreife kommt es jedoch sehr selten. Im Gegensatz zu Calliergon cordifolium reichen die Blattflügelzellen fast bis zur Rippe. Außerdem ist C. giganteum regelmäßig fiedrig beastet und bevorzugt kalkreichere Standorte.
Vorkommen
Das in Europa, Teilen Asiens und Nord-Amerikas verbreitete Calliergon giganteum besiedelt lichte bis mäßig schattige, nasse bis leicht überschwemmte, basen- oder kalkreiche, mesotrophe Nieder- und Quellmoore, Moorgräben und Seggenriede. Charakteristische Begleitmoose sind Calliergonella cuspidata, Campylium stellatum, Drepanocladus intermedius oder Homalothecium nitens. Das Moos ist bundesweit gefährdet. In Mecklenburg ist es sogar stark gefährdet.
Campylium stellatum (Stern-Goldschlafmoos)
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Campylium stellatum
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Campylium stellatum
Blatt (40x) |
Erkennungsmerkmale
Ihre meist aufsteigenden Stängel sind unregelmäßig beastet. Die Blätter sind sparrig abstehend und zurückgebogen und verlaufen relativ plötzlich in eine feine Spitze. Die Blattflügelzellen bilden eine erweitere Gruppe aus überwiegend rechteckigen, aufgeblasenen, im Alter gelblich-braun gefärbten Zellen. Eine Blattrippe ist höchstens als angedeutete, kurze Doppelrippe erkennbar. Die geschlängelte, gelbrote Seta wird bis 3,5 cm lang und trägt gekrümmte, länglich-zylindrische Kapseln, die im entleerten Zustand gefurcht erscheinen. Sporogone werden seit neuerer Zeit nur noch selten ausgebildet.
Vorkommen
Campylium stellatum ist an kalk- oder basenreichen, frischen bis nassen, lichten oder halbschattigen, mesotrophen Standorten in Flach- und Quellmooren, auf feuchter Erde, seltener an Flüssen und auf feuchten Felsen (hier vor allem var. protensum) zu finden. var. stellatum ist schwerpunktmäßig in Kleinseggenrieden verbreitet (Caricetum davallianae). Typische Begleitmoose sind Bryum pseudotriquetrum, Cratoneuron commutatum, Drepanocladus intermedius oder Plagiomnium elatum. Das Moos ist in ganz Europa, in weiten Teilen Asiens und in Nord- und Mittelamerika verbreitet.
Campylium chrysophyllum (Echtes Goldschlafmoos)
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Campylium chrysophyllum
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Campylium chrysophyllum unterscheidet sich von den anderen Arten der Gattung Campylium durch die sparrig abstehenden Blätter, die ziemlich plötzlich in eine Spitze ausgezogen sind. Auch die charakteristische goldgelbe Färbung der Pflanzen ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal. Die Blattflügelzellen bildet eine leicht gebräunte, kleine Gruppe. Die gelbliche Rippe erreicht meist 1/2 bid 3/4 des Blattes.
Vorkommen
Campylium chrysophyllum besiedelt meist lichtreiche, trockene, offenerdige, kalkreiche und nährstoffarme Standorte. Es besonders typisch für nährstoffarme (Halb-)Trockenrasen und kiesigen, lössreichen freierdigen Stellen und ist auch als Indikator solcher Standorte geeignet. In Mecklenburg ist das Moos stark gefährdet. Im Süden Deutschlands gibt es noch größere Bestände.
Campylium polygamum (Vielblütiges Goldschlafmoos)
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Campylium polygamum
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Erkennungsmerkmale
Campylium polygamum zeichnet sich vor allem durch seine sparrig abstehenden Blättern aus. Daus aufrecht wachsende Moos bildet lockere, gelblich grüne bis goldbraune Rasen. Seine bis 10 cm langen Stängel sind unregelmäßig beastet. Die verlängert eilanzettlichen Blätter sind allmählich in eine Spitze verschmälert und werden bis 3 mm lang. Die Laminazellen sind verlängert rechteckig und werden etwa 40 bis 60 µm lang und 10 bis 15 µm breit. Nähe der Blattbasis sind diese zumeist deutlich getüpfelt. Die oft gebräunten, dem Blatt herablaufenden Blattflügelzellen sind aufgeblasen, dickwandig und meist getüpfelt. Verwechslungsgefahr besteht mit Drepanocladus aduncus, welches jedoch nie getüpfelte Zellen hat.
