Korseby Online - Orchidaceae

Orchidaceae

Die zweitgrößte Pflanzenfamilie trägt den deutschen Namen Knabenkräuter und enthält viele Pflanzen mit außerordentlich seltsamen Blüten.

Liparis loeselii (Sumpf-Glanzkraut)

liparis loeselii
Liparis loeselii
liparis loeselii detail
Liparis loeselii Detail
liparis loeselii grund
Liparis loeselii Grundblätter
Das Sumpf-Glanzkraut Liparis loeselii ist eine streng geschützte Pflanzenart aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Es ist auch unter der Bezeichnung Glanzkraut oder Glanzorchis bekannt. Als Bestäuber fungieren wahrscheinlich Insekten, doch bisher sind auf Grund fehlender Untersuchungen noch keine bekannt. Die Orchidee kann mit ihrer Sprossknolle den Winter als Geophyt überdauern.

Vorkommen und Verbreitung
Das kalkholde Sumpf-Glanzkraut kommt natürlicherweise in Kleinseggenrieden und in zeitweilig überfluteten Nieder-, Zwischen- und Quellmooren vor. In Deutschland ist es nur äußerst selten verbreitet. In einigen Bundesländern (Schleswig-Holstein, Hamburg, Sachsen, Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz) gilt es sogar als verschollen. In den anderen Bundesländern ist es durch Artenrückgang zumindest stark gefährdet.
Das Sumpf-Glanzkraut kommt in den nördlich temperierten Breiten der Erde vor. Dort kann es sowohl im Flach- als auch im Hügelland auftreten. Eine besondere Kontinentalität besitzt es jedoch nicht. In Deutschland liegt zudem sein Hauptareal. Es kommt sonst zerstreut in den anderen Teilen Europas bis nach Sibirien und in Teilen Ost-Amerikas vor. Die Pflanze ist die Kennart des Verbandes Caricion davallianae und besitzt ihr Hauptvorkommen in der Assoziation Juncetum alpini und in dem Verband Rhynchosporion albae.

Erkennungsmerkmale
Das sommergrüne Sumpf-Glanzkraut ist eine unscheinbare, gelbgrün gefärbte Pflanze, die nicht größer als 20 cm wird. Es bildet zwei bis 11 cm lange gegenständige Grundblätter aus, die länglich bis wenig lanzettlich geformt sind und mit ihrem Grund eine Sprossknolle einschließen. Die allseits glänzende Orchidee bildet einen lockeren Blütenstand, der aus mehreren kleinen gelbgrün bis gelb gefärbten Einzelblüten besteht. Die Kronblätter sind schmal linealisch geformt. Die mittige Lippe ist rinnig und knieartig gebogen.

Schutz und Bedrohung
In Deutschland sind jegliche Orchideen nach der BArtSchV geschützt. Das Sumpf-Glanzkraut ist in ihrem Lebensraum zudem nach der FFH-Richtlinie (im Anhang 2 und 4) europaweit besonders schützenswert. Da in Mitteleuropa das Hauptareal der Pflanze liegt, besitzt Deutschland eine besondere Verpflichtung, die noch existierenden Arten zu erhalten. Es ist zudem durch die Berner Konvention geschützt.
Seine Bestände sind besonders durch Entwässerungen, Aufforstungen und Kultivierung von Moorstandorten gefährdet. Andere Gründe für das Verschwinden der Art sind u.a. das Brachfallen extensiv genutzter Frisch- und Feuchtwiesen, die Eutrophierung der Böden durch Düngereintrag und durch Immissionen. Sammelnde Orchideenliebhaber oder Pflanzenfreunde dezimieren ebenfalls die Bestände.

Herminium monorchis (Einknollige Honigorchis)

herminium monorchis
Herminium monorchis
herminium monorchis detail
Herminium monorchis Detail
Die Einknollige Honigorchis Herminium monorchis ist eine Orchidee, die einen an Honig erinnernden Duft verströmt. Sie ist ein sommergrüner Geophyt und wird öfters auch Einknolle genannt wegen ihrer Ausläufer, die an jedem Abschnitt jeweils eine Knolle ausbilden. Mit diesen kann sie sich auch vegetativ vermehren. Sonst wird der Pollen von Haut- und Zweiflüglern auf die Blüten übertragen.

Vorkommen und Schutz
Die Einknollige Honigorchis kommt nur auf kalkhaltigen, wechselfrischen Halbtrockenrasen und auf wechselfeuchten Moorwiesen vor. Sie ist im Alpenvorland noch zerstreut, in den übrigen Teilen Deutschlands dagegen nur noch sehr selten zu finden. Ihre Bestände sind derzeit im Rückgang begriffen. Gründe dafür sind u.a. die zunehmende intensive Beweidung von Magerrasen, die Verbuschung durch Aufgabe extensiver Beweidungen, die Eutrophierung von Böden durch Düngereintrag und Immissionen, der Abbau und die Abgrabung von Torf, die Aufforstung und das Trockenlegen von Mooren. Sonst ist die Orchidee nur in Europa und Teilen Asiens verbreitet, wo sie stellenweise ebenfalls stark gefährdet ist. In Deutschland ist die Pflanze zudem durch die BArtSchV besonders geschützt.

