Korseby Online - Cephaloziaceae
Cephaloziaceae
Diese Kopfsprossmoosfamilie ist weltweit mit 12 Gattungen vertreten. Viele Vertreter sind ziemlich unauffällig und auf dem Substrat kriechend.
Cephalozia bicuspidata (Zweispitziges Kopfsprossmoos)
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Cephalozia bicuspidata
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Cephalozia bicuspidata
Flankenblatt (125x) |
Cephalozia bicuspidata, das Zweispitzige Kopfsprossmoos, bildet oft dichte dunkelgrüne, oder braungrüne Rasen. Die quer gestellten Flankenblätter sind auf der Hälfte oder auf einem Drittel V- oder U-förmig in 2 lanzettliche Lappen geteilt. Die Flankenblattzellen sind etwa 25 bis 70 µm im Durchmesser. Seltener sind bis 3 Ölkörper in einer Zelle vorhanden. Die Lappen der weiblichen, öfters gezähnten Hüllblätter sind scharf zugespitzt. Das Perianth ist deutlich länger als die weiblichen Hüllblätter und weist eine kurz gezähnte Mündung auf. Die männlichen Gametangienstände sind dort ährenförmig angebracht.
Vorkommen
Cephalozia bicuspidata besiedelt lichte bis schattige, frische bis nasse, saure, Stellen in Wäldern, auf meist kalkarmen, humusreichen oder -armen, sandigen oder lehmigen Böden, auch an Wegrändern, an Ufern von Gewässern, besonders auch an Baumbasen, auf morschen holz und in Zwischen- und Hochmooren. Soziologisch wird es of von Calypogeia muelleriana oder Dicranella heteromalla begleitet. Das Lebermoos ist verbreitet und nicht gefährdet.
Cephalozia connivens (Moor-Kopfsprossmoos)
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Cephalozia connivens (32x)
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Cephalozia connivens
Flankenblatt (125x) |
Merkmale
Die Pflänzchen sind blass gelblich bis hellgrün gefärbt. Sie sind nur ca. 1mm breit. Die Stämmchenspitzen sind oft etwas geschwollen beblättert. Die längs gestellten, rundlichen Flankenblätter sind ca. 0,6 mm breit und am Grunde meist 7 bis 10 Zellen breit. Sie sind auf ein Drittel bis auf die Hälfte der Länge in zwei Lappen geteilt, deren stumpfe Spitzen einander zuneigen. Die Laminazellen sind ziemlich groß (30 bis 50 µm breit und 55 bis 70 µm lang) und mehr oder weniger sechseckig. Sie enthalten in der Regel keine Ölkörper. Die Art fruchtet häufig im Frühjahr. Die Art vermehrt sich allerdings auch vegetativ durch Brutkörper.
Standortansprüche
Die Art wächst an oligotrophen, sauren, feuchten Standorten in Hoch- und Zwischenmooren, auf Torf, an Grabenrändern, selten auch auf morschem Holz. Da die Art eng an solche Standorte gebunden ist, ist sie durch die Zerstörung ihres Lebensraum besonders bedroht. Sie wächst eingesprengt zwischen anderen Moosen oder in dünnen Überzügen, oft zusammen mit Campylopus pyriformis, Dicranodontium denudatum und Sphagnum-Arten. Die Art kommt in Europa und Nordamerika vor. In Mitteleuropa wächst sie vor allen in den Mooren des Flachlands. In den Gebirgen und Mittelgebirgen ist sie selten.
Cephaloziella divaricata (Spreizblättriges Kleinkopfsprossmoos)
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Cephaloziella divaricata
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Vorkommen
Cephaloziella divaricata besiedelt vor allem lichtreiche und trockene Standorte. Dabei bevorzugt es saure, kalkarme Humusböden. Es ist jedoch auch auf übererdetem Gestein und auf sandigen bis lehmigen Erdstellen zu finden. Häufig wächst es zusammen mit Ceratodon purpureus, Hypnum cupressiforme s. l., Dicranella heteromalla, Campylopus flexuosus und Racomitrum heterostichum.
Erkennungsmerkmale
Das Moos bildet niederliegende, bis schwach aufsteigende, dunkelgrün bis bräunliche Pflänzchen aus, die rasenförmig oder zwischen anderen Moosen eingestreut vorkommen können. Sie werden nur bis 1 cm lang und etwa 0,7 mm breit. Der Spross weist einige zerstreute Rhizoide (Stolonen) auf. Die etwa bis zur Hälfte in zwei Lappen geteilten Blätter stehen zu 45° quer und aufrecht am Spross. Die Basis der Blattlappen ist 5 bis 9 schwach verdickte Zellen breit, die etwa 8 bis 20 µm lang und 10 bis 15 µm breit werden können. Von den anderen Cephaloziella-Arten lässt sich die Art durch die immer vorhandenen Unterblätter unterscheiden, die jedoch in Form und Größe stark variieren können. Weibliche Pflänzchen bilden scharfe Hüllblätter aus. Oft sind zweizellige, grün bis braun gefärbte Brutkörper vorhanden, die etwa 15 bis 25 µm im Durchschnitt groß sind.
