Korseby Online - Brachytheciaceae

Brachytheciaceae

Diese Moosfamilie umfasst verschiedengestaltige Moose. Sie sind Kulturfolger des Menschen und wachsen bevorzugt an nährstoffreichen Standorten.

Index

Brachythecium (Kurzbüchsenmoose)

brachythecium rutabulum
Brachythecium (umgangssprachlich auch Kurzbüchsen-, Kurzkapsel- oder Kegelmoos genannt) ist eine Pflanzengattung und umfasst häufige Laubmoose, welche auf nährstoffreichen Standorten vorkommen. Auf der Erde kommen etwa 300 Arten vor, wovon ca. 22 in Deutschland wachsen. Wegen der Komplexität wird die Gattung nochmals in Sektionen untergliedert.

Erkennungsmerkmale
Äußerlich sind die Brachythecium-Arten sehr divers. Ihre Stämmchen sind kriechend bis aufrecht, ihre Verzweigung stark unregelmäßig bis gleichmäßig. Ihre Blätter sind meist dreieckig, herzörmig, oval oder lanzettlich geformt. Sie können faltig oder glatt sein, und besitzen meist eine relativ lange Blattspitze. Die Stämmchen- und Astblätter können verschiedenartig gestaltet sein. Die Blattzellen der Blätter sind immer prosenchymatisch, bilden also ein Netz aus langen schmalen Zellen. Die Blattrippe ist fast immer einfach vorhanden und reicht nur selten über die Blattmitte heraus. Die Kapsel ist zumeist geneigt und sitzt auf einem roten Kapselstiel (Seta). Der Kapseldeckel ist meist kurz geschnäbelt.

Vorkommen
Brachythecium-Arten wachsen meist auf nährstoffreichem Untergrund. Häufig sind sie auch an kalkarmen Standorten anzutreffen. Einige Arten wachsen auf Holz, andere dagegen auf Gestein oder auf dem Boden. In Europa sind Brachythecium-Arten weit verbreitet. Vor allem in der Nähe von menschlichen Siedlungen kommen sie aufgrund des großen Nährstoffgehalts des Bodens bevorzugt vor.

Brachythecium albicans (Weißes Kurzbüchsenmoos)

brachythecium albicans
Brachythecium albicans
brachythecium albicans kapsel
Brachythecium albicans
Kapsel
Verbreitung
Das Weiße Kurzbüchsenmoos Brachythecium albicans ist ein diözisches, konkurrenzschwaches, pionierfreudiges Moos sonniger, trocken warmer, mäßig saurer, basenreicher, auch kalkhaltiger, mäßig nährstoffreicher Standorte. Es besiedelt primär offenerdige Sandstellen und wächst auf Sand, Erde, Humus, Kalk-, Gips- oder mit Humus übersetztem Gestein. Bevorzugt ist es in den tieferen Lagen verbreitet. Hier kommt es ursprünglich an Pionierstandorten, heute sonst auch häufig an Wegrändern, auf Brachland und in lückigen Rasengesellschaften vor. Typische Begleitmoose sind Tortula ruralis, Ceratodon purpureus, Hypnum cupressiforme s. l., Bryum bicolor s. l. und Rhytidiadelphus squarrosus. Das Moos besitzt ein circumboreales Verbreitungsareal, deren Grenzen im Norden die Arktis, im Süden Nord-Afrika, im Osten südwestliche Teile Asiens und im Westen Nord-Amerika sind. In Australien und Neuseeland wurde es vom Menschen eingeschleppt.

Erkennungsmerkmale
Das Weiße Kurzbüchsenmoos wächst und lockeren Rasen und bildet weißlich-grün gefärbte, schlanke Pflanzen aus. Die Stämmchen und Äste sind auch im feuchten Zustand anliegend beblättert und erscheinen daher wie dünne Schnürsenkel. Die Stämmchen sind aufsteigend oder kriechend, unregelmäßig verzweigt. Sie bilden nur wenige Rhizoide aus. Die Äste werden 0,5 bis 1,5 cm lang und sind wenig verzweigt. Die dicht stehenden, eiförmigen Blätter sind trocken und feucht dachziegelartig anliegend und recht plötzlich in eine lange, feine, aber nicht verdrehte Spitze ausgezogen. An der Blattbasis sind sie dem Stängel herablaufend. Oft weisen sie eine oder mehrere Falten unweit des Blattrandes auf. Die Blattränder sind ganzrandig, oder selten an der Spitze fein gesägt. Die Stämmchenblätterwerden bis 2,8 mm lang, die Astblätter bis 2 mm lang. Die linealischen Laminazellen sind prosenchymatisch und werden 40 bis 80 µm lang und 6 bis 10 µm breit. Am Blattgrund sind diese erweitert und rhombisch geformt. Die Blattflügelzellen bilden eine im Umriss eiförmige, basale Gruppe. Sie sind quadratisch bis rechteckig.
Das Moos fruchtet selten. Eine Sporenreife erfolgt zumeist im Winter. Die glatte, rotbraun gefärbte Seta wird 12 bis 20 mm lang. Die etas gekrümmten, zylindrisch geformten Kapseln sind geneigt oder waagerecht und werden bis 2 mm lang.

brachythecium albicans blatt
Brachythecium albicans
Blatt (40x)
brachythecium albicans blattfluegel
Brachythecium albicans
Blattflügelzellen (250x)
brachythecium albicans lamina
Brachythecium albicans
Laminazellen (400x)

