Korseby Online - Marchantiales

Marchantiales

Die Vertreter dieser Laubmoosordnung bilden allesamt mehrzellschichte Thalli aus und dienen häufig zu Studienzwecken.

Marchantia polymorpha (Brunnen-Lebermoos)

marchantia polymorpha
Marchantia polymorpha
Marchantia polymorpha bildet große, dunkelgrüne, flächige Thalli aus, die tonnenförmige Atemporen aufweisen. Nicht selten werden Brutbecher, die linsenförmige Brutkörper enthalten, auf der Thallusoberseite gebildet. Die weiblichen Gametangienstände sind wie ein Schirm strahlenförmig geteilt. Die Archegonien stehen in den Strahlen in häutigen Pseudoperianthien auf der Unterseite. Die männlichen Gametangienstände sind schirmartig, ausgefüllt und gelappt. Die Art ist weltweit verbreitet und besiedelt zumeist nährstoffreiche, feuchte bis nasse Standorte auf Erde.

Marchantia polymorpha subsp. polymorpha: dessen Thali einen dunklen Mittelstreifen aufweisen, der keine Atemhöhlen hat. Brutbecher werden nur selten ausgebildet. Wächst naturnahen, nassen Standorten wie überrieselte Ränder von Bächen, Flüssen, Felsen, aber auch in Mooren bis zu 1400 Höhenmeter.

Marchantia polymorpha subsp. ruderalis: bildet bis 15 cm lange und 2 cm breite, dunkelgrüne Thalli mit schwärzlicher Mitte aus. Es ist an Ruderalstellen bis etwa 1000 m Höhe zu finden. Häufigste Subspecies mit weltweiter Verbreitung.

Marchantia polymorpha subsp. montivagans: dessen Thalli nur blassgrün sind und keine schwärzliche, höchstens braune Mittelrippe ausbilden. An naturnahen Standorten wie Subspecies polymorpha, jedoch im Mittel- und Hochgebirge.

Lunularia cruciata (Mondbechermoos)

lunularia cruciata
Lunularia cruciata
lunularia cruciata brutbecher
Lunularia cruciata
Brutbecher (25x)
Das Mondbechermoos Lunularia cruciata ist ein Lebermoos aus der Ordnung der Marchantiales. In Deutschland gilt es als Neophyt. Es wurde zu Anfang des 19. Jahrhunderts mit Topfpflanzen über Gewächshäuser in Deutschland eingeschleppt und 1828 von Alexander Braun im Botanischen Garten Karlsruhe beobachtet. In Deutschland wurden bisher jedoch nur weibliche Pflanzen gesichtet. Das Lebermoos vermehrt sich hauptsächlich vegetativ durch die Bildung von Brutkörpern, die in halbmondförmigen Brutbechern am Ende der Thalli gebildet werden. Geschlechtliche Vermehrung kommt dagegen im Mittelmeerraum, wo das Moos heimisch ist, bevorzugt vor.

Vorkommen
Das Mondbechermoos besitzt eine weltweite Verbreitung in den warm temperierten Bereichen. Es wächst an basenreichen, feuchten, kalkhaltigen, nährstoffreichen, oft frostgeschützte Standorten und besiedelt sowohl Erde und Gestein (z.B. ist es an Mauern nicht selten). Es ist jedoch auch an Bach- und Flussläufen, in Gewächshäusern, in Gärten und Parks häufig anzutreffen. Es wurde im 19. Jahrhundert wahrscheinlich aus dem Mittelmeergebiet eingeschleppt und ist mittlerweile in fast ganz Deutschland eingebürgert. Inzwischen haben sich sogar teils frostresistente Typen entwickelt.

Merkmale
Das Mondbechermoos bildet beiderseits hellgrüne, schwach glänzende Thalli aus, die etwa 5 cm lang und 1 cm breit werden. Es wächst oft in ausgedehnten Decken und ist dem Substrat angeheftet. Der Thallus weist einfache, vulkanförmige Atempooren auf, die mit Ölkörperzellen versetzt sein können. Es kommen zudem zarte, helle Bauchschuppen vor. Besonders charakteristisch sind die halbmondförmigen Brutbecher, die dem Moos zu seinem Namen verholfen haben. Sie enthalten zahlreiche Brutkörper, mit denen sich das Moos vegetativ vermehren kann.

Conocephalum conicum (Kegelkopf-Lebermoos)

conocephalum conicum
Conocephalum conicum
conocephalum conicum detail
Conocephalum conicum
Conocephalum conicum weist auf der Oberseite der Thalluslappen eine sechseckige Felderung auf mit als weiße Punkte sichtbaren Atemöffnungen, die in der Mitte der Felder sich befinden. Brutbecher werden nicht gebildet. Auffallend auch ein Terpentingeruch, der von den Thalli ausgeht. Conocephalum conicum ist circumboreal verbreitet und besiedelt natürliche feuchte bis nasse, oft kalkreiche Standorte zumeist auf Stein oder selten auf Erde entlang von Bachufern. Anthropogen ist es auf Mauern zu finden.