Vorkommen
Das Moos besiedelt lichte, basenreiche, nährstoffarme, feuchte bis nasse Nieder- und Zwischenmoore. Es ist auch über Torf und anderen abgestorbenen Pflanzenteilen zu finden. Selten kommt es auf übererdetem Gestein vor. Typische Begleitmoose sind Calliergonella cuspidata und Bryum pseudotriquetrum. Die Art ist in ganz Europa bis nach Zentralasien, in Teilen Amerikas und Australiens zerstreut verbreitet. Dabei tritt das Moos sehr häufig in besonders kleinen Populationen auf und ist vor allem durch die Zerstörung seiner quellig-moorigen Standorte bedroht. Außerhalb der Alpen ist es in Deutschland ziemlich selten.
Campylium calcareum (Kalk-Goldschlafmoos)
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Campylium calcareum
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Verwechslungsgefahr besteht mit Campylium sommerfeltii, welches jedoch einen gesägten Blattrand und rechteckige Blattflügelzellen auusbildet.
Campylium elodes (Sumpf-Goldschlafmoos)
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Campylium elodes
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Drepanocladus
Drepanocladus ist eine Pflanzengattung der Laubmoose und umfasst meist kräftig entwickelte Sumpf- und Wassermoose, die sowohl in einer Land-, als auch in einer Wasserform vorkommen können. Die einzelnen Arten können vegetativ stark variieren und sich häufig verzweigt.
Die 30 Arten der Gattung findet man in den gemäßigten und kühlen Gebieten sowohl der Nord- wie der Südhemissphäre und in den Gebirgen der Tropen und Subtropen. In Europa kommen 13 Arten vor.
Erkennungsmerkmale
Die Blätter tragen stets eine lange Blattrippe, die bei einigen Arten auch doppelt ausgebildet sein kann. Nur D. fluitans bildet eine kurze Blattrippe aus. Die Blätter sind zudem gerade bis kreisförmig gekrümmt, stets ohne Falten und sichelartig zugespitzt, wobei bei den Wasserformen häufiger Abweichungen auftreten können. Die Blätter sind gerade bis kreisförmig gekrümmt und besitzen ein dichtes prosenchymatisches Blattzellnetz, wobei die Blattflügelzellen gut ausgebildet sind, bei einigen Arten jedoch nicht vorhanden sein können. Drepanocladus besitzt ein doppeltes Peristom (der zahnartige Besatz der Laubmooskapsel) und eine leicht geneigte Kapsel.
Drepanocladus aduncus
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Drepanocladus aduncus
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D. aduncus Detail
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Erkennungsmerkmale
Das Laubmoos besitzt etwa 5 cm bis 10 cm lange Stämmchen, an denen unregelmäßig verteilte, meist sichelförmig ausgezogene, nicht faltige, ganzrandige Blätter sitzen, die an der Spitze auch leicht gezähnelt sein können. Ihre basalen Laminazellen auf der Blattfläche sind gelbgrünlich gefärbt und nur selten mit Poren versehen. Die zahlreich vorkommenden dickwandigen Blattflügelzellen erreichen die lange bis in die Spitze reichende Blattrippe nur kaum. Sporophyte treten äußerst selten auf.
Vorkommen
Das Moos wächst vor allem an feuchten Stellen wie Mooren (vor allem Niedermoore), Sümpfen, an feuchten teils überflutete Wiesen, an Gewässerrändern von kleinen Bächen oder Seen. Es ist auf der ganzen nördlichen Hemisphäre zu finden, aber auch an einigen Stellen in Süd-Amerika, Neuseeland und Australien.
Drepanocladus polycarpus
Drepanocladus polycarpus ist eine nah verwandte Schwesterart zu Drepanocladus aduncus und unterscheidet sich im Wesentlichen nur durch die breiter herablaufende Blattflügelzellgruppe an der Blattbasis, die die Blattmittelrippe erreicht. Die Blätter der Stämmchen sind nahezu gerade, flach oder schwach konkav. Das Moos wächst submers in mehr oder minder kalkhaltigen Seen, Flüssen und in feuchten Mooren. Es ist vor allem im Flachland verbreitet. Verwechslungsgefahren bestehen vor allem bei Wasserformen von Amblystegium riparium (bzw. Leptodictyum riparium), welche jedoch keine solch lang ausgezogenen Blattöhrchen aufweisen.
