Korseby Online - Sphagnaceae
Sphagnaceae
Torf- oder Bleichmoose sind nicht nur ökologisch bedeutsame Moose. Viele Arten lassen sich bereits makroskopisch ansprechen.
Index
- Sektion Sphagnum
- Sphagnum palustre (Sumpf-Torfmoos)
- Sphagnum magellanicum
- Sektion Acutifolia
- Sphagnum fimbriatum (Zierliches Torfmoos)
- Sphagnum rubellum (Rötliches Torfmoos)
- Sphagnum subnitens (Feder-Torfmoos)
- Sphagnum warnstorfii
- Sektion Squarrosa
- Sphagnum squarrosum (Sparriges Torfmoos)
- Sphagnum teres (Rundes Torfmoos)
- Sektion Cuspidata
- Sphagnum fallax
- Sphagnum angustifolium (Schmalblättriges Torfmoos)
- Sphagnum flexuosum (Gekrümmtes Torfmoos)
- Sphagnum riparium (Ufer-Torfmoos)
Sektion Sphagnum
Vertreter dieser Sektion bilden kahnförmig hohle Astblätter aus, die 1,5 bis 2 mal so lang wie breit und stumpf kappenförmig gespitzt sind. Die Epidermiszellen von Stamm- und Ästen bilden Spiralfasern aus. Generell handelt es sich um dickliche, oft große Pflanzen.
Sphagnum palustre (Sumpf-Torfmoos)
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Sphagnum palustre
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Sphagnum palustre
Stammblatt (40x) |
Erkennungsmerkmale
Sphagnum palustre bildet kräftig grüne Pflanzen, die häufig in den Köpfen gelblichbraun (jedoch nie rot) gefärbt sind. Sie erscheinen dicklich durch die eiförmig, hohlen Blätter. Die oberen Äste sind abstehend oder bogig nach unten hängend. Sie treten in Büscheln zu je 3 bis 6 Ästen auf, wovon die hängenden dem Stamm angedrückt sind.
Die Epidermis des Stammes ist 3-schichtig, weist meist 1 bis 4 Poren auf und ist reich an Spiralfasern. Die Sklerodermis ist gewöhnlich gelblichgrün, selten ist sie auch gebräunt. Die breit abgerundeten, zungen- bisspatelförmigen, hohlen Stammblätter sind schmal hyalin gesäumt und stets größer als 0,8 mm. Die fibrösen Stammblatt-Hyalocyten weisen relativ viele Poren (Membranlücken) auf.
Die rundlich-ovalen Astblätter stehen recht dicht am Stämmchen. Die ungeteilten Astblatt-Hyalocyten haben keine Fasern, weisen in der Nähe der Seitenränder jedoch große runde Löcher auf. Am Außenrand gibt es zudem schmale elliptisch geformte Poren. Die im Querschnitt gleichschenklig-dreieckig geformten Chlorocyten der Astblätter liegen auf Ober- und Unterseite frei. Sie sind daher an den Außenseiten nicht von Hyalocyten umgeben.
Im Winter bildet Sphagnum palustre rötliche erythrine Farbstoffe, die eine Bestimmung erschweren können. Formen mit abstehenden Blättern können mit Sphagnum squarrosum verwechselt werden, welches jedoch zugespitzte, länglich eiförmige Astblätter ausbildet. Deren Rindenzellen bilden zudem keine Fasern aus und haben höchstens 1 Pore.
Vorkommen
Sphagnum palustre ist ein weit verbreitetes Torfmoos an meso- bis eutrophen, feuchten bis nassen Standorten. Es bildet große Teppiche oder aufgewölbe Bulte in basenreichen Niedermooren, ist meist an den Rändern von Kessel- und Hochmooren zu finden, besiedelt jedoch auch nasse Waldstellen oder Bruchwälder und ist hier oft mit Molinia caerulea und Phragmites australis vergesellschaftet. Begleitmoose sind häufig Sphagnum fimbriatum, Sphagnum subnitens oder Sphagnum squarrosum. Die Art ist über ganz Europa bis nach Ost-Asien und in Teilen Amerikas, Australiens und Neuseeland verbreitet.