Brachythecium oedipodium (Dünnes Kurzbüchsenmoos)

brachythecium oedipodium habitus
Brachythecium oedipodium
brachythecium oedipodium
Brachythecium oedipodium
brachythecium oedipodium kapsel
Brachythecium oedipodium
Kapsel
brachythecium oedipodium blatt
Brachythecium oedipodium
Blatt (40x)
Das in den gemäßigten Klimazonen der Nord-Hemisphäre verbreitete Brachythecium oedipodium besiedelt schattige, frische, aber luftfeuchte, mäßig saure Stellen in Nadelwäldern, Nadelholzforsten und kommt selten auch eingesprengt auf dichten Wiesen vor. Es bevorzugt Rohhumus, morsches Holz oder seltener abgestorbenes Pflanzenstreu. Das Moos ist in Deutschland sehr zerstreut und bildet meist nur kleine Bestände und wächst in lockeren, verwebten, blassgrünen Rasen. Im Tiefland befindet es sich wohl in Ausbreitung. Die verflacht beblätterten Äste bilden nicht selten Rhizoidbüschel aus. Von Brachythecium starkei unterscheidet es sich durch die verflachte Beblätterung und den deutlich längeren (70 bis 130 µm langen und 6 bis 8 µm breiten) Laminazellen. Charakteristisch sind auch der ringsum gesägte Blattrand und die rechteckigen Blattflügelzellen, die eine deutlich abgegrenzte Gruppe bilden. Die Blätter sind etwa 1 mm lang und doppelt so lang wie breit. Früher wurde es systematisch auch als Br. starkei var. explanatum eingeordnet.

brachythecium oedipodium blattfluegel
Brachythecium oedipodium
Blattflügelzellen (400x)
brachythecium oedipodium blattrand
Brachythecium oedipodium
Blattrand (200x)
brachythecium oedipodium lamina
Brachythecium oedipodium
Laminazellen (400x)

Brachythecium rivulare (Bach-Kürzbüchsenmoos)

brachythecium rivulare
Brachythecium rivulare
brachythecium rivulare blatt
Brachythecium rivulare
Blatt (40x)
Erkennungsmerkale
Brachythecium rivulare bildet bleichgrüne bis gelblich-grüne, oft leicht glänzende, lockere und häufig ausgedehnte Rasen. Die primären Stämmchen sind kriechend, während die sekundären aufsteigend sind und so bei Überschwemmungen Selektionsvorteile gegenüber anderen Moosen haben, weil die sekundären Sprosse über das Wasser emporragen können. Das unregelmäßig verzweigte, diözische Moos kann bis 12 cm lang werden. Die Astspitzen weisen häufig eine weißlich-grüne, konische Spitze auf. Die 1,5 bis 2,5 mm langen Blätter sind feucht abstehend und trocken anliegend. Sie sind eiförmig-oval geformt, faltig und deutlich zugespitzt. Der Blattrand ist besonders zur Spitze hin deutlich gesägt. Die Blattrippe erreicht meist 3/4 der Blattlänge. Die Blattflügelzellen sind deutlich abgesetzt und bilden eine dreieckige Gruppe aus hyalinen, bräunlichen rhombisch-rundlichen Zellen. Die wurmförmig-linealischen Laminazellen werden etwa 10x so lang wie breit. Die Laminazellen der Astblätter sind 40 bis 80 µm lang und 4 bis 8 µm breit, während die Stammblattzellen 60 bis 120 µm lang und 6 bis 10 µm breit sind. Die rötliche, durch Papillen rauhe Seta trägt eine geneigte und gekrümmte, zylindrisch geformte Kapsel, dessen kegeliger Deckel ein Spitzchen aufweist. Eine Sporenkapselreife erfolgt von Herbst bis Frühjahr und findet relativ selten statt.

Vorkommen
Brachythecium rivulare ist auf Steinen entlang mäßig halb- bis schattigen, nährstoffreichen, schnell-fließenden Flüssen oder Bächen zu finden. Dabei besiedelt es stets luftfeuchte Standorte und ist besonders für überrieseltes Gestein in tiefen Wäldern charakteristisch. Es tritt vermehrt im Bereich des Spritzwassers auch an Baumbasen entlang von Gewässern auf. Seltener ist es auf zeitweise trockenen, teils überschwemmten, sumpfigen Stellen entlang stehender Gewässer zu finden. Es bevorzugt basen- und kalkreiches Wasser, ist ansonsten hinsichtliches des Untergrundes aber weniger anspruchsvoll. Es ist circumpolar in den kalt- und warm-gemäßigten Zonen der Erde verbreitet, aber nicht häufig. Typische Begleitmoose sind Isothecium alopecuroides, Plagiomnium cuspidatum oder Rhizomnium punctatum.

brachythecium rivulare blattfluegel
Brachythecium rivulare
Blattflügel (250x)
brachythecium rivulare blattrand
Brachythecium rivulare
Blattrand (400x)
brachythecium rivulare lamina
Brachythecium rivulare
Laminazellen (400x)

Brachythecium rutabulum (Rauhes Kurzbüchsenmoos)

brachythecium rutabulum habitus
Brachythecium rutabulum
Habitus
brachythecium rutabulum lamina
Brachythecium rutabulum
Lamina (400x)
brachythecium rutabulum sporogon
Brachythecium rutabulum
Kapsel (30x)

Brachythecium velutinum (Samt-Kurzbüchsenmoos)

brachythecium velutinum
Brachythecium velutinum
Das Samt-Kurzbüchsenmoos Brachythecium velutinum ist ein sehr formenreiches, in Mitteleuropa relativ verbreitetes Laubmoos, das besonders schattige Stellen liebt. Es ist das Moos mit den kleinsten Blättern der Brachythecium-Gattung. Seine Blätter werden nicht länger als 1,4 mm.

Vorkommen
Das Moos besiedelt sowohl Erde, als auch nackten Fels. Nicht selten ist es an Baumbasen und an deren Wurzeln zu finden. Es handelt sich um ein kalkmeidendes Laubmoos, welches auch auf Ästen von Bäumen, die dann meist in stark verschmutzten Stadtbereichen stehen, wachsen kann. B. velutinum ist stärker trockenheitsverträglich als Brachythecium rutabulum. Es ist vom Tiefland bis in die Hochlagen der Alpen verbreitet und kommt nur in den gemäßiten Breiten auf der nördlichen Erdhalbkugel vor.