Drepanocladus fluitans (Flutendes Moorsichelmoos)
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Drepanocladus fluitans
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Erkennungsmerkmale
D. fluitans ist höchstens mit Drepanocladus exannulatus zu verwechseln. Es hat jedoch allmählich erweiterte Blattflügelzellen, die keine deutlich abgesetzte Gruppe bilden und die Blattrippe gewöhnlich nicht erreichen. Es hat außerdem eine schwächer ausgebildete Rippe, die selten über die Blattmitte hinaus reicht.
Vorkommen
D. fluitans besiedelt lichte bis halbschattige, nasse bis überschwemmte, mäßig stark saure, kalkarme, oligo- bis mesotrophe Standorte in Hoch- und Zwischenmooren. Es ist flutend im Randwasserbereich, bzw. der Verlandungszonen von Moorgewässern, sowie in deren Schlenken anzutreffen. Es ist in den gemäßigten bis warm-gemäßigten Klimazonen auf der Nord-Hemisphäre verbreitet. Sekundär tritt es auch in Neuseeland und Australien auf. Daher ist es im Rückgang begriffen und besonders durch die Zerstörung seines Lebensraumes, Abtorfung und Eutrophierung bedroht.
Vergesellschaftung
Das Moos hat eine relativ enge pflanzensoziologische Bindung an verschiedene Hochmoorgesellschaften wie Caricetum limosae, Caricetum rostratae und Rhynchosporetum albae oder Eriophoro-Trichophoretum cespitosi. Häufige Begleitmoose sind Sphagnum angustifolium, Sphagnum cuspidatum, Sphagnum magellanicum, Gymnocolea inflata, Cephalozia connivens oder Cladopodiella fluitans.
Drepanocladus exannulatus (Ringloses Moorsichelmoos)
Drepanocladus exannulatus hat stark aufgeblasene Blattflügelzellen, die eine deutlich abgesetzte Gruppe bilden, die bis zur Blattrippe reicht. Die Blattrippe ist stark ausgebildet und reicht bis in die Blattspitze.
Drepanocladus intermedius (Mittleres Sichelmoos)
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Drepanocladus intermedius
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Erkennungsmerkmale
Drepanocladus intermedius wächst in lockeren bis dichten Rasen, die grünlich bis bräunlichgelb gefärbt sind. Die Stämmchen sind mehr oder minder regelmäßig verzweigt. Sie weisen eine gelblich-durchsichtige Außenrinde auf, die beim Abzupfen der Blättchen häufig mit abgezupft wird. Die hohlen, eilanzettlich geformten, allmählich zugespitzte Blätter sind stark sichelförmig gebogen. Sie sind höchstens an der Spitze fein gezähnelt. Der Blattgrund ist häufig bräunlichgelb gefärbt. Die prosenchymatisch bis wurmförmigen, besonders an der Blattbasis getüpfelten Laminazellen werden etwa 50 bis 120 µm lang. An der Blattbasis gibt es 2 bis 10 hyaline, aufgeblasene Blattflügelzellen, die oft schwer zu erkennen sind. Die einfache Blattrippe erreicht endet in der oberen Hälfte des Blattes. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Drepanocladus revolvens, und Drepanocladus vernicosus.
Vorkommen
Drepanocladus intermedius besiedelt lichte bis halbschattige, basenreiche, oft auch kalkreiche, nasse, nährstoffärmere Standorte in Quell-, Nieder- und Zwischenmooren, auch in Verlandungsbereichen von Seen und Gräben. Charakteristische Begleitmoose sind Aneura pinguis, Bryum pseudotriquetrum, Campylium stellatum, Fissidens adianthoides oder Homalothecium nitens. Die Art ist deutschlandweit wie in Mecklenburg gefährdet.