Sphagnum magellanicum
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Sphagnum magellanicum
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Sphagnum magellanicum
Stammblatt (40x) |
Erkennungsmerkmale
Sphagnum magellanicum bildet bis 20 cm lange Pflanzen, die matt dunkel- oder bläulichrot, purpurn bis tief purpurrot oder karminrot gefärbt sein können. Gelegentlich treten auch grünlich gefärbte Pflanzen auf. Sie wachsen stets in Polstern oder formen Bulte. 4 bis 5 Äste treten in Büscheln zusammen, wovon 2 oder 3 Äste abstehen. Die anderen hängenden Äste liegen dem Stämmchen dicht an.
Die schwach-faserige, dünnwandige Epidermis des Stammes ist meist 4-schichtig, wobei die Außenwände meist 1 oder 2 (selten bis 4) kleine Löscher aufweisen. Die Sklerodermis ist rötlich, rotbraun oder purpurn gefärbt. Die flachen, fast rechteckigen, zungenförmigen Stammblätter liegen dem karminrot gefärbten Stämmchen dicht an und weisen keine Blattlfügelzellen auf.
Die hohlen, lanzettlichen Astblätter laufen in eine breite, gerundete Spitze aus. Sie liegen den Ästchen meist dachziegelig an. Nur selten sind sie leicht abstehend. Die Hyalocyten haben auf der Blattinnenfläche große, runde Poren in der Nähe der Seitenränder. Auf der Außenseite stehen die Poren zu zweit oder zu dritt zusammen. Die kleinen, elliptisch geformten Chlorocyten sind gewöhnlich glatt, erscheinen im Astblattquerschnitt zentriert und werden von den großen Hyalocyten völlig eingeschlossen.
Eine Verwechslungsgefahr besteht eigentlich nur mit rötlichen Formen von Sphagnum palustre. Durch einen Querschnitt der Astblätter lässt es sich durch die zentrierte Stellung der Chlorocyten jedoch eindeutig unterscheiden.
Vorkommen
Sphagnum magellanicum wächst in oder auf Bulten in sauren, oligtrophen Hoch- und Kesselmooren. Es ist zumeist in zentralen Bereiche der Moore zu finden. Häufig ist es auch an der Bildung von Schwingrasen beteiligt. Typische Begleitmoose sind Sphagnum angustifolium, Sphagnum fallax oder Sphagnum fuscum. Der optimale pH-Bereich der Umgebung soll zwischen 2 und 4,5 liegen. In übernässten Niedermooren formt es häufig mit Carex rostrata Bulte über nästoffarmen Humusböden. In nassen Stellen in Wäldern kann es auch in einer grünen Form auftreten. Sphagnum magellanicum ist circumpolar verbreitet und kommt in ganz Mitteleuropa häufig vor.
Sektion Acutifolia
Vertreter dieser Sektion haben fast immer einen rötlichen bis violetten Stamm durch die ebenso gefärbte Epidermis. Die Stammblätter sind meist aufrecht. Die Astblatt-Chlorocyten sind auf der Blattoberseite frei-, auf der Blattunerseite nicht freiliegend und sind oft rötlich überlaufen.
Sphagnum fimbriatum (Zierliches Torfmoos)
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Sphagnum fimbriatum
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Erkennungsmerkmale
Die zarten, schlanken, grün bis gelblich grün, später bräunlich gefärbten Pflanzen bilden lockere bis dichte Rasen. Die Äste stehen zu 3 oder 5 Büscheln, wovon 2 oder 3 abstehen. Die Epidermis des Stammes ist 1- bis 3-schichtig und deutlich von der mehr oder minder farblosen Sklerodermis abgesetzt. Die aufrecht dem Stamm anliegenden Stammblätter sind an der Spitze am breitesten und oft ausgefranst. Die Stammblatt-Hyalocyten bestehen meist aus 2 bis 4 Bereichen. Die eilanzettliche, dem Ästchen anliegenden Astblätter weisen eine etwas abstehende Spitze auf. Die Astblatt-Hyalocyten beherbergen entfernt stehenden Fasern. Poren gibt es auf Ober- und Unterseite. Die beiderseits freiliegenden Chlorocyten sind viereckig geformt. Häufig ist das Moos fruchtend zu finden. Die Sporen sind etwa 21 bis 27 µm im Durchmesser.