Erkennungsmerkmale
Die unauffällige Einknollige Honigorchis blüht im Juni und Juli. Sie wird nur bis 30 cm groß und bildet zwei grundstängie gegenständige, rosettenartige Blätter aus, die eiförmig bis schmal lanzettlich geformt sind. Die Einzelblüten stehen an einem einzigen Stängel in einem lockeren ährigen Blütenstand. Die grünlichgelb bis blassgelb gefärbten Einzelblüten sind glockenartig geformt. Die Perigonblätter sind in kleine Zipfel ausgezogen. Die unbespornte Lippe ist dreilappig und weist einen langen Mittelzipfel auf. Die Pflanze bildet zudem charakteristische knollentragende Ausläufer aus.

Dactylorhiza maculata (Geflecktes Knabenkraut)

dactylorhiza maculata
Dactylorhiza maculata
dactylorhiza maculata blatt
D. maculata Blatt
dactylorhiza maculata habitus
D. maculata Habitus
Gefleckte Knabenkräuter Dactylorhiza maculata sind ausdauernde Geophyten, die mit Hilfe ihrer Knollenwurzel den Winter überdauern. Zum Überleben benötigen die Pflanzen zudem spezielle Wurzelpilze (endotrophe Mykorrhiza), wovon diese sich vor allem im Jugenstadium ernähren. Bestäubt werden die Pflanzen durch zahlreiche Insektenarten wie Zwei- oder Hautflügler und Käfer. Die Blüte täuscht Nektar vor und lockt daher Insekten an, die sich vor allem vom Nektar der Pflanzen ernähren. Insbesondere Bienen besuchen die Blüten zwar, können diese jedoch nicht bestäuben. Die Ausbreitung der Kapselfrüchte erfolgt eigenständig (Autochorie). Durch achselständige Innovationsknospen können sich die Pflanzen auch sprossbürtig vermehren. Die Art ist nach der BArtSchV besonders geschützt und kommt nur in Europa vor.

Vorkommen und Schutz
Gefleckte Knabenkräuter kommen auf feuchten Magerrasen, in feuchten Nieder- oder Quellmooren und in lichten Wäldern vor. Die meisten Pflanzen sind kalkmeidend und bevorzugen sogar leicht saure Standorte. Die Verbreitung in Deutschland ist momentan nur ungenügend bekannt, da das Gefleckte Knabenkraut häufig mit dem Fuchs-Knabenkraut verwechselt wird und kaum von diesem zu unterscheiden ist. Es ist aber davon auszugehen, dass in Deutschland Gefleckte Knabenkräuter selten zu finden sind, genauso wie im restlichen Teil von Europa. Deshalb ist die Pflanzenart auch nach der BArtSchV besonders geschützt. Außerhalb Europas kommt die Art nicht vor.

Erkennungsmerkmale
Gefleckte Knabenkräuter sind an ihren lanzettlich bis linealischen Blättern erkennbar, die etwa 0,7 bis 1,5 cm breit und vorne spitz sind. Auf der Blattoberseite besitzen diese charakteristische meist runde Flecken, die nur äußerst selten fehlen können. Insgesamt gibt es meist 6 bis 10 Blätter, von den Übergangsblättern gibt es häufig zudem 1 bis 3 Stück. Solche stehen zwischen den Laubblättern und dem ährigen Blütenstand und werden nicht breiter als 3 mm. Die Pflanzen können bis zu 60 cm groß werden und blühen zwischen Mai und August. Ihr markiger Stängel ist innen nicht hohl und dadurch auch nicht zusammendrückbar. Die Blüten sind pink bis violett gefärbt, besitzen häufiger auch kleinere Weißanteile. Sie erleben in ihrer Entwicklung eine spezielle Drehung um 180 Grad, die durch die Schwerkraft induziert wird. In der Blüte befindet sich ein 2 mm dicker Sporn, der etwa gleich so lang wie der Fruchtknoten ist. Die seitlichen äußeren Perigonblätter sind nach außen geneigt. Die etwa dreilappige Lippe ist relativ breit, ihr Mittellappen ist nicht vorgezogen und kleiner als die breiten und abgerundeten, oft etwas gezähnten Seitenlappen. Der Pollen ist in zwei mit Klebscheiben ausgestatteten Pollenpaketen (den Pollinien) zusammengefasst. Nach der Blüte werden Kapselfrüchte ausgebildet, die etwa 6000 Samen enthalten sollen.