Merkmale
Das Samt-Kurzbüchsenmoos bildet weiche, gelbgrün bis bräunlich gefärbte, relativ lockere, samtglänzende Rasen. Seine niederliegenden, kriechenden Stämmchen sind unregelmäßig gefiedert und etwa 5 bis 10 cm lang. Die nur bis 1 mm langen Stämmchenblätter sind schmal eilanzettlich geformt und vorne allmählich zugespitzt. Sie erscheinen zudem häufig schwach faltig und sind nicht selten etwas einseitswendig. Ihr Blattrand ist gezähnelt. Die Blattrippe erreicht die Hälfte oder Zwei Drittel der Blattlänge. Die Astblätter sind dagegen bis 1,5 mm lang, schmaler und länger und sind rings entfernt gesägt. Ihre Mittelrippe tritt als kurzer Stachel am Blattrücken aus.
Die rauhe Seta wird bis 2 cm lang und entspringt aus den seitlichen Kurztrieben (pleurokarp). Die eiförmige, rotrbäunlich gefärbte Kapsel ist stark geneigt bis aufrecht und im entleerten Zustand gekrümmt. Die Kalyptra ist kurzkegelig. Eine Sporenreife erfolgt im Winter bis ins Frühjahr hinein.

brachythecium velutinum blatt
Brachythecium velutinum
Blatt (40x)
brachythecium velutinum blattfluegel
Brachythecium velutinum
Blattflügel (250x)
brachythecium velutinum lamina
Brachythecium velutinum
Laminazellen (400x)

Brachythecium salebrosum (Glattstieliges Kurzbüchsenmoos)

brachythecium salebrosum
Brachythecium salebrosum
brachythecium salebrosum blattgrund
Brachythecium salebrosum
Blattgrund (125x)
brachythecium salebrosum blattrand
Brachythecium salebrosum
Blattrand (400x)
Das Glattstielige Kurzbüchsenmoos Brachythecium salebrosum ist ein holarktisch verbreites Laubmoos, welches hauptsächlich in den gemäßigten Zonen vorkommt.

Verbreitung
Es bevorzugt halbschattige, basen- und nährstoffreiche, humose, luftfeuchte Standorte in Wälden, an Wegböschungen und an Brachen. Es besiedelt bevorzugt Laubbaumbasen, morsches Holz, Waldboden, ist aber auch auf Kalkgestein oder auf offener Erde nicht selten.

Erkennungsmerkmale
Die Pflanzen sind gelblich bis weißlich-grün gefärbt und bilden glänzende, verwebte Rasen. Die Stämmchen sind meist kriechend, dem Boden anliegend. Sie sind relativ dicht mit Rhizoidbüscheln besetzt und unregelmäßig in einfache Äste verzweigt, die oft auffällig aufrecht empor gestreckt sind. Die dicht gestellten Stämmchen- und Astblätter sind locker anliegend, eilanzettlich geformt und laufen allmählich in eine feine, nicht verdrehte Spitze aus. Oft weisen sie tiefe, an der Blattbasis beginnende Längsfalten auf. Die Blätter werden etwa 2,4 bis 3 mm lang. Der Blattrand ist häufig, bei den Astblättern besonders in der oberen Blatthälfte, fein gesägt. Die Laminazellen sind 70 bis 100 µm lang und 6 bis 10 µm breit. Die wenigen, undeutlich ausgebildeten Blattflügelzellen sind dickwandig. Die Seta ist rot gefärbt, glatt und bis 2 cm lang. Die zylindrisch geformte Kapsel ist schwach bis stark gekrümmt und weist ein rotbraunes Peristom auf. Die Sporenreife erfolgt ganzjährig, generell tritt sie jedoch in den Wintermonaten häufiger auf.

brachythecium salebrosum blatt
Brachythecium salebrosum
Blatt (40x)
brachythecium salebrosum blattfluegel
Brachythecium salebrosum
Blattflügelzellen (400x)
brachythecium salebrosum lamina
Brachythecium salebrosum
Laminazellen (400x)

Brachythecium glareosum (Haarspitzen-Kurzbüchsenmoos)

brachythecium glareosum blatt
Brachythecium glareosum Blatt

Brachythecium plumosum (Federiges Kurzbüchsenmoos)

brachythecium plumosum
Brachythecium plumosum
Brachythecium plumosum besiedelt halbschattige, nasse, kalkarme Silikatgesteine oder überrieseltes Holz und ist an Waldbächen und beschatteten Flussläufen besonders im Spritzwasserbereich zu finden. Im Gegensatz zu Brachythecium rivulare verträgt es Kalk- und karbonathaltiges Wasser nur in geringen Mengen. Die feucht einseitswendigen Blätter sind fein gezähnelt und deren Rippe reicht bis in die Blattmitte. Die Stämmchenblätter weisen keine Falten auf. Die Blattflügelzellen sind deutlich erkennbar als bräunliche Gruppe abgesetzt.

brachythecium plumosum blatt
Brachythecium plumosum
Blatt
brachythecium plumosum blattrand
Brachythecium plumosum
Blattrand
brachythecium plumosum lamina
Brachythecium plumosum
Laminazellen

Brachythecium populeum (Pappel-Kurzbüchsenmoos)

Brachythecium populeum ist ein relativ häufiges, unscheinbares und übersehenes Brachythecium. Es bildet eilanzettliche Blätter aus, die allmählich zugespitzt, wenig herablaufend, und anliegend sind. Die Rippe endet in der Blattspitze. Wohl am besten an der fiederigen Beastung und der kleinen Größe erkennbar. Das kräftige Rasen bildende Moos besiedelt mäßig trockene bis frische, luftfeuchte, schattige, basen- und nährstoffreiche Standorte und ist an Bächen auf basenreichen Gesteinen, eutrophierten Mauern oder Beton als auch epiphytisch auf basenreicher Borke von Laubbäumen und deren Stammbasen zu finden. Typische Begleitmoose sind Homalia trichomanoides oder Anomodon attenuatus.

brachythecium populeum
Brachythecium populeum
brachythecium populeum blatt
Brachythecium populeum Blatt
brachythecium populeum lamina
Brachythecium populeum Lamina

Brachythecium reflexum (Zurückgekrümmtes Schweifchenastmoos)

brachythecium reflexum
Brachythecium reflexum

Cirriphyllum

Cirriphyllum ist eine Gattung der Laubmoose und umfasst weltweit etwa 20 Arten, wovon in Deutschland 6 beheimatet sind. Die einzelnen Arten sind gelblich bis grünlich gefärbt und sind Rasen bildend.