Vorkommen
Das in den nördlich gemäßigten Zonen vorkommende Sphagnum fimbriatum ist in etwas trockenen Bereichen von oligo- bis mesotrophen Hochmooren, an deren Rändern im Übergang zum Wald, an Ufern von Gewässern in Erlenbrüchen, Gräben und Moorrändern häufig zu finden. Oft wächst es zusammen mit Sphagnum angustifolium, Sphagnum fallax, Sphagnum palustre oder Sphagnum squarrosum.
Sphagnum rubellum (Rötliches Torfmoos)
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Sphagnum rubellum
Stammblatt (40x) |
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Sphagnum rubellum
Stammblatt Saum (250x) |
Die recht schmächtigen oder mittel-kleinen Pflanzen von Sphagnum rubellum nehmen Farbtöne von gleichgelb über grünlich (schattige Standorte) bis nach rötlich-purpurn(voll-besonnt) an. Der Schopf ist zumeist stark rot gefärbt. Die Äste stehen in Büscheln zu je 3 oder 4, wovon 2 abstehen.
Die Stamm-Epidermis ist 3- bis 4-schichtig und von der rötlich-purpurnen Sklerodermis deutlich abgesetzt. Die zungenförmigen Stammblätter haben eine abgerundete Spitze, die nur etwa 3 Zellbreiten weit ausgefranst ist. Der Stammblattsaum ist zur Basis hin stark verbreitert und die rhombischen Stammblatt-Hyalocyten sind gewöhnlich faser- und porenlos.
Die relativ dicht gelagerten, eiförmig-lanzettlichen Astblätter der abstehenden Äste stehen in 5 Reihen und sind nicht selten etwas einseitswendig gebogen und am oberen Rand etwas nach innen umgerollt. Daher erscheinen die Äste oft etwas kraus. Die Astblatt-Hyalocyten weisen, besonders zur Basis und den Rändern hin, große Poren auf. Die Astblatt-Chlorocyten erscheinen im Querschnitt dreieckig und werden auf der Außenseite von den Hyalocyten umschlossen oder stehen frei.
Vorkommen
Sphagnum rubellum besiedelt oligo- bis mesotrophe, feuchte bis nasse Hochmoorränder, Zwischen- und Niedermoorsenken. In Mecklenburg ist es relativ stark zurückgegangen. Oft bildet es Bulte und bevorzugt etwas trockenere Stellen. Typische Begleitmoose sind Sphagnum magellanicum, Sphagnum russowii oder Sphagnum teres.
Sphagnum subnitens (Feder-Torfmoos)
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Sphagnum subnitens
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Erkennungsmerkmale
Die klein bis großen Pflanzen bilden meist lockere Polster oder Rasen und sind sehr farbvariabel. Farbtöne reichen von grünlich über bräunlich bis rötlich violett. Im trockenen Zustand ist es weich und von metallischem Glanz.
Die Epidermis des Stamms ist 3- bis 4-schichtig. Die darunter liegende, farblos, grünlich, rötlich oder bräunlich gefärbte Sklerodermis ist von der Epidermis deutlich abgesetzt. Die mittelgroßen, lanzettlich bis dreieckig geformten Stammblätter liegen dem Stämmchen aufrecht an oder sind schwach abstehend. Sie sind scharf zugespitzt. Ihr Rand ist häufig umgerollt. Der Saum ist zur Blattbasis hin oft verbreitert. Die sechseckig-rhomboidalen Stammblatt-Hyalocyten sind nur wenig faserig.
Die Äste treten in Büscheln zu je 3 bis 4 zusammen, wovon meist 2 abstehen. Die eilanzettlichen, zugespitzten Astblätter, sind nicht 5-reihig und am Schopf häufig sparrig abstehend. Die Ränder sind besonders zur Spitze hin leicht eingerollt. Die Poren der Astblatt-Hyalocyten sind eigentlich nur im Außenbereich vorhanden und dort leicht beringt und halbkreisförmig. Die dreieckig-trapezförmigen Astblatt-Chlorocyten sind entweder auf der Außenseite leicht eingeschlossen oder beiderseits frei.