Unterarten
In Deutschland werden mittlerweile nur noch zwei Unterarten beschrieben:
- Gewöhnliches Geflecktes Knabenkraut Dactylorhiza maculata subsp. maculata wird etwa 20 bis 60 cm groß und besitzt maximal 10 Blätter, die länglich bis breit lanzettlich geformt sein können, vorne spitz sind, aufrecht abstehen, oberseits dunkel gefleckt sind und die oberen kelch- oder tragblattartig ausgebildet sind (sog. Übergangsblätter). Der zylindrisch lange ährige Blütenstand ist relativ dicht und vielblütig. Die Tragblätter sind jedoch kürzer als die Einzelblüten, die meist hell, weißlich rosa bis kräftig rosa gefärbt sind. Ihre kurz dreilappige Lippe besitzt eine kräftige Schleifenzeichnung und einen kleinen Mittellappen, der etwa 9 bis 13 mm breit ist.
- Heide-Knabenkraut Dactylorhiza maculata subsp. elodes wird nur 10 bis 35 cm groß und besitzt linealische, aufrechte und oft ungefleckte Blätter und blüht etwa einem Monat vor Subspecies maculata. Der ährige Blütenstand ist recht kurz. Die Blütenlippe ist etwas größer als bei der Unterart maculata. Die Schleifenzeichnung ist sehr kontrastreich. Der Blütensporn ist kurz und dünn. Das Heide-Knabenkraut kommt natürlich jedoch nur im Alpenvorland in Heidemooren und auf Moorwiesen zerstreut vor.

Dactylorhiza incarnata (Fleischfarbenes Knabenkraut)

dactylorhiza incarnata
Dactylorhiza incarnata
pinke Form
dactylorhiza incarnata 2
Dactylorhiza incarnata
weiße Form

Dactylorhiza fuchsii (Fuchs Knabenkraut)

dactylorhiza fuchsii
Dactylorhiza fuchsii

Dactylorhiza traunsteineri (Traunsteiners Knabenkraut)

dactylorhiza traunsteineri
Dactylorhiza traunsteineri

Orchis mascula (Männliches Knabenkraut)

orchis mascula
Orchis mascula
orchis mascula blatt
Orchis mascula Blatt
orchis mascula detail
Orchis mascula Detail

Neottia nidus-avis (Vogel-Nestwurz)

neottia nidus-avis frucht
Neottia nidus-avis
Fruchtstand
Die Vogel-Nestwurz Neottia nidus-avis lebt mykoheterotroph und betreibt keine Photosynthese. Sie blüht meist nur wenige Male. Die oberirdischen Teile sterben danach meist ab.Gelegentlich wurden auch unterirdische, selbstbestäubende Blüten beobachtet. Die abgestorbenen, oberirdischen Triebe sind sehr widerstandsfähig und oft noch nach mehreren Jahren zu sehen. Der Name der Orchidee des Jahres 2002 geht auf die vogelnestartige Form des Wurzelstockes zurück. Die ungespornten, bräunlichen in Ähren stehenden Einzelblüten duften nach Honig und blühen im Mai und Juni. Neottia nidus-avis besiedelt mäßig trockene bis frische, schattige und basenreiche Laub -und Nadelwälder. Sie ist in Europa und West-Sibirien verbreitet.

Listera ovata (Großes Zweiblatt)

listera ovata blatt
Listera ovata Blatt
listera ovata frucht
Listera ovata Fruchtstand
listera ovata bluete
Listera ovata Blütenstand

Epipactis palustris (Sumpf-Stendelwurz)

epipactis palustris
Epipactis palustris
epipactis palustris habitus
Epipactis palustris Habitus
epipactis palustris bluete
Epipactis palustris Detail

Ludisia

Die Pflanze Ludisia ist eine Gattung der Familie der Orchideengewächse. Ihr Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie Tänzer oder Komödiant.

Derzeit besteht die Gattung nur aus einer Pflanzenart, die ursprünglich aus Sudost- und Ostasien stammt, aber auch eine beliebte Zimmerpflanze ist.

Ludisia discolor

ludisia discolor bluete1
Ludisia discolor
Ludisia discolor ist eine Pflanzenart aus der Familie der Orchideengewächse. Ihr Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie Tänzer oder Komödiant. Ihr Namenszusatz discolor spielt auf die zweifarbig gefärbten Blätter an.

Die Gattung stammt ursprünglich aus Sudostasien und China und ist in Deutschland eine beliebte Zimmerpflanze, die einmal im Jahr blüht.

Pflege
Als idealer Standort eignet sich ein heller, aber nicht sonniger Platz. Die Blütezeit liegt meistens in den Wintermonaten. Da die Orchidee ursprünglich in tropisch feuchten Gebieten der Erde wächst, sollte die Zimmertemperatur etwa zwischen 18 und 24 Grad C betragen, die Luftfeuchtigkeit nicht unter 70 Prozent abfallen und die Pflanze stets feucht gehalten werden.

ludisia discolor bluete2
Ludisia discolor
ludisia discolor bluetenstand
L. discolor Blütenstand
ludisia discolor
L. discolor Habitus