Cephaloziella hampeana (Häufiges Kleinkopfsprossmoos)
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Cephaloziella hampeana
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Cephaloziella hampeana
Habitus (40x) |
Das par- oder autözische Cephaloziella hampeana ist ein variables beblättertes Lebermoos, das niederliegend oder (besonders fertile Pflanzen mit Antheridien oder Archegonien) aufsteigend in schwach-grünen bis bräunlich-grünen Überzügen oder winzigen Rasen wächst oder eingestreut zwischen anderen Moosen vorkommt und hier wegen seiner geringen Größe leicht übersehen wird, denn einzelne Stängel sind nur bis 1,5 cm lang. Die Flankenblätter sind etwa doppelt so breit wie das Stämmchen und sind aufrecht oder etwas sparrig abstehend. Sie sind etwa bis zur Hälfte (selten bis 2/3) mehr oder minder rechtwinklig in zwei ganzrandige, breite, eiförmige Lappen gespalten, die an der Basis 6 bis 8 Zellen breit sind. Öft gibt es auch eine einzelne Zelle an der Spitze eines jeden Lappens, die dann jedoch stumpf ist. Die Flankenblattzellen sind etwa 11 bis 20 µm lang und 8 bis 14 µm breit. Sie haben eine glatte Cuticula und dünne Zellwände. Die Unterblätter fehlen an den sterilen Trieben, die jedoch dafür 3-zellige, bräunliche Brutkörper ausbilden.
Die männlichen Antheridienstände kommen meist in Paaren zu 10 bis 15 langen, in einigem Abstand vom Perianth stehenden Seitenästen vor. Die kaum gezähnten, hohlen Hüllblätter sind etwas größer als die Flankenblätter, aber stets kleiner als die weiblichen Hüllblätter. Der weibliche Archegonienstand bildet deutlich große Hüllblätter aus, die etwa bis 2/3 eingeschnitten und unregelmäßig gezähnt sind. Sie sind zu einem Blattbecher verwachsen. Die Basis der weiblichen Hüllblätter ist stets frei und wird nicht durch männliche Hüllblätter verdeckt. Das gekerbte, 5-faltige Perianth tritt zu 3/4 aus den Hüllblättern heraus.
Verwechslungsgefahr besteht mit dem parözischen Cephaloziella rubella, welches jedoch häufig rötlich überfärbt ist, kleinere Brutkörper ausbildet, dickere Flankenzellwände hat und deren männliche Hüllblätter die Basis der weiblichen überdecken. Zudem sind die Flankenblattlappen nur etwa 4 bis 7 Zellen dick.
Vorkommen
Cephaloziella hampeana besiedelt lichtreiche bis halbschattige, feuchte, saure, kalkarme und humose Standorte. Es wächst oft eingestreut zwischen anderen Moosen auf humoser Erde, an Baumbasen oder auf Totholz. Seltener wird auch degenerierter Torf bewachsen. Das Lebermoos ist über die gesamte Nord-Hemisphäre in den gemäßigten Zonen verbreitet. Wegen seiner geringen Größe und wegen der kleinen, fragmentarischen Populationen wird es oft übersehen und ist zerstreut verbreitet. In Mecklenburg ist es jedoch etwas häufiger als C. rubella.
Odontoschisma denudatum (Nacktes Pfennigmoos)
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Odontoschisma denudatum
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Odontoschisma denudatum formt meist lockere, gelblich-grüne, selten auch bräunliche Rasen. Die einzelnen, bis 2 cm großen Pflanzen sind dreireihig beblättert. An deren Spitze befinden sich zahlreiche Brutkörper, die einen gelblich- oder weißlichrot-cyanen Kugel bilden. Öfters werden Brutkörper auch in den Blattachseln gebildet. Die sich überlappenden, oft etwas abstehenden, rundlich-eiförmigen, hohlen Blätter sind nicht größer als 0,7 mm. Den Blattrand umgibt eine papillös gewellte, feinwarzige Cuticula. 0,4 mm große Unterblätter sind nur an den Triebspitzen ausgebildet. Sie sind lanzettlich geformt. Die Zellwand der Laminazellen ist in deren Ecken charakteristisch verdickt - so ergibt sich eine besondere sternartige Form.
Vorkommen
Odontoschisma denudatum besiedelt saure bis stark saure, stickstoffarme, lichte bis schattige, luftfeuchte und feuchte bis nasse Standorte. Es ist besonders auf morschem Holz, degeneriertem Hochmoortorf, auf umgefallenen Bäumen, seltener auf sandigem Boden oder auf Sandsteinfelsen in Mooren und in feuchten Wäldern zu finden. Typische Begleitmoose in Mooren sind Orthodicranum flagellare oder Hypnum mamillatum, in Wäldern häufig Lepidozia reptans oder Tetraphis pellucida. Das Moos ist in den nördlichen, gemäßigten Zonen der Nordhemisphäre verbreitet.
