Verwechslungsgefahr besteht mit Sphagnum rusowii, welches jedoch hauptsächlich in sauren Mooren vorkommt. Zudem hat jede 2. bis 5. Rindenzelle des Stämmchens 1 Pore.
Vorkommen
Das recht seltene Sphagnum subnitens ist in basenreichen, nassen, oligo- bis eutrophen Regen-, Heide-, Wald- und Niedermooren zu finden. Seine Verbreitung reicht über Mitteleuropa und Teilen Nord- und Mittelamerikas. Wobei eine Tendenz zu südlichen, wärmeren Gebieten besteht. Derzeit ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen.
Sphagnum warnstorfii
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Sphagnum warnstorfii
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Erkennungsmerkmale
Die zierlichen, aufrechten, grünlich bis rötlich violett gefärbten Pflanzen stehen in lockeren bis dichten Rasen.
Die Epidermis des Stamms ist 2- bis 4-schichtig. Die darunter liegende, meist deutlich rötlich violett, oder selten grünlich, gefärbte Sklerodermis ist von der Epidermis stark abgesetzt. Die kleinen, lanzettlich bis zungenförmigen Stammblätter liegen dem Stämmchen aufrecht an. Ihre Spitze ist stumpflich und oft ein wenig eingerissen. Der Saum ist zur Blattbasis hin häufig verbreitert. Die sechseckig-rhomboidalen Stammblatt-Hyalocyten sind nur wenig faserig.
Die Äste treten in Büscheln zu je 3 bis 5 zusammen, wovon 2 oder 3 abstehen. Die eilanzettlichen, zugespitzten Astblätter treten in 5 Reihen auf. Selten sind diese auch etwas einseitswendig. Die Ränder sind besonders zur Spitze hin leicht eingerollt. Die Poren der Astblatt-Hyalocyten sind besonders im Außenbereich beringt. Die beiderseits freiliegenden Astblatt-Chlorocyten sind dreieckig-trapezförmig.
Verwechslungsgefahr besteht mit Sphagnum rubellum, welches jedoch in Hochmooren vorkommt und keine beringten Poren in den Astblatt-Hyalocyten aufweist. Sphagnum quinquefarium besiedelt Hochmoore vor allem in den höher gelegenen Regionen.
Vorkommen
Das in den subarktischen und borealen Klimazonen der nördlichen Hemisphäre verbreitete Sphagnum warnstorfii besiedelt bevorzugt basen- und mineralreiche, meist offene Niedermoore oder in Bruchwäldern. Typische Begleitmoose sind Tomenthypnum nitens, Sphagnum fimbriatum oder Sphagnum teres. Es ist besonders in letzter Zeit durch Trockenlegung von Feuchtbiotopen und Nutzungsintensivierung im starken Rückgang begriffen. In Mecklenburg-Vorpommern ist es auf der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft.
Sektion Squarrosa
Vertreter dieser Sektion bilden einen zumindest teilweise blassbraun, braun oder tiefbarun (fast schwarz) gefärbten Stamm aus. Die Hyalocyten des Stammes weisen keine Fasern auf. Die breit eiförmig lanzettlichen Astblätter sind ziemlich plötzlich in eine Spitze zugezogen. Ast- und Stammblätter sind meist etwa gleich groß und teilweise sparrig abstehend.
Sphagnum squarrosum (Sparriges Torfmoos)
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Sphagnum squarrosum
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Sphagnum squarrosum
Stammblatt (40x) |
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Sphagnum squarrosum
Stammblatt-Zellen (250x) |
Sphagnum squarrosum bildet recht kräftige, reingrüne, gelblichgrüne, oder im Herbst auch gelblichbraune Pflanzen, die eine deutliche Endknospe besitzen. Die Äste sind in Büscheln zu je 4 bis 6 angeordnet, wovon 2 oder 3 abstehend sind. Die durchsichtige Stamm-Epidermis ist 2 bis 4-schichtig, dünnwandig und hat gelegentlich kleine Löcher. Die Sklerodermis ist bleichgrün bis gelblich gefärbt und gibt dem Stämmchen seine Färbung.
