Korseby Online - Plagiochilaceae

Plagiochilaceae

Die Vertreter dieser beblätterten Lebermoosfamilie haben ein plattgedrücktes Perianth, das zylindrisch oder stumpf dreikantig ist.

Plagiochila porelloides (Kahlfrüchtiges Muschelmoos)

plagiochila porelloides
Plagiochila porelloides
plagiochila porelloides blattrand
Plagiochila porelloides
Blattrand (200x)
plagiochila porelloides zellen
Plagiochila porelloides
Thalluszellen (400x)
Erkennungsmerkmale
Plagiochila porelloides bildet grüne bis dunkelgrüne Überzüge. Die wenig verzweigten Pflänzchen werden bis 7 cm lang. Die mäßig dicht stehenden, verkehrt eiförmigen Blätter sind etwa 1,5 bis 2,5 cm im Durchmesser und nur wenig länger als breit. An der Spitze sind sie charakteristisch muschelförmig hohl und abgerundet. An der unteren Blattbasis laufen sie deutlich dem Stämmchen herab. Unterblätter sind extrem klein oder fehlen völlig. Der Blattrand ist fein gesägt. Die rundlich-sechseckigen Zellen des Blattes haben Zellwandverdickungen in den Ecken. Sie sind im Durchschnitt etwa 20 bis 40 µm. Die männlichen Pflanzen des selten fruchtenden Mooses haben sackartige, dicht gestellte Hüllblätter, die 2 Antheridien umschließen.

Vorkommen
Plagiochila porelloides wächst an naturnahen, frischen bis feuchten, halbschattigen, mäßig kalk- und basenreichen, mäßig nährstoffarmen Stellen in Laubwäldern, an steilen Böschungen, an Kalk- und Silikatsteinen, selten auch epiphytisch auf Baumborke oder Mauern. Typische Begleitmoose sind Anomodon viticulosus, Isothecium alopecuroides oder Plagiomnium cuspidatum. Es ist auf der gesamten kühl-gemäßigten Nord-Hemisphäre verbreitet.

Plagiochila asplenioides (Großes Muschelmoos)

plagiochila asplenioides
Plagiochila asplenioides
Plagiochila asplenioides ist deutlich größer als P. porelloides. Einzelne Pflanzen werden 12 cm lang und sind 5 bis 9 mm breit. Auch die Blätter sind mit 2,5 bis 4 mm, sowie dessen Laminazellen mit 35 bis 45 µm Durchmesser deutlich größer. P. asplenioides besiedelt halbschattige bis schattige, frische bis nasse, luftfeuchte, mäßig kalkreiche und basenreiche Stellen auf humoser Erde, morschem Holz oder übererdeten Gestein entlang von Waldbächen und -tälern, in Auwäldern oder an Quellstellen. Typische Begleitmoose sind Eurhynchium striatum, Plagiomnium affine, Plagiomnium undulatum oder Thuidium tamariscinum. Das Moos ist in den meisten Teilen Europas, der Türkei und Nordafrika verbreitet.