Drepanocladus revolvens (Rollblatt-Sichelmoos)
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Drepanocladus revolvens
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Erkennungsmerkmale
Drepanocladus revolvens wächst in lockeren bis ziemlich dichten Rasen, die grünlich bis rötlich-braun gefärbt sind. Die meist aufrechten Stämmchen sind wenig und unregelmäßig verzweigt. Sie weisen eine hyaline Außenrinde auf, die beim Abzupfen der Blättchen häufig mit abgezupft wird. Die charakteristischen hohlen, eilanzettlich geformten Blätter sind stark sichelförmig gebogen. Sie sind höchsten an der Spitze fein gezähnelt. Die prosenchymatisch bis wurmförmigen, getüpfelten Laminazellen werden etwa 70 bis 150 µm lang und überlappen sich gegenseitig. An der Blattbasis gibt es 2 bis 10 hyaline, aufgeblasene Blattflügelzellen, die oft schwer zu erkennen sind. Die einfache Blattrippe erreicht etwa 2/3 des Blattes. Sporogone werden äußerst selten gebildet. Verwechslungsgefahr besteht mit Drepanocladus intermedius, Drepanocladus vernicosus oder Warnstorfia-Arten.
Vorkommen
Drepanocladus revolvens wächst an nassen, basenreichen, relativ nährstoffarmen, lichten bis halbschattigen Standorten an Gewässerrändern und deren Verlandungsbereichen, in Nieder- und Zwischenmooren, oder an teils überfluteten Erdstellen. Das Moos ist in Teilen Europas heimisch. Sein Areal ist jedoch circumpolar und ist mit wenigen Ausnahmen (Südamerika, Neuseeland) auf die nördliche Halbkugel beschränkt. Durch Melioration, Eutrophierungen und Eingriffe in den Lebensraum ist das Moos in Deutschland derzeit bedroht und bedeutend seltener als Drepanocladus intermedius.
Drepanocladus lycopodioides (Bärlapp-Sichelmoos)
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Drepanocladus lycopodioides
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Erkennungsmerkmale
Die mäßig kräftigen Pflanzen von Drepanocladus lycopodioides bilden relativ dichte, grüne bis gelblich-braune Rasen. Die wenig verzweigten, niederliegend bis aufsteigenden Stängel sind wenig verzeigt und können auch im Wasser fluten. Der Zentralsstrang der Stämmchen ist auf wenige Zellen reduziert. Die sichelförmig gebogenen Blätter sind am Rand stellenweise gezähnelt und etwa 1,5 bis 3 mm lang. Die getüpfelten, wurmförmig-prosenchymatischen Laminazellen sind etwa 40 bis 60 µm lang und 4 bis 6 µm breit. Die Blattflügelzellen bilden eine undeutliche Gruppe aus wenigen aufgeblasenen, subquadratisch bis rechteckigen, oft leicht gebräunten Zellen. Die an der Basis relativ dünne Blattrippe erreicht geöhnlich die Blattspitze. Die gelbrote, bis 4 cm lange Seta trägt gelbrote, länglich-zylindrische Kapseln. Das sehr ähnliche Scorpidium scorpioides unterscheidet sich durch die fehlende Rippe, den längeren Laminazellen und es bildet keine hakenförmig gekrümmten Astspitzen aus. Drepanocladus uncinatus wächst an anderen Standorten, nicht in Mooren sondern auf feuchtem Holz und Gestein. Die Blätter von Drepanocladus revolvens sind fast kreisförmig gebogen und weisen nur 1 bis 3 Blattflügelzellen auf. Drepanocladus sendtneri bildet eine kräftige Blattrippe aus und hat lang zugespitzte Blätter.
Vorkommen
Drepanocladus lycopodioides wächst in nassen, mesotrophen, kalkreichen Niedermooren und auf lichten, moorigen Wiesen an halbschattigen bis sonnigen Stellen. Häufig ist es in lichten Groß- und Stteifseggenrieden beheimatet. Nicht selten ist es auch im Wasser flutend. Begleitmoose sind u.a. Calliergon trifarium, Drepanocladus revolvens oder Scorpidium scorpioides. Das hauptsächlich in Nord-Europa verbreitete Moos ist in Mittel- und Süd-Europa relativ selten. In Deutschland ist es stark gefährdet, in vielen Bundesländern (darunter auch Mecklenburg-Vorpommern) vom Aussterben bedroht.