Die zungenförmigen Stammblätter werden etwa 1,7 bis 2 mm groß. Sie hängen entweder am Stämmchen oder stehen ab. An der Spitze sind sie oft ein wenig ausgefrast, haben jedoch nie einen deutlichen Einschnitt. Die Stammblatt-Hyalocyten sind faserlos und etwas septiert.
Die eiförmig-lanzettlichen Astblätter werden etwa 1,7 bis 3 cm groß. Die Blätter der abstehenden Äste verlaufen aus einem breit eiförmigen Grund, der nach unten gewölbt ist, ziemlich plötzlich in eine sparrig abstehende Spitze. Daher erhalten die abstehenden Äste ihr charakteristisches sparriges Aussehen. Die Astblatt-Hyalocyten sind reichfaserig, nur wenig papillös und weisen 3 bis 7 große, rundliche Poren auf, die gehäuft am Rand und an den Ecken der Zellen auftreten. Die Astblatt-Chlorocyten sind im Querschnitt trapezförmig oder dreieckig. Sie sind entweder beiderseits von den Hyalocyten umschlossen, oder beiderseits frei.
Nicht squarröse Formen von Sph. squarrosum können mit Sphagnum teres verwechselt werden, das jedoch meist eine rötliche Färbung hat. Durch die Form der Stamm- und Astblätter mit der Lupe schnell von Sphagnum fallax zu unterscheiden.
Vorkommen
Sphagnum squarrosum besiedelt meist offene, lichtreiche bis halbschattige, basenreiche, mesotrophe, feuchte bis nasse Standorte in Nieder- und Übergangsmooren, ist jedoch auch in Waldmoorgesellschaften, in Hangquellmooren zu finden, sowie in Seggenrieden und vor allem Bruchwäldern. Charakteristische Begleitmoose sind Sphagnum fallax, Sphagnum fimbriatum oder Sphagnum palustre. Es ist über die gesamte Nord-Hemisphäre verbreitet und ein relativ häufiges Torfmoos.
Sphagnum teres (Rundes Torfmoos)
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Sphagnum teres
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Erkennungsmerkmale
Im Gegensatz zu Sphagnum squarrosum bildet S. teres nur schlanke und kleinere, braungelb bis grünlichbraun gefärbte Pflanzen aus. (Schattenformen sind auch blassgrün gefärbt.) Die farblose Epidermis des Stammes ist 2- bis 3-schichtig, die Sklerodermis ist dagegen braunrot oder grünlichgelbbraun gefärbt. Die Ränder der meist abstehenden, zungenförmigen Stammblätter sind fransig eingerissen. Die Äste stehen zu 4 oder 5 in Büscheln, wovon meist 3 abstehen. Die Astblätter sind eilanzettlich, gestutzt und bogig abstehenden. Die Poren der aufgebläht erscheinenden, rundlichen Hyalocyten sind unregelmäßig verteilt. Die Anzahl variiert zwischen 2 und 5. Die dreieckig geformten Astblatt-Chlorocyten sind an den Wänden oft porös.
Verwechslungsgefahr besteht mit Sphagnum girgensohnii, das jedoch kaum ausgefranste Stammblätter und eine kleinere Endknospe ausbildet.
Vorkommen
Das circumpolar verbreitete Sphagnum teres besiedelt mäßig bis stark basenreiche, relativ kalkarme Standorte in Niedermooren, auf Feuchtwiesen, in Sümpfen und auf Schwingrasen.
Sektion Cuspidata
Vertreter dieser Sektion bilden eine deutliche Endknospe aus. Ihre Stammblätter sind zumindest an der Spitze ausgefranst oder eingeschnitten. Die lang und schmalen, trocken meist querwelligen Astblätter sind nicht sparrig. Ihre Astblatt-Chlorocyten erscheinen im Querschnitt mehr oder minder dreieckig und liegen zumindest auf der Blattunterseite frei.
Sphagnum fallax
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Sphagnum fallax
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Erkennungsmerkmale
Die mittelkräftigen Pflanzen von Sphagnum fallax sind meist grünlich gefärbt, selten treten auch gelbbraune Farbtöne auf. Die Äste sind in Büscheln zu viert oder fünft organisiert, meist stehen 2 von ihnen ab.