Erkennungsmerkmale
Cirriphyllum-Arten bilden nur kriechende Stämmchen aus, die oft zahlreiche Ausläufer (Stolonen) ausbilden. Stämmchen- und Astblätter sind gleichartig gestaltet und von eiförmiger Form. Sie sind zudem flach, ganzrandig und nur selten gezähnelt. Vorne gehen die Blätter plötzlich in eine kurze oder lange Spitze über und besitzen an der Basis eine meist einfache kurze Blattrippe. Das Blattzellnetz ist mit lang ausgezogenen (prosenchymatischen) Zellen versehen. Die Kapsel ist stets geneigt, der Kapselstiel (Seta) meist rauh und der Kapseldeckel ist geschnäbelt.

Vorkommen
Man findet Cirriphyllum-Arten vor allem in Wäldern, aber auch an nährstoffreichen ruderalen Standorten in ganz Europa.

Cirriphyllum piliferum (Pinsel-Haarblattmoos)

cirriphyllum piliferum
Cirriphyllum piliferum
Erkennungsmerkmale
Cirriphyllum piliferum bildet lockere, blassgrüne, teils schimmernde Rasen aus. Die bis 10 cm langen, einfach gefiederten Stämmchen sind unregelmäßig verzweigt und weisen durch die gehäuften, etwas helleren Blätter an der Spitze der Ästchen eine Pinselspitze auf. Die oval geformten Blätter verlaufen sehr plötzlich in eine dünne, haarförmige Blattspitze. Die Blattrippe verläuft bis etwa 3/4 des Blattes. Die Laminazellen sind etwa 60 bis 100 µm lang und 6 bis 9 µm breit. Es gibt zudem schwach herablaufende, aufgeblasen-rechteckige, dünnwandige Blattflügelzellen, die eine dreieckige Gruppe bilden. Die Seta ist warzig rauh, wird bis 2,5 cm lang und trägt eine elliptische, leicht geneigte Kapsel, dessen Deckel schief geschnäbelt ist. Eine Sporenreife erfolgt recht selten während der Wintermonate, oder im Frühjahr.

Vorkommen
Cirriphyllum piliferum wächst an frischen bis feuchten, halbschattigen, nährstoff-, basen- und kalkreichen, humosen Stellen in Laub- und Nadelwäldern, in Auwäldern, ruderal an beschatteten Wegrändern, in dichten Wiesen oder auf Grünland. Typische Begleitmoose sind Eurhynchium striatum, Lophocolea bidentata, Plagiomnium undulatum oder Rhytidiadelphus squarrosus. Es handelt sich um ein auf der gesamten Nord-Hemisphäre verbreitetes, nährstoff-liebendes, häufiges Laubmoos.

cirriphyllum piliferum blatt
Cirriphyllum piliferum
Blatt (40x)
cirriphyllum piliferum blattfluegel
Cirriphyllum piliferum
Blattflügelzellen (200x)
cirriphyllum piliferum lamina
Cirriphyllum piliferum
Laminazellen (400x)

Cirriphyllum cirrosum (Echtes Haarblattmoos)

cirriphyllum cirrosum
Cirriphyllum cirrosum

Eurhynchium hians (Kleines Schönschnabelmoos)

eurhynchium hians
Eurhynchium hians
Das Kleine Schönschnabelmoos Eurhynchium hians ist eine sehr variable, diözische Art, die in kräftigen, gelbgrünen Rasen wächst.

Merkmale
Das pleurokarpe Laubmoos bildet kriechende Stämmchen aus, die locker bis dicht, verflacht bis schraubig beblättert sind. Seine abstehenden bis locker dachziegelartig anliegenden Blätter sind eilanzettlich geformt, allmählich zugespitzt, nur wenig herablaufend und um 1 mm lang. Der Blattrand ist gesägt oder gezähnt. Die kräftig ausgebildete Mittelrippe erreicht etwa 3/4 der Blattlänge und tritt an der Blattbasis als Dorn aus. Die Laminazellen sind rhombisch bis linealisch geformt. An der Blattbasis sind die rechteckig geformten, dickwandigen, getüpfelten Blattflügelzellen deutlich abgesetzt.

Vorkommen
Das Moos besiedelt nährstoffreiche, mäßig trockene bis feuchte, basenreiche, kalkarme oder -reiche, sonnige bis schattige Standorte. Es wächst auf Erde, selten auf Gestein oder an Baumbasen. Es ist ein häufiges Moos, welches besonders auf Wiesen und an Wegrändern vorkommt. Das Moos ist in fast der gesamten Nordhemisphäre verbreitet. Es fehlt nur in Nordamerika.

eurhynchium hians blatt
Eurhynchium hians
Blatt (40x)
eurhynchium hians blattbasis
Eurhynchium hians
Lamina Blattbasis (400x)
eurhynchium hians lamina
Eurhynchium hians
Laminazellen (400x)

Eurhynchium striatum (Spitzblättriges Schönschnabelmoos)

eurhynchium striatum
Eurhynchium striatum
eurhynchium striatum blatt
Eurhynchium striatum
Blatt (40x)
Erkennungsmerkmale
Eurhynchium striatum bildet gelbgrüne oder grüne glänzende Rasen. Die kräftigen Pflanzen sind aufsteigend und bäumchenartig verzweigt. Die sparrig abstehenden, eiförmig-breitlanzettlichen, kurz zugespitzten, etwa 1,5 bis 2,2 mm großen Blätter sind faltig und deutlich gesägt. Die als Dorn austrende Rippe erreicht etwa 3/4 der Blattlänge. Die prosenchymatisch-wurmförmigen Laminazellen werden etwa 50 bis 85 µm lang und 3,5 bis 6 µm breit. Die Blattflügelzellen sind etwas dicker und rechteckig. Die rote, glatte Seta wird etwa 2m5 cm lang und trägt eine waagerechte oder geneigte, zylindrische Kapsel. Eine Sporenreife erfolgt während der Wintermonate.