Drepanocladus vernicosus / Hamatocaulis vernicosus
(Glänzender Krückstock)
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Drepanocladus vernicosus
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Drepanocladus vernicosus
Blattgrund (40x) |
Erkennungsmerkmale
Die mittelkräftigen Pflanzen bilden lockere bis mäßig dichte, grünlich bis gelblichbraune Rasen. Oft bildet es sehr kleinflächige Bestände. Die aufsteigenden Stämmchen sind ziemlich regelmäßig beastet. Im Querschnitt des Stämmchens ist kein Zentralstrang zu erkennen. Zudem ist die Epidermis, im Gegensatz zu den anderen Arten der Gattung, rötlich gefärbt. Auch die Zellen im Übergang zur Blattansatzstelle sind rötlich verfärbt. Die stark einseitswendigen, hohlen, faltigen, dem Stämmchen anliegenden und nicht herablaufenden Blätter weisen eine deutlich rot gefärbte Basis auf. Die einfache Blattrippe reicht gewöhnlich bis zur Blattmitte. Es sind keine Blattflügelzellen ausgebildet. Die wurmförmigen, prosenchymatischen Laminazellen sind etwa 50 bis 70 µm lang und 2,5 bis 4 µm breit. Die langen Seten tragen kurz-zylindrische, gebogene Kapseln, die etwa 14 bis 18 µm große Sporen hervorbringen. Eine Sporenreife erfolgt jedoch sehr selten während der Sommermonate.
Vorkommen
Drepanocladus vernicosus besiedelt basenreiche, oft jedoch kalkarme, lichte bis mäßig beschattete, feuchte bis nasse Stellen in oligo- bis mesotrophen Nieder-, Zwischen- und Quellmooren. Sekundärstandorte sind auf degeneriertem Torf oder in Schwingrasen. Typische Begleitmoose sind Campylium stellatum, Drepanocladus intermedius oder Homalothecium nitens. Generell ist es auch zusammen mit Carex appropinquata, Carex diandra oder Carex rostrata zu finden. Das Moos kommt in Teilen Asiens, in Europa (hier vor allem in den nördlichen Teilen und in Gebirgen), in Nord-Afrika und Nord- und Mittelamerika vor. Es ist besonders durch Nährstoffeinträge, Melioration, Düngung und Trockenlegung bedroht. In Deutschland wird es auf der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft. In Mecklenburg-Vorpommern sind nur 2 Fundorte bekannt.
Scorpidium scorpioides (Echted Skorpionsmoos)
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Scorpidium scorpioides
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Scorpidium scorpioides
Blatt (40x) |
Das Echte Skorpionsmoos Scorpidium scorpioides wächst in braungrünen bis bräunlichroten Rasen. Die sehr kräftigen, unregelmäßig verzweigten, niederliegenden bis aufsteigenden Pflanzen können bis 20 cm lang werden und sind am Grund schwärzlich braun gefärbt. Die geschwollenen, stark hohlen, dadurch kätzchenförmig, dachziegelig anliegenden Blätter sind sichelförmig einseitswendig und aus einem breit eiförmigen Grund ziemlich plötzlich in eine kleine oder mittellange Spitze erweitert. Eine Blattrippe fehlt zumeist oder ist höchstens kurz und doppelt. Die länglich wurmförmigen, deutlich getüpfelten Laminazellen werden etwa 90 bis 180 µm lang und 6 bis 8 µm breit. Der etwas herablaufende Blattgrund bildet meist 3 bis 5 aufgeblasene Blattflügelzellen aus. Die purpurne Seta wird bis 6 cm lang und trägt eine länglich zylindrische, leicht gefurchte Kapsel, die gelbe Peristomzähne hat und 14 bis 22 µm große Sporen hervorbringt. Allerdings ist eine Sporogonbildung ziemlich selten.
Vorkommen
Scorpidium scorpioides besiedelt basen- oder kalkreiche, mäßig nährstoffarme, lichte bis halbschattige, nasse Stellen in Nieder- und Zwischenmooren, in Moor-Schlenken oder auf degeneriertem Torf. Charakteristische Begleitmoose sind Aneura pinguis, Campylium stellatum, Drepanocladus intermedius oder Calliergon giganteum. Durch Entwässerung und Melioration ist das Moos bundesweit vom Aussterben bedroht. Nur in den Alpen und im Alpenvorland und in Mecklenburg stellenweise noch etwas häufiger.