Die 2- bis 4-schichtige Epidermis des Stammes ist relativ deutlich von der grünlichgelb gefärbten Sklerodermis abgesetzt. Die gleichseitig dreieckig geformten Stammblätter sind zugespitzt und etwa 1 mm im Durchmesser. Zudem ist ein recht deutlich ausgeprägter Saum vorhanden. Die Stammblatt-Hyalocyten sind höchstens wenig faserig.
Die länglich lanzettlichen, etwa 1 bis 3 mm langen Astblätter sind häufig in 5 Reihen am Ästchen angeordnet. Sie verlaufen allmählich in eine durch den umgerollten Blattrand scharf erscheinende Spitze. Im trockenen Zustand sind die Astblättter gewellt. Die Zellen auf der Blattinnenseite weisen einige Poren auf. Die Astblatt-Hyalocyten sind auf der Blattinnenseite gewölbt, während sie auf der Außenseite flach sind. Die dreieckigen Chlorocyten stehen auf der Außenseite frei. Auf der Innenseite werden sie gewöhnlich von den Hylalocyten eingeschlossen.
Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Sphagnum angustifolium, welches jedoch einen rötlichen Stamm ausbildet. Submerse Wasserformen können leicht mit Sphagnum cuspidatum verwechselt werden und sind nur mikroskopisch eindeutig zu unterscheiden.
Vorkommen
Das circumpolar verbreitete Sphagnum fallax ist in Europa ein häufiger Vertreter von sauren, mineralreichen, basenreichen oligo- bis mesotrophen Moorstandorten. Besonders typisch ist es an sehr nassen Stellen. Auf Schwingrasen ist es häufig mit Carex limosa und Scheuchzeria palustris vergesellschaftet. Charakteristische Begleitmoose sind Sphagnum angustifolium, Sphagnum fimbriatum, Sphagnum palustre oder Sphagnum riparium. Optimale pH-Werte der Umgebung sollen von 2,5 und 6 reichen.
Sphagnum angustifolium (Schmalblättriges Torfmoos)
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Sphagnum angustifolium
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Erkennungsmerkmale
Die mittelkräftigen Pflanzen sind meist gelblich braun gefärbt, seltener treten reingrüne Pflanzen auf. Die Äste sind in Büscheln zu viert oder fünft organisiert, meist stehen 2 oder 3 von ihnen ab.
Die Epidermis des Stammes ist nicht ausgebildet. Die Sklerodermis ist hyalin. Die kleinen, dreieckig geformten Stammblätter sind zugespitzt, haben eine abgerundete oder ausgefranste Spitze und sind etwa 1 mm im Durchmesser. Die Stammblatt-Hyalocyten weisen nur wenige Fasern und Poren auf.
Die länglich lanzettlichen, etwa 2 bis 3 mm langen Astblätter verlaufen allmählich in eine Spitze. Im trockenen Zustand sind die Astblättter nur wenig gewellt. Die Astblatt-Hyalocyten weisen auf der Innen- und Außenseite kleinere, oft undeutliche Poren auf. Die im Querschnitt dreieckigen Chlorocyten stehen auf der Außenseite frei. Auf der Innenseite werden sie gewöhnlich von den Hylalocyten eingeschlossen.
Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Sphagnum fallax, dessen Schopfästchen gerade und gestutzt sind. Die anliegenden Äste sind länger als die abstehenden. Auch sind die Astblätter trocken nur wenig wellig und etwas schmaler als bei S. fallax. Die Stammblätter sind dreieckig und an der Spitze leicht abgerundet und etwa so lang wie breit, was S. angustifolium auch von Sphagnum balticum und Sphagnum flexuosum unterscheidet. Ein sicheres mikroskopisches Merkmal ist aber immer die fehlende Epidermis.
Vorkommen
Sphagnum angustifolium besiedelt oligo- bis mesotrophe, mittelsaure Moore und sumpfige Standorte. Es besitzt eine circumboreale Verbreitung. In den temperierten kontinentalen Regionen ist es häufiger, während es an den Küsten seltener vorkommt. Typische Begleitmoose sind Sphagnum fallax, Sphagnum magellanicum oder Sphagnum rubellum in Hochmooren und Sphagnum russowii oder Sphagnum teres in Niedermooren.