Vorkommen Eurhynchium striatum ist an schattigen, nährstoff- und basenreichen, frischen bis feuchten Stellen auf Erde in Wäldern, Gebüschen und auf Mauern zu finden. Im Flachland ist es häufig, in den Bergregionen ist es durch E. angustirete ersetzt. Oft sind Rhizomnium punctatum, Rhytidiadelphus triquetrus oder Fissidens taxifolius Begleitmoose. Das Moos ist häufig und nicht gefährdet.

eurhynchium striatum blattfluegel
Eurhynchium striatum
Blattflügel (250x)
eurhynchium striatum blattspitze
Eurhynchium striatum
Blattspitze (125x)
eurhynchium striatum lamina
Eurhynchium striatum
Laminazellen (400x)

Eurhynchium swartzii (Winziges Schönschnabelmoos)

Das Winzige Schönschnabelmoos Eurhynchium swartzii ähnelt Eurhynchium hians. Jedoch kann es durch die breiteren Laminazellen (6 bis 9 µm breit), der längeren meist bis in die Blattspitze reichenden Rippe und den anderen Standortansprüchen (es besiedelt Gestein und Holz in Wäldern, oder ist auf feuchteren Wiesen, auch auf Kalk-Wiesen zu finden) zu unterscheiden. Es ist nur wenig glänzend. Seine Blätter sind 1 bis 1,5 mm lang, nicht herablaufend. Der Blattrand ist bis zur Basis gesägt.

eurhynchium swartzii
Eurhynchium swartzii
Habitus
eurhynchium swartzii blatt
Eurhynchium swartzii
Blatt (40x)
eurhynchium swartzii blattrand
Eurhynchium swartzii
Blattrand und Lamina (400x)

Eurhynchium praelongum (Verschiedenblättriges Schönschnabelmoos)

eurhynchium praelongum
Eurhynchium praelongum
eurhynchium praelongum laminazellen
Eurhynchium praelongum
Laminazellen
Eurhynchium praelongum wächst gern an feuchten Stellen am Waldboden, dagegen findet man das sehr ähnliche Brachythecium velutinum meist auf relativ trockenem Totholz, auch auf Steinen und Mauern. E. praelongum besitzt Stängelblätter, die deutlich anders gestaltet sind als die Astblätter.

Eurhynchium schleicheri (Stolonen-Schönschnabelmoos)

eurhynchium schleicheri
Eurhynchium schleicheri
eurhynchium schleicheri detail
Eurhynchium schleicheri
umgedrehte Blattspitzen
Eurhynchium schleicheri ist am besten an den kurzen, dicht beblätterten Ästchen zu erkennen. Die primären Stämmchen bilden bis zu 10 cm lange Stolonen, die oft unterirdisch und rhizomartig sind. Die etwa 1 bis 2mm großen Stamm- und Astblätter sind nur schwach gezähnt und sind von ähnlichem Aussehen. Das Moos besiedelt halbtrockene bis frische, mäßig nährstoffreiche, basen- und kalkreiche, halbschattige Standorte auf lehmiger Erde in Wäldern und an gestörten Böschungen. Typische Begleitmoose sind Eurhynchium hians, Fissidens taxifolius oder Weissia controversa. Verwechslungsgefahr besteht mit Eurhynchium hians.

eurhynchium schleicheri blatt
Eurhynchium schleicheri
Blatt (40x)
eurhynchium schleicheri blattfluegel
Eurhynchium schleicheri
Blattflügel (200x)
eurhynchium schleicheri blattrand
Eurhynchium schleicheri
Blattrand (200x)

Eurhynchium speciosum (Sumpf-Schönschnabelmoos)

eurhynchium speciosum
Eurhynchium speciosum
eurhynchium speciosum blatt
Eurhynchium speciosum Blatt
eurhynchium speciosum blattrand
Eurhynchium speciosum Blattrand

Homalothecium lutescens (Gelbliches Seidenmoos)

homalothecium lutescens
Homalothecium lutescens
Die Äste des Gelbliche Seidenmooses Homalothecium lutescens glänzen im trockenen Zustand. Als Epiphyt ist es gegenüber Luftschadstoffen empfindlich. Durch sauren Regen in Gebieten größerer Luftverschmutzung ist es wohl durch Kalkauswaschungen verschwunden.

Erkennungsmerkmale
Die kräftigen, bis 15 cm langen Pflanzen sind gelbgrün oder frischgrün gefärbt und unregelmäßig und locker verzweigt. Die Stämmchen haften an ihrer Basis mit wenigen Rhizoiden am Substrat. Die dicht stehenden Blätter sind dreieckig-lanzettlich geformt, stark längsfaltig (meist 4 deutliche, bereits mit der Lupe erkennbaren Längsfalten erkennbar) und am Rand unregelmäßig fein gesägt. Die Blattrippe erreicht gewöhnlich 3/4 des Blattes. Die langen linealisch-prosenchymatischen Laminazellen werden etwa 45 bis 95 µm lang und 4 bis 7 µm breit. Die rechteckig verlängerten Zellen am Blattgrund sind getüpfelt und dickwandig. Blattflügelzellen gibt es nur vereinzelt. Diese sind subquadratisch und leicht aufgeblasen. Eine Sporenreife erfolgt relativ selten im Frühjahr. Die rotbraune, gerade, warzig-rauhe Seta trägt eine hellbraun bis braun gefärbte Sporenkapsel, die eiförmig bis kurz zylindrisch geformt ist und horizontal steht oder schwach geneigt ist. Die Kapselhaube ist kappenförmig, der kegelige Deckel ist kurz geschäbelt. Verwechslungsgefahr besteht mit Brachythecium salebrosum, welches jedoch deutlich kürzere, eiförmig lanzettliche Blätter ausbildet, die zudem nicht so stark längsfaltig sind.