Cratoneuron filicinum (Farnartiges Starknervmoos)
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Cratoneuron filicinum
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Cratoneuron filicinum bildet lockere bis dichte, grüne bis gelbbraune Rasen oder Überzüge. Einzelne Pflanzen sind niederliegend oder wenig aufrecht wachsend. Der etwas steife Stängel unregelmäßig bis fiederästig verzweigt. Häufig sind Paraphyllien vorhanden. Im unteren Stängelbereich zudem zahlreichen Rhizoiden. Die schmal dreieckig bis oval geformten, nicht faltigen Stängelblätter verschmälern sich allmählich in eine halblange halbsichelförmige Spitze. Der Blattrand ist leicht gesägt. Die Blattrippe ist kräftig und erreicht gewöhnlihc die Blattspitze. Die Blattflügel sind mit aufgeblasenen, hyalinen und dünnwandigen Zellen deutlich abgesetzt und bilden einen hohle Bereich, der die Blattrippe erreicht. Die chlorophyllreichen, wurmförmigen Laminazellen sind etwa 2 bis 6 mal so lang wie breit.
Vorkommen
C. filicinum ist an halbschattigen, feuchten bis nassen, meist nährstoffreichen und kalkhaltigen Stellen auf Erde, Kalktuff, an Steinen und morschem Holz anzutreffen. Es besiedelt quellige Stellen in lichten Wäldern, Sümpfe, ist entlang Bach- und Flussufern zu finden und auch an feuchten Ruderalstellen. Nicht selten sind zudem kräftige, flutende Formen mit z.T. ungebogenen Blättern. Stetige Begleitmoose sind Brachythecium rivulare und Eurhynchium hians. Das z.T. pionierfreudige pleurokarpe Laubmoos besiedelt schnell gestörte und nährstoffreiche Standorte. Es ist daher ungefährdet und z.T. in Ausbreitung begriffen. In Mitteldeutschland ist es relativ selten.
Hygroamblystegium tenax (Starrer Sumpfdeckel)
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Hygroamblystegium tenax
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Hygroamblystegium tenax ist ein untergetauchtes oder nahe der Wasserlinie auf Steinen oder Baumbasen wachsendes Laubmoos, das dunkelgrün bis schmutzig braungrün gefärbte, verwobene, starre Decken bildet. Die unregelmäßig verweigten Stängel sind kriechend. Paraphyllien gibt es keine. Die entfernt gestellten Blätter sind charakteristisch starr. Sie sind feucht aufrecht abstehend und trocken locker anliegend, eiförmig-lanzettlich geformt und verlaufen allmählich in eine scharfe Spitze, die auch etwas einseitswendig sein kann. Der Blattrand ist höchstens leicht gezähnelt und läuft dem Stämmchen etwas herab. Die kurzen, etwa 2 bis 4 mal so lang wie breiten (16 bis 30 µm langen und 8 bis 11 µm breiten) Laminazellen sind geschängelt verlängert rhombisch und weisen eine relativ dicke Zellwand auf. An der Basis sind die Zellen dicker und chlorophyllreicher. Die einfache, kräftig ausgebildete, gelbraune Blattrippe ist an der Basis bis 80 µm breit. Sporogone werden relativ selten ausgebildet.
Verwechslungsgefahr besteht mit Amblystegium fluviatile, welches jedoch vom Habitus weicher ist und keine so dicke Blattrippe hat. Cratoneuron filicinum hat eine dünne Blattrippe und einen gezähnten Blattrand.
Vorkommen
Hygroamblystegium tenax ist ein Wassermoos, welches an regelmäßig überfluteten, wenig bis stark eutrophen, meist kalk- und basenreichen Stellen an und in Flüssen und Bächen auf Steinen, an Baumbasen und morschem Holz vorkommt. Typische Begleitmoose sind Amblystegium riparium, Brachythecium rivulare oder Rhynchostegium riparoides. Es ist von Europa bis Asien, Nord-Afrika und Teilen Süd-Amerikas verbreitet. Deutschlandweit ist das Moos durch zunehmend Trübung des Wassers zurückgehend, aber nicht gefährdet. In Mecklenburg kommt es zerstreut vor.
































