Sphagnum flexuosum (Gekrümmtes Torfmoos)
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Sphagnum flexuosum
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Erkennungsmerkmale
Die mittelkräftigen Pflanzen von Sphagnum flexuosum sind meist grünlich oder gelbgrün gefärbt. Die Stamm-Epidermis ist nicht deutlich von der Stamm-Sklerodermis abgesetzt. Die gleichseitig dreieckig geformten Stammblätter sind stumpf gespitzt. An der Spitze sind sie durchaus auch etwas eingekerbt. Ein Saum ist recht undeutlich ausgebildet. Die Stammblatt-Hyalocyten sind meist poren- und faserlos. Die Äste sind in Büscheln zu meist 5 zusammen, davon stehen meist 2 oder 3 ab. Die in Reihen angeordneten, 1,5 bis 2 mm großen Astblätter sind lanzettlich geformt, zugespitzt und trocken querwellig. Die Astblatt-Hyalocyten weisen mal mehr, mal weniger, unberingte Poren auf. Die ober- und unterseits freien Chlorocyten sind im Querschnitt trapezförmig.
Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Sphagnum fallax, welches jedoch eine deutlich ausgebildete Stammrinde (Sklerodermis) aufweist. Im Gegensatz zu Sphagnum angustifolium hat S. flexuosum nie rötliche Stämmchen und größere Astblätter. Sphagnum obtusum ist deutlich 5-reihig beblättert.
Vorkommen
Das circumboreal mit nördlich-ozeanischer Tendenz verbreitete Sphagnum flexuosum ist vor allem oligo- bis mesotrophen, sauren Mooren, in Quellsümpfen, in Waldmooren und besonders in Schwingrasen zu finden. Typische Begleitarten sind Sphagnum fallax, Sphagnum palustre und Sphagnum teres.
Sphagnum riparium (Ufer-Torfmoos)
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Sphagnum riparium
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Erkennungsmerkmale
Es bildet recht große, bleichgrüne oder an lichtexponierten Stellen auch blassgrünbraun gefärbte Pflanzen und ist bereits makroskopisch von den anderen Torfmoosen zu unterscheiden. So ist die Endknospe deutlich ausgebildet. Die reingrünen oder schwach gebräunten Stamm sind leicht zerbrechlich. Die hängenden, etwa 1,4 mm langen, zungenförmigen Stammblätter sind an der Spitze eingeschnitten oder seicht V-förmig ausgefranst. Die eiförmig lanzettlichen, lang zugespitzten Astblätter werden etwa 1,5 bis 3 mm lang und sind trocken wellig und hakenförmig zurückgekrümmt.
Mikroskopisch bedeutende Merkmale sind die vergrößerten Rindenzellen, die 2 bis 3 Lagen bilden. Die Stammblatt-Hyalocyten weisen keine Fibrillen oder Poren auf. Die Astblatt-Chlorocyten erscheinen im Querschnitt dreieckig und sind meist beiderseits freiliegend und werden höchstens innen von den gewölbten Hyalocyten eingeschlossen.
Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Sphagnum fallax, dessen Stammblätter jedoch keinen V-förmigen Einschnitt aufweisen und anders geformt sind.
Vorkommen
Sphagnum riparium besiedelt mesotrophe, nasse Wald- und Niedermoore, Bachufer, Schlenken und Moorränder. Am Moorrand wird es oft von Sphagnum fallax oder Sphagnum russowii abgelöst, mit denen es auch Mischbestände bilden kann. Häufiger wächst es auch mit Sphagnum squarrosum, Carex rostrata oder Carex nigra zusammen. pH-Mittelwerte sollen um etwa 4,4 liegen. Sphagnum riparium ist eine hauptsächlich kontinental-boreal verbreitete Art, die auf die Regionen der Nordhalbkugel beschränkt ist. In Nord-Skandinavien ist es sehr häufig, während das Vorkommen weiter südlich seltener wird. In Mecklenburg-Vorpommern befindet es sich leicht in Ausbreitung.












































