Vorkommen
Homalothecium lutescens besiedelt bevorzugt trockene, sonnige und kalkreiche Böden, ist jedoch auf auf Gestein in offenen Kalk- und Lavaschutthalden und auf Borke zu finden. Halbtrockenrasen mit einem gewissen Kalkgehalt des Bodens sind daher primäre Gesellschaften. Dort kann das Moos auch große Reinbestände ausbilden. Selten tritt es auch epiphytisch an Bäumen auf. Typische Begleitmoose sind Brachythecium salebrosum, Hypnum lacunosum, Rhytidium rugosum oder Thuidium abietinum. Das Moos ist über fast das gesamte Europa verbreitet. In Teilen Nord-Afrikas und Nord-Amerikas ist es ebenfalls zu finden. In Deutschland gehen die Bestände derzeit etwas zurück.

homalothecium lutescens blatt
Homalothecium lutescens
Blatt (40x)
homalothecium lutescens blattgrund
Homalothecium lutescens
Blattgrund (250x)
homalothecium lutescens lamina
Homalothecium lutescens
Laminazellen (400x)

Homalothecium sericeum (Seidenmoos)

homalothecium sericeum
Homalothecium sericeum
Das Seidenmoos Homalothecium sericeum ist ein kalkliebendes Moos. Es ist besonders durch Luftschadstoffe bedroht. Da es kalkhaltiges Gestein und Mauern besiedelt, fällt es nicht selten menschlichem Sauberkeitswahn zum Opfer.

Vorkommen
Das Seidenmoos besiedelt bevorzugt kalkhaltiges Gestein und ist auch an Felsen und Mauern zu finden. Sekundär besiedelt es basenreiche Borke. Es kommt jedoch eher an halbschattigen Standorten vor. Verbreitet ist es in ganz Europa. Sein Areal dehnt sich bis nach Ost-Asien, im Süden bis ins tropische Afrika und im Westen bis in Teilen Nord-Amerikas aus.

Erkennungsmerkmale
Die Pflanzen bilden bis 6 cm lange Stämmchen, die mit Rhizoiden am Substrat haften. Sie sind dicht und ziemlich gleichmäßig verzweigt. Besonders die Äste sind grün bis gelbgrün gefärbt und seidig glänzend. Sie sind trocken charakteristisch sichelförmig nach oben gebogen. Die mit einer lang ausgezogenen Spitze lanzettlichen Blätter sind längsfaltig und dichtstehend. Der Blattrand ist ab der Blattmitte relativ schwach gezähnt. Die Blattrippe erreicht etwa 3/4 der Blattlänge. Die mittleren Laminazellen sind etwa 50 bis 100 µm lang und 4 bis 7 µm breit. Die Blattflügelzellen sind differenziert, hylain und von rechteckiger Form. Die rotbraun gefärbten Seten sind rauh und tragen hellbraune, gerade bis aufrechte, eiförmige Kapseln.

homalothecium sericeum blatt
Homalothecium sericeum
Blatt (40x)
homalothecium sericeum blattfluegel
Homalothecium sericeum
Blattflügelzellen (400x)
homalothecium sericeum blattspitze
Homalothecium sericeum
gesägte Blattspitze (250x)

Homalothecium nitens / Tomenthypnum nitens (Glänzendes Filzschlafmoos)

tomenthypnum nitens
Tomenthypnum nitens
tomenthypnum nitens habitus
Tomenthypnum nitens
Das Glänzende Filzschlafmoos, oder Glänzendes Goldmoos, Tomenthypnum nitens (Syn. Homalothecium nitens) ist ein für kalkreiche Feuchtwiesen oder Seggenrieden charakteristisches, seltenes Laubmoos.

Erkennungsmerkmale
Tomenthypnum nitens wächst meist in lockeren, gelblich grünen bis goldenen, in älteren Teilen auch bräunlichen Rasen. Die aufrechten Stämmchen sind deutlich gefiedert, stark glänzend und mit einem bräunlichem Rhizoidenfilz belegt. Die aufrecht abstehenden, dicht gestellten, steifen, langen, dreieckig-lanzettlichen Blätter sind mittelstark faltig und weisen einen etwas zurückgerollten Blattrand auf. Die Blattrippe erreicht gewöhnlich 3/4 der Blattlänge. Die wurmförmigen, prosenchymatischen Laminazellen sind etwa 50 bis 80 µm lang und 3 bis 5 µm breit. Sie sind zur Blattbasis hin leicht getüpfelt. Es gibt nur wenige, leicht aufgeblasene Blattflügelzellen. Die bis 6 cm lange, purpurn gefärte Seta trägt eine etwas geneigte, länglich zylindrische Kapsel, die eine kegeligen Deckel hat. Sporogone werden allerdings sehr selten gebildet.

Vorkommen
Das in Europa, Teilen Asiens und Nord-Amerika, sowie Grönland verbreitete Tomenthypnum nitens besiedelt basen- und kalkreiche, feuchte, nährstoffärmere, mäßig saure bis neutrale, lichte bis mäßig beschattete Standorte in Quell-, Nieder- und Zwischenmooren. Charakteristische Begleitmoose sind Bryum pseudotriquetrum, Campylium stellatum, Drepanocladus intermedius, Fissidens adianthoides oder Plagiomnium elatum. Das Moos ist vor allem durch Nährstoffeinträge, Melioration, Trockenlegung von Feuchtwiesen und der Zerstörung seines Lebensraumes bedroht. In Deutschland ist es vom Aussterben bedroht, in Mecklenburg stark gefährdet.

tomenthypnum nitens blatt
Tomenthypnum nitens
Blatt (40x)
tomenthypnum nitens blattfluegel
Tomenthypnum nitens
Blattfluegel (250x)
tomenthypnum nitens lamina
Tomenthypnum nitens
Laminazellen (400x)

Isothecium alopecuroides (Großes Mäuseschwänzchen)

isothecium alopecuroides blatt
Isothecium alopecuroides
Blatt (40x)
Erkennungsmerkmale
Isothecium alopecuroides bildet ausgedehnte, grüne bis dunkelgrüne Rasen. Die kräftigen, bis 10 cm großen Stämmchen haben meist bogig aufsteigende Äste, die charakteristisch nach unten gekrümmt sind. Die dachziegelartig anliegenden, schwer benetzbaren Blätter sind hohl und im oberen Drittel charakteristisch gesägt. Sie sind von lanzettlicher Form und vorne deutlich zugespitzt. Die einfache, selten zweifach gegabelte Blattrippe erreicht gewöhnlich 2/3 des Blattes. Die wurmförmig-prosenchymatischen Laminazellen sind etwa 20 bis 40 µm lang und 3 bis 6 µm breit. Die Blattflügelzellen bilden eine weniger deutlich abgegrenzte Gruppe aus undurchsichtig-braunen, rundlich-quadratischen Zellen mit verdickten Zellwänden. Die hellbraune Seta trägt eine rotbraune, leicht gekrümmte, zylindrische Kapsel, dessen kegilger Deckel kurz geschnäbelt ist. Eine Reife erfolgt mehr oder minder häufig während der Wintermonate.

