Korseby Online - Funariaceae
Funariaceae
Diese Moosfamilie umfasst fast ausschließlich pionierfreudige, kleine, rosettig beblätterte Moose.
Funaria hygrometrica (Wetteranzeigendes Drehmoos)
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Funaria hygrometrica
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Erkennungsmerkmale
Funaria hygrometrica wächst gruppenweise oder in ausgedehnten mehr oder minder dichten Rasen. Es bildet bleichgrüne, oder schmutzig grüne bis gelblich grüne, knospenförmige Pflänzchen aus. Die Sprosse werden nicht länger als 15 mm hoch. Die Blätter sind an der Spitze knospenförmig zusammengeneigt, hohl, eiförmig lanzettlich bis eilänglich-spatelförmig, kurz zugespitzt. Selten weisen diese eine sehr kurz austretene Rippe auf, die sonst in der Blattspitze endend. Die männlichen Pflanzen bilden an der Spitze der Blattrosette Antheridien. Die Laminazellen sind rechteckig, oder verlängert sechseckig geformt, etwa 50 bis 100 µm lang und 25 bis 50 µm breit. Im oberen Teil des Blattes sind sie mindestens rechteckig, jedoch nie rundlich. Die bis 4 cm lange Seta ist aufrecht, oder am oberen Ende leicht gebogen und geschlängelt bis gedreht. Die asymmetrischen, gekrümmten Kapseln sind geneigt oder hängend, schief birnenförmig, trocken deutlich gefurcht und bräunlich gefärbt. Sie weisen besitzen einen langen Hals. Das Peristom ist doppelt ausgebildet und stets gut entwickelt. Der haubenförmige Kapseldeckel weist keine Spitze auf, ist glatt und sitzt an der Basis dem Anulus der Kapsel auf. Die kaputzenförmige Kalyptra ist geschnäbelt und sitzt der Kapsel schief auf. Die meist glatten Sporen werden im Durchschnitt etwa 12 - 22 µm groß. Sporogone sind immer reichlich vorhanden. Die Reife kann während des gesamten Jahres erfolgen.
Vorkommen
Funaria hygrometrica ist weltweit verbreitet. In Mitteleuropa ist es ein häufiges Moos. Es besiedelt offene, nährstoffreiche, meist lichtreiche, frische bis feuchte Standorte und bevorzugt sandige, lehmige, tonige Erde, Humus, Torf, Schotter oder Kies. Natürliche Standorte sind wohl Brandstellen und schlammige Gewässerufer. Sonst ist es besonders an gestörten Ruderalflächen, Schuttplätzen, Müllhalden, in Gärten und stark landwirtschaftlich genutzten Äckern zu finden. Die Vorkommen meist unbeständig und kurzlebig.
Physcomitrium pyriforme (Birnförmiges Blasenmützenmoos)
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Physcomitrium pyriforme
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Erkennungsmerkmale
Das Moos bildet bis 1 cm hohe Pflänzchen, die blassgrün bis gelblich grün gefärbt sind. Die unteren Blätter sind klein, die oberen zunehmend größer und rosettenartig gehäuft. Sie stehen aufrecht bis sparrig ab, sind verkehrt eiförmig bis eiförmig lanzettlich und scharf zugespitzt. Die Blattränder sind im oberen Teil auffällig gesägt. Die Rippe endet unterhalb oder in der Blattspitze. Die rhombisch bis rechteckigen Laminazellen sind locker gestellt, dünnwandig und 20 bis 50 µm breit. Am Blattrand bildet sie nicht selten einen undeutlichen Saum aus längeren und schmaleren Zellen. Zudem gibt es oft deutlich differenzierte Gruppe von Zellen in der Nähe des Blattgrundes, die hyalin, wasserhell und bereits mit der Lupe erkennbar sind. Die aufrechte Seta wird bis 14 mm lang. Sie trägt aufrechte Kapseln, die kugelig bis umgekehrt birnenförmig sind. Ihr Kapselhals ist kurz und dick. Ein Peristom ist nicht vorhanden. Der Kapseldeckel weist einen kurzen Schnabel auf. Die Kalyptra, die im unteren Teil tief in mehrere Lappen geteilt ist, ist mützenförmig und hat einen auffällig langen Schnabel. Die papillösen Sporen sind im Durchmesser 25 bis 45 µm. Eine Sporenreife erfolgt im Frühjahr bis Frühsommer.
Vorkommen
Physcomitrium pyriforme besiedelt lichtreiche, offene, feuchte bis nasse, basenreiche, oft kalkhaltige, basisch bis schwach saure, nährstoffreiche, teils gestörte Standorte. Es wächst auf lehmiger, toniger oder humoser Erde. Brachäcker, lückige Wiesen und Weiden, Gräben, gestörte Ruderalflächen, frischen Erdablagerungen, Ufer von Gewässern, offenerdige Stellen in Auwäldern und Torfausstiche gehören zu den typischen Stellen. Häufiger wurde das Moos auch in Gartenbeeten, in Gewächshäusern und Blumentöpfen beobachtet.