Vorkommen
Isothecium alopecuroides besiedelt mäßig nährstoffarme, basenreiche, schwach saure Standorte auf Gestein und an Laubbaumbasen. Typische Begleitmoose sind Brachythecium rutabulum, Hypnum cupressiforme oder Plagiochila porelloides. Das in Deutschland häufige Moos ist sonst in gemäßigten Zonen auf der gesamten Nord-Hemisphäre zu finden.

isothecium alopecuroides blattfluegel
Isothecium alopecuroides
Blattflügel (200x)
isothecium alopecuroides blattrand
Isothecium alopecuroides
Blattrand (200x)
isothecium alopecuroides lamina
Isothecium alopecuroides
Laminazellen (400x)

Isothecium myosuroides (Kleines Mäuseschwänzchen)

isothecium myosuroides
Isothecium myosuroides
isothecium myosuroides blatt
Isothecium myosuroides
Blatt (40x)
isothecium myosuroides lamina
Isothecium myosuroides
Laminazellen (400x)
Isothecium myosuroides besitzt weit herab gesägte, lanzettliche Blätter, die sich in eine lange Spitze ausziehen. Die leicht glänzenden, hell- bis dunkelgrünen Pflanzen sind charakteristisch büschelig oder bäumchenförmig verzweigt. Die dickwandigen Laminazellen sind etwa 20 bis 40 µm lang und 3 bis 6 µm breit. Die mehr oder minder deutlich abgesetzten Blattflügelzellen sind undurchsichtig, gelblich-grün gefärbt und rundlich-rechteckig geformt. Isothecium myosuroides besiedelt nährstoffarme, schattige, luftfeuchte, meist mäßig kalk- und basenarme, frische bis feuchte Standorte und ist besonders häufig in Nähe von Fließgewässern an stark geneigten Stellen zu finden. Es kommt sowohl auf überrieselten Gesteinen als auch auf (basenarmer) Borke vor. Typische Begleitmoose sind Brachythecium rivulare, Hypnum cupressiforme oder Anomodon attenuatus.

Rhynchostegium megapolitanicum (Unscheinbares Schnabeldeckelmoos)

rhynchostegium megapolitanicum
Rhynchostegium megapolitanicum
rhynchostegium megapolitanicum blatt
Rh. megapolitanicum Blatt
Erkennungsmerkmale
Rhynchostegium megapolitanicum wächst in mäßig kräftigen, schwach glänzenden Rasen. Die niederliegendes bis aufsteigenden, bis 10 cm langen Stämmchen sind mit bis 2 cm langen Ästchen unregelmäßig beastet. Die 1,8 bis 2,1 mm langen Blätter der Stämmchen und Ästchen sind ähnlich gestaltig. Sie sind abstehend und eiförmig-lanzettlich geformt und verlaufen ziemlich plötzlich in eine meist gedrehte, relativ lange Spitze. Der Blattrand ist fein gesägt. Die relativ dünne Rippe erreicht für gewöhnlich 2/3 der Blattlänge.

Vorkommen
Das konkurrenzschwache Rh. megapolitanicum besiedelt lichtreiche, trockene, meist kalk- und basenreiche, wenig nährstoffreiche Standorte. Es kommt in Halbtrockenrasen eingesprengt zwischen Gräsern vor, sowie auf kalkreichen Felsen und auf Sand. Typische Begleitmoose sind Eurhynchium striatum, Pottia intermedia oder Pottia lanceolata. Das Moos ist über ganz Europa sporadisch in den Kalkgebieten verbreitet und kommt bis nach Nordafrika und Zentralasien vor. In Deutschland ist es durch Ausbleiben von Störungen und Eutrophierung bedroht.

rhynchostegium megapolitanicum blattspitze
Rhynchostegium megapolitanicum
Blattspitze
rhynchostegium megapolitanicum lamina
Rhynchostegium megapolitanicum
Laminazellen
rhynchostegium megapolitanicum kapsel
Rhynchostegium megapolitanicum
Kapsel

Rhynchostegium murale (Mauer-Schnabeldeckenmoos)

rhynchostegium murale
Rhynchostegium murale
rhynchostegium murale blatt
Rhynchostegium murale
Blatt (40x)
rhynchostegium murale lamina
Rhynchostegium murale
Laminazellen (250x)
Das Mauer-Schnabeldeckenmoos Rhynchostegium murale ist ein pionierfreudiges, konkurrenzschwaches, recht häufiges epiphytisches Laubmoos aus der Familie der Brachytheciaceae.

Erkennungsmerkmale
Rhynchostegium murale bildet feucht glänzende, kräftige, dichte, frischgrüne bis dunkelgelbgrüne, flache Rasen. Die kriechenden Stämmchen sind verzweigt und etwa 3 bis 4 cm lang. Die Ästchen sind oft kätzchenförmig beblättert und meist aufrecht. Die Stamm- und Ästchenblätter sind gleichgestaltig. Sie werden etwa 1 bis 1,4 mm lang, sind trocken dachziegelig oder aufrecht abstehend. Charakteristisch ist ihre löffelförmig, hohle Gestalt. Die Blattspitze ist breit abgerundet und weist ein kurzes, aufgesetztes Spitzchen auf. Die schwach ausgebildete Mittelrippe schwindet in det Blattmitte. Die leicht prosenchymatischen Laminazellen sind verlängert rhomboidisch und etwa 60 bis 95 µm lang und 7 bis 10 µm breit. Die rechteckigen Blattgrundzellen sind etwa 20 bis 40 µm lang und breiter als die mittleren Laminazellen. Eine Sporenreife erfolgt häufig zumeist im Spätsommer oder in den Wintermonaten. Die glatte Seta trägt eine etwas geneigte, gekrümmte, unter der Mündung etwas verengte Sporenkapsel, dessen Deckel lang und schief geschnäbelt ist und die Kalyptra kappenförmig ist. Die Sporen haben einen Durchmesser von etwa 14 bis 18 µm.

Vorkommen
Das pionierfreudige, konkurrenzschwache, recht häufige Gesteinsmoos besiedelt kalk- oder basenreiche, halbschattige bis schattige, frische bis feuchte, nährstoffreiche Standorte. Es ist meist epiphytisch auf Gestein und auf Mauern zu finden, seltener in Wäldern auf Borke in Nähe von Senken oder Bächen. Es kann auch zeitweilige Überflutung ertragen und ist selten auch auf Erde an Fließgewässern zu finden. Begleitmoose sind z.B. Barbula fallax, Fissidens taxifolius, oder Plagiomnium rostratum. Schwerpunktmäßig ist es in ganz Europa bis nach Ostasien und Nord-Afrika verbreitet.

Rhynchostegium riparioides (Ufer-Schnabeldeckenmoos)

rhynchostegium riparioides
Rhynchostegium riparioides
rhynchostegium riparioides blatt
Rhynchostegium riparioides
Blatt (40x)
Rhynchostegium riparioides, das Ufer-Schnabeldeckenmoos, oder je nach Auffassung auch Platyhypnidium riparioides genannt.

Erkennungsmerkmale
Die kräftigen, bis 15 cm langen, miteinander verwebten, glänzenden Pflanzen sind an den unteren, älteren Teilen dunkelgrün gefärbt, an den oberen Teilen jedoch lebhaft grün. Die unregelmäßig verweigten Stämmchen haften dem Substrat mit Rhizoiden an. Die sowohl feucht als auch trocken abstehenden Blätter sind eiförmig, schmal, schwach hohl und zwischen 1,8 und 2,9 mm lang. Der Blattrand ist gesägt und häufiger etwas umgeschlagen. Die Blattrippe erreicht etwa 3/4 des Blattes. Die linealischen, wurmförmigen Laminazellen werden etwa 50 bis 100 µm lang und 5 bis 9 µm breit. Die Blattflügelzellen sind mehr oder minder rechteckig geformt. Die dickwandigen Blattgrundzellen sind (oft undeutlich) getüpfelt. Die glatte, rötliche Seta trägt eine gekrümmte, ovale, nickend oder wenig aufrechte Kapsel, die trocken unter der Mündung verengt ist. Sporogone werden gewöhnlich mäßig häufig zwischen August und April gebildet. Verwechslungsgefharen bestehen mit Amblystegium riparium und Brachythecium rivulare.

Vorkommen
Das Moos besiedelt vor allem in oligo- bis eutrophen Gewässer. Es ist relativ unempfindlich gegenüber Eutrophierungen. Dabei kommt es meist in schnell fließenden, sauerstoffreichen Bächen und Flüssen auf Gestein an beschatteten Standorten nahe der Oberfläche vor. In tieferen Wasserschichten wird es häufig von Fontinalis antipyretica abgelöst.

rhynchostegium riparioides blattrand
Rhynchostegium riparioides
Blattrand
rhynchostegium riparioides blattspitze
Rhynchostegium riparioides
Blattspitze
rhynchostegium riparioides lamina
Rhynchostegium riparioides
Laminazellen

Rhynchostegium confertum (Unscheinbares Schnabeldeckelmoos)

rhynchostegium confertum trocken
Rhynchostegium confertum
trocken
Rhynchostegium confertum ist ein typisches Gesteinsmoos. Die Pflanzen sind klein und haften mit Rhizoiden dem Substrat an. Einzelne Pflanzen sind bis 3 cm lang und unregelmäßig beastet. Stammblätter sind etwa 1,2 mm bis 1,8 mm lang und größer als die 0,9 mm bis 1,2 mm langen Astblätter. Das konkurrenzschwache Moos besiedelt mäßig schattige, frische bis feuchte, basenreiche, nährstoffreiche Gesteine wie Sandstein, Basalt und seltener auch Kalkstein, typischerweise entlang von Waldbächen auf Steinen außerhalb der Spritzwasserzone. Zuweilen kommt es auch als Pioniermoos an Mauern vor. Typische Begleitmoose sind Amblystegium serpens, Brachythecium populeum, Eurhynchium hians oder Hypnum cupressiforme.

rhynchostegium confertum feucht
Rhynchostegium confertum
feucht
rhynchostegium confertum astblatt
Rh. confertum
Astblatt
rhynchostegium confertum stammblatt
Rh. confertum
Stammblatt

Scleropodium purum (Grünstängelmoos)

scleropodium purum habitus
Scleropodium purum
scleropodium purum
Scleropodium purum
Scleropodium purum ist ein typisches Waldbodenmoos, welches besonders für junge, aufgeforstete Wälder charakteristisch ist. Es wächst bevorzugt an nährstoffreichen, vom Menschen geschaffenen Standorten und wird durch Neuaufforstungen stark gefördert. Momentan vermehrt sich das Moos weitgehend vegetativ. Fruchtende Bestände werden in neuerer Zeit nur noch äußerst selten beobachtet, was wahrscheinlich durch die starke Luftverschmutzung hervorgerufen wird.
In Fichtenwäldern oder -aufforstungen kann das Moos durchaus vom Moosauge Moneses uniflora begleitet werden.

scleropodium purum blatt
Scleropodium purum
Blatt (40x)
scleropodium purum blattfluegel
Scleropodium purum
Blattflügelzellen (400x)
scleropodium purum lamina
Scleropodium purum
Laminazellen (